Sebastian Kehl (l.) schied mit dem BVB in der Champions-League-Gruppenphase aus © getty

Dortmund rüstet für die Champions League auf, Schieber soll Barrios ersetzen. United bietet für Kagawa. Eine Hammergruppe droht.

Von Hardy Heuer und Mathias Frohnapfel

München - Der Hunger ist trotz Double nicht gestillt:

Borussia Dortmund will nach dem kläglichen Vorrunden-Aus in der Champions League in der abgelaufenen Spielzeit nun auch für Furore in der Königsklasse sorgen.

Dafür laufen die Planungen bereits auf Hochtouren, Geld für neue Spieler sollte ausreichend zur Verfügung stehen.

Denn der englische Vizemeister Manchester United macht Ernst und legt erstmals ein konkretes Angebot für Shinji Kagawa auf den Tisch.

United-Angebot zu niedrig

Wie der "kicker" berichtet, liegt dem BVB für den japanischen Spielmacher, der Real Madrid offenbar eine Absage erteilt hat, eine erste offizielle Offerte von den "Red Devils" vor.

Allerdings bewegt sich die Ablösesumme wohl (noch) nicht in dem vom BVB gewünschten Rahmen, Dortmund soll mindestens 17 Millionen Euro fordern ( 492198 DIASHOW: Der Bundesliga-Transfermarkt ).

Schieber zum BVB

Trotz der gut 17 Millionen, die der BVB in die Rückholaktion von Marco Reus investiert, bliebe bei einem Kagawa-Verkauf noch genug Geld übrig, um Lucas Barrios zu ersetzen, der für geschätzte zehn Millionen Euro zu Guangzhou Evergrande nach China wechselt.

Ein Backup für Robert Lewandowski soll her - und scheint bereits gefunden. Julian Schieber (3 Tore in 18 Spielen) wird aller Voraussicht nach Stürmer 1b.

Eine Verlängerung seines bis 2013 laufenden Vertrags beim VfB Stuttgart hat der 23-Jährige ausgeschlagen.

Der Wechsel zum BVB soll nach übereinstimmenden Medienberichten nur noch Formsache sein. "Transfers, die es offiziell noch gar nicht gibt, kommentieren wir nicht", erklärte Hans-Joachim Watzke zwar in der der "Süddeutschen Zeitung".

Bobic traurig

Es sollen aber nur noch letzte Details fehlen, bevor das Geschäft festgezurrt werden kann. Am Dienstag gab Schieber dem VfB seinen Entschluss bekannt, nicht bei den Schwaben zu verlängern.

"Wir bedauern die Entscheidung von Julian, da er ein fester Bestandteil unserer Planungen war. Wir müssen das jetzt verdauen und werden ab sofort Optionen prüfen", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic.

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De Jong ein Thema?

Mit Schieber muss die Einkaufstour des BVB aber noch nicht zu Ende gehen. Auch Torjäger Luuk de Jong vom niederländischen Erstligisten Twente Enschede soll von der Borussia umworben sein.

Mit 25 Treffern in der abgelaufenen Saison sorgte der niederländische Nationalspieler für Aufsehen, allerdings auch für eine Wertsteigerung.

Bis zu 15 Millionen Euro müsste der BVB hinblättern. Ein Betrag, der sich durch einen starken EM-Auftritt de Jongs aber noch erhöhen könnte.

Watzke zuversichtlich

Die Investitionen ins Personal sollen dafür sorgen, dass der BVB international keine ähnlich ernüchternde Saison erlebt wie die vergangene. Um die Dreifachbelastung aus Meisterschaft, Pokal und Champions League auf allen Ebenen erfolgreich meistern zu können, braucht es eben nicht nur einen schlagkräftigen, sondern auch einen breiten Kader.

Das Debakel in der Königsklasse aus der letzten Saison soll vergessen gemacht werden.

"Unsere junge Mannschaft hat in der Champions League viele Erfahrungen gesammelt. Etliche Spieler von uns werden jetzt noch einmal bei der Europameisterschaft internationale Erfahrung sammeln", betonte Watzke im Gespräch mit SPORT1:

"Deshalb werden wir uns im nächsten Jahr in der Champions League besser verkaufen. Davon bin ich überzeugt."

Hammergruppe für Dortmund?

Einfach wird dieses Unterfangen aber nicht, denn dem BVB droht eine Hammergruppe.

Nach dem Vorrunden-Aus in der abgelaufenen Saison droht Dortmund bei der Auslosung erneut in Topf 4 zu landen.

Im schlimmsten Fall könnte das der Borussia eine Gruppe mit dem FC Barcelona, Manchester City und Juventus Turin bescheren.

Noch mehr Qualität im Kader kann da bestimmt nicht schaden.

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