Thomas Schaaf (l.) und Klaus Allofs arbeiten seit 1999 gemeinsam für Werder © getty

Der Abgang von Spitzenverdienern eröffnet den Bremern neue Spielräume. Allofs verspricht bei SPORT1 einen Transfer-Marathon.

Von Tobias Wiltschek und Martin Volkmar

München - Bei Werder werden sie auch in der kommenden Saison keine Europapokal-Atmosphäre genießen können.

Nach Platz neun in der abgelaufenen Spielzeit fließt schon zum zweiten Mal in Folge kein müder Euro aus dem internationalen Geschäft nach Bremen.

Umso kämpferischer gehen die Verantwortlichen schon jetzt die kommende Saison an.

"Wir müssen sehen, dass wir wieder emotional stark werden, dass wir den Frust ablegen", fordert Trainer Thomas Schaaf bei SPORT1. "Wenn wir an all dem arbeiten, denke ich, wird es wieder bergauf gehen."

Ein halbes Dutzend weg

Eine wichtige Rolle werden dabei neue Spieler einnehmen, nachdem Werder mit Claudio Pizarro, Tim Wiese, Marko Marin, Markus Rosenberg, Tim Borowski und Mikael Silvestre ein halbes Dutzend Akteure hat ziehen lassen 551553 (DIASHOW: Die Abschiede der Saison ) .

Spieler, die allesamt Spitzenverdiener waren und nun nicht mehr auf der Bremer Gehaltsliste stehen.

Das ist auch der Grund, warum Sportchef Klaus Allofs trotz eines dicken Minus von angeblich zwölf Millionen Euro aus dem vergangenen Geschäftsjahr verkünden kann.

"In allen anderen Mannschaftsteilen werden wir uns verstärken, das steht fest." Die Erlaubnis, dafür auch richtig Geld in die Hand zu nehmen, kommt von Werders Finanzchef Klaus Filbry.

"Vernünftiger Handlungsspielraum"

"Wir haben einen vernünftigen finanziellen Handlungsspielraum, um eine gute Mannschaft zusammenzustellen", erklärte der 45-Jährige in der "Sport Bild". Nach Informationen der Zeitschrift sollen dafür 15 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Auf der Position des Torhüters hat Allofs schon zwei Mal zugeschlagen. Am Dienstag wurde die Verpflichtung des 23-jährigen Deutschen Raphael Wolf von Österreichs Erstliga-Absteiger SV Kapfenberg bekanntgegeben.

Nur einen Tag später folgte der österreichische U-19-Nationaltorwart Richard Strebinger von Hertha BSC. Beide sollen sich mit Sebastian Mielitz einen Konkurrenzkampf um die Nachfolge von Wiese als Nummer 1 liefern.

Anfang der Transfer-Offensive

Die zwei Torhüter waren aber erst den Anfang der Bremer Transfer-Offensive. Auch der Düsseldorfer Verteidiger Assani Lukimya ist bereits verpflichtet worden. Allofs kündigte gegenüber SPORT1 an:

"Bis Ende August - da ist das Transferfenster offen - werden wir daran arbeiten, unsere Mannschaft zusammenzustellen."

Am intensivsten werden sich die Bremer nun um Verstärkungen im Sturm kümmern. Nachdem der Vertrag von Rosenberg nicht verlängert wurde und Pizarro seinen Abschied verkündet hat (Bericht), stehen nun ein Münchner und ein Berliner auf der Wunschliste ganz oben.

Das Interesse an Nils Petersen vom deutschen Rekordmeister bestätigte Allofs unlängst, aber auch an Hertha-Stürmer Adrian Ramos sollen die Bremer dran sein.

Lukimya da - kommen zwei Griechen?

Für das Mittelfeld kommt angeblich Konstantinos Fortounis vom 1. FC Kaiserslautern in Frage. Das berichten griechische Medien.

Für die Abwehr ist der erste Neuzugang bereits fix. Assani Lukimya kommt bis 2015 von Fortuna Düsseldorf.

"Er hat in Düsseldorf durch gute Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und gehörte dort zu den Leistungsträgern", sagte Allofs: "Durch seine physische Stärke sowie seine Schnelligkeit und seine Zweikampfstärke wird er unserer Defensive weitere Stabilität verleihen."

Hinten soll zu Lukimya noch ein Grieche kommen. Laut "Sport Bild" werde an der Weser Nationalspieler Vasilis Torosidis von Olympiakos Piräus gehandelt - genauso wie Kölns Pedro Geromel.

Während sich Allofs zu diesen Spekulationen nicht äußert, konnte er bei einer anderen Personalie bereits Vollzug melden.

Der griechische Verteidiger Sokratis, der vom FC Genua ausgeliehen war, wurde für eine Ablösesumme von 3,5 Millionen Euro fest verpflichtet und erhielt einen Vierjahresvertrag.

Naldo vor Verlängerung

Auch bei Naldo kann sich der Sportchef eine Verlängerung des bis 2013 laufenden Kontrakts gut vorstellen. Schon nach dem Urlaub des Brasilianers auf den Malediven wollen sich beide Seiten zusammensetzen und über eine Verlängerung verhandeln.

Es wird bei Weitem nicht das letzte Vertragsgespräch von Allofs vor der neuen Saison sein.

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