Franco Foda hat Sturm Graz drei Mal in die Champions League geführt © imago

Kaiserslauterns neuer Trainer will die alte Liebe zurück ins Oberhaus führen und braucht dafür "charakterstarke Spieler".

Kaiserslautern - Franco Foda sprach wie selbstverständlich von "Matura" und "Kampfmannschaft".

Bei seiner Präsentation als neuer Hoffnungsträger des Absteigers 1. FC Kaiserslautern war offensichtlich, dass die 15 Jahre als Tausendsassa bei Sturm Graz in Österreich ihre Spuren hinterlassen haben.

Aber als jetzt die alte Liebe zum wiederholten Male rief, konnte der ehemalige Lauterer Spieler Foda einfach nicht mehr Nein sagen.

Wie SPORT1 bereits am Dienstag berichtete, hatte sich Foda nach einem finalen Gespräch mit FCK-Boss Stefan Kuntz entschieden, die "Roten Teufel" zu übernehmen. (EXKLUSIV: Foda freut sich "Herausforderung FCK")

Und das Ziel in der neuen, alten Heimat ist klar.

"Ich will mit dem Klub so schnell wie möglich wieder aufsteigen. Kaiserslautern ist etwas Besonderes, hier habe ich meine Wurzeln. Und ich weiß, dass man hier etwas Besonderes leisten muss", sagte Foda, der beim FCK einen Vertrag bis 2014 unterschrieb.

Foda stellt hohe Ansprüche

Der 46-Jährige machte keinen Hehl daraus, dass er bei der Mission Bundesliga-Rückkehr nicht nur an sich hohe Ansprüche stellt.

"Wir brauchen charakterstarke Spieler, die mehr können müssen als Fußball spielen", sagte Foda. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach einem Treffen mit Vorstandsboss Stefan Kuntz vor ein paar Tagen am Frankfurter Flughafen hatte der zweimalige Nationalspieler noch eine Nacht zum Nachdenken gebraucht.

Danach war klar: Er reißt seine Zelte in der Steiermark ab, zieht mit der Familie direkt nach Kaiserslautern - und nicht in seine Geburtsstadt Mainz, in der er noch ein Haus besitzt und die keine Autostunde entfernt ist.

Bekannte Gesichter beim FCK

Beim Bundesliga-Absteiger trifft Foda, der aus Graz seinen Co-Trainer Thomas Kristl mitbringt, auf jede Menge bekannte Gesichter.

Mit Kuntz hatte er 1990 den DFB-Pokal nach Kaiserslautern geholt. Zudem hat Foda einst auch mit den im FCK-Umfeld tätigen Gerry Ehrmann, Marco Haber sowie Roger Lutz zusammengespielt.

"Ich habe die Roten Teufel nie aus den Augen verloren. Der FCK und der Betzenberg sind meine fußballerische Heimat. Hier habe ich in der Jugend gespielt, hier bin ich groß geworden", sagte Foda über die alte Liebe.

[kaltura id="0_o3kruzc8" class="full_size" title="Kaiserslautern setzt weiter auf Kuntz"]

Kuntz rechnet nicht mit Problemen

Kuntz erwartet keine großen Umstellungsprobleme seines ehemaligen Mitspielers.

"Francos Aufgabe bei Sturm Graz war den Anforderungen beim FCK nicht unähnlich. Er hat sich durch seine Arbeit mit jungen Spielern einen Namen gemacht, die sich unter seiner Führung wesentlich weiterentwickelt haben", sagte der ehemalige Nationalstürmer.

Foda will sich mittelfristig auch im Nachwuchs-Leistungs-Zentrum (NLZ) "bedienen".

Kaiserslautern statt Wien

Der neue Lauterer Hoffnungsträger war im April nach 15-jähriger Tätigkeit im Klub von Sturm Graz freigestellt worden und hatte danach ein Angebot von Austria Wien abgelehnt.

"Ich stand vor einer Grundsatzentscheidung, aber das Angebot des FCK war da. Ich wusste, die leidenschaftlichen Fans und dieser große Verein haben im Laufe der Zeit einige Höhen und Tiefen durchgemacht", sagte Foda.

Zuvor hatter er schon im SPORT1-Gespräch erklärt, dass Deutschland sein Ziel sei. (EXKLUSIV: Franco Foda im Gespräch mit SPORT1)

Der frühere Verteidiger hatte bereits 2009 vor einem Wechsel auf den Betzenberg gestanden, war aber wegen der noch ausstehenden Matura (österreichisches Abitur) seines Sohnes in Graz geblieben.

Nachfolger des glücklosen Balakov

Foda tritt die Nachfolge von Krassimir Balakov an.

Der frühere Bundesligaprofi war am vergangenen Freitag nach nur 57 Tagen und acht Spielen (sieben Niederlagen) im Amt entlassen worden - und steht trotz eines laufenden Vertrages bis 2013 offenbar auch nicht mehr auf der FCK-Gehaltsliste.

Auf die Frage, wie viele Cheftrainer der Klub denn ab dem 1. Juli bezahlen müsse, antwortete Kuntz: "Einen. Alles andere ist erledigt."

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