Markus Weinzierl war vier Jahre lang Chefcoach beim SSV Jahn Regensburg © getty

Der FC Augsburg stellt den Nachfolger von Jos Luhukay offiziell vor. Der ist zuversichtlich und bringt einen Rechtsverteidiger mit.

Augsburg - Mit "Engagement und Leidenschaft" will es Markus Weinzierl in der Augsburger Puppenkiste richtig rappeln lassen und das Wunder Klassenerhalt wiederholen (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

"In der Liga zu bleiben ist das große Ziel. Ich bin guter Dinge, dass wir eine gute Rolle spielen können. Die Großen zu ärgern, ähnlich wie in Regensburg, darauf freue ich mich", sagte der neue Trainer des FC Augsburg bei seiner Vorstellung am Dienstag.

Sportmanager Manfred Paula nannte Weinzierl, der Jahn Regensburg in die Zweite Liga geführt hat und bis 2015 unterschrieb, "mit das beste, was wir kriegen konnten. Er ist in der Lage, ein Kollektiv zu formen und es aufrechtzuhalten.

Das wird auch die Zielsetzung für die neue Saison sein, über das Kollektiv erfolgreich zu sein. Dafür ist Weinzierl mit der beste Mann am Markt. Wir sind überzeugt von unserem Trainer, er bringt viele Qualitäten mit."

Weinzierl ist sich bewusst, dass er als Nachfolger des zurückgetretenen Jos Luhukay, der künftig bei Hertha BSC tätig sein wird, "große Fußstapfen" auszufüllen hat: "Aber ich traue mir das zu." (BERICHT: Luhukay wird Hertha-Coach)

"Dann entlasse ich mich selbst"

Präsident Walther Seinsch hatte Luhukay vor einem Jahr eine Jobgarantie selbst für den Fall gegeben, dass der "alle 34 Spiele" verliert.

Auf die Frage, was er bei Weinzierl in diesem Fall tun würde, antwortete Seinsch genervt: "Dann werde ich mich selbst entlassen!"

Überhaupt fand die Präsentation des sympathisch-souveränen 37-jährigen Weinzierl in angespannter Stimmungslage statt. Seinsch erwartete in der SGL-Arena für den Abend eine turbulente Aussprache mit den Klubmitgliedern, die ihm die Umstände des Abschieds von Luhukay noch nicht verziehen haben.

Als Weinzierl vorgestellt wurde, wollte Seinsch über die Vergangenheit nicht sprechen, "aus Respekt vor unserem neuen Trainer".

Koo soll wieder kommen

Weinzierl bringt aus Regensburg seine Co-Trainer und Rechtsverteidiger Ronny Philp mit, wie Seinsch bestätigte.

Nach Jan Moravek (Schalke 04/bisher ausgeliehen) und Hoffenheims Knowledge Musona ist der 23-jährige Philp bereits der dritte Zugang für Augsburg.

Er erhält einen Drei-Jahres-Vertrag bis Juni 2015. Außerdem bemüht sich der Klub, die Leihgabe Ja-Cheol Koo vom VfL Wolfsburg zu behalten.

"Wir wollen Koo wieder haben", sagte Seinsch: "Koo selbst würde sehr gern zurückkommen, aber wir sind nicht in der Lage, ihn zu kaufen. Doch wir strecken uns bis zur Decke."

"Aus wenig viel machen"

Das will auch Weinzierl, der als Profi 53 Zweitligaspiele für Regensburg, die Stuttgarter Kickers und die SpVgg Unterhaching bestritt, bei seinem Debüt in der Bundesliga tun.

"Drittliga- ist ähnlich wie Erstligafußball. Es geht darum, aus wenig viel zu machen", sagte er über die "Riesenherausforderung".

Das Ziel des FCA sei es, sich "in den nächsten Jahren in der ersten Liga zu etablieren. Dafür werde ich mich einsetzen."

Am 24. Juni geht es los

Dass es zuletzt einige Unruhe bei den Augsburgern um Seinsch und Paula gab, ficht Weinzierl nicht an.

Am 24. Juni startet der Vater zweier Söhne mit dem FCA in die Vorbereitung. Bis dahin soll es beim Underdog aus Schwaben wieder deutlich ruhiger zugehen.

Sonst, das wurde am Dienstag klar, ist das "Wunder reloaded" gefährdet.

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