Mario Gomez erzielte in der abgelaufenen Bundesligasaison 26 Tore © getty

Gomez hat Tore am Fließband erzielt, ist in den wichtigen Partien aber ohne Treffer geblieben. Nun gibt es Gerüchte um Dzeko.

Von Christian Stüwe

München - Mario Gomez hat eine beindruckende Saison gespielt.

26 Tore in der Bundesliga, zwölf in der Champions League und zwei weitere Treffer im DFB-Pokal stehen für den Mittelstürmer des FC Bayern München zu Buche.

Nur in den entscheidenden Spielen hat der 26 Jahre alte Angreifer keine Tore erzielt.

In beiden Ligaspielen gegen Borussia Dortmund blieb er ohne Torerfolg, auch im DFB-Pokalfinale gegen den BVB gelang ihm kein Treffer.

Bei der bitteren Finalniederlage der Bayern gegen Chelsea vergab der "Torero" einige gute Gelegenheiten. (NACHBERICHT: Bayern wie gelähmt)

Nicht wenige Zuschauer sahen deshalb eine Teilschuld an der Pleite beim Angreifer - obwohl er im Elfmeterschießen eiskalt verwandelte.

Torschüsse: Robben 15, Gomez 5

Der frühere Bayern-Torwart Jean-Marie Pfaff nahm Gomez aber in Schutz. "Er hat das getan, was er konnte", sagte der Belgier bei SPORT1. (zum Interview)

"Er braucht ja auch die Flanken", führte Pfaff weiter aus: "Die sind aber nicht gekommen."

Die Statistik untermauert Pfaffs Analyse. Fünf Torschüsse stehen für Gomez zu Buche, Arjen Robben feuerte satte 15 Schüsse auf das Tor von Peter Cech ab.

Kaum Platz im Strafraum

Auch Toni Kroos und Thomas Müller verbuchten mehr Torschüsse als Gomez, was das Dilemma des in der Luft hängenden Stürmers verdeutlicht.

Im Spielsystem der Bayern ist viel Platz auf den Flügeln für Franck Ribery und Robben reserviert. Der Arbeitsbereich des Mittelstürmers wird dadurch klein.

Gomez bleibt nichts anderes übrig, als vor dem Tor auf Flanken, Anspiele und Abpraller zu lauern. Was noch schwerer wird, wenn die gegnerische Mannschaft wie Chelsea extrem tief steht.

[kaltura id="0_ufz7ezk2" class="full_size" title=""Noch brutaler als 1999""]

Gomez braucht Platz

Neben den Innenverteidigern David Luiz und Gary Cahill zogen sich teilweise auch die Außenverteidiger Jose Bosingwa und Ashley Cole in den Strafraum zurück, so dass Gomez quasi vor einer blauen Wand stand.

"Bayern spielt sehr fußballerisch, aber manchmal muss man im Strafraum auch einen Zweikampf führen, da braucht man einen Brecher", glaubt Pfaff.

Eigentlich ist der 1,89-Meter große Stürmer ein solcher "Brecher". Allerdings braucht Gomez mehr Platz, um seine Explosivität zu entfalten.

Im Strafraum auf engstem Raum einen oder zwei Verteidiger aussteigen zu lassen, ist nicht die Sache von Gomez.

Offenbar auch nicht von Nils Petersen, den Trainer Jupp Heynckes im Finale 120 Minuten auf der Bank sitzen ließ.

Pizarro wohl schon perfekt

Da Ivica Olic den Verein verlassen wird, ist der FC Bayern längst auf der Suche nach einer Alternative zu Gomez.

Die Rückkehr von Werder-Stürmer Claudio Pizarro soll sogar schon perfekt sein. (News)

Der 33 Jahre alte Angreifer ist aber wohl eher als Backup für Gomez gedacht. Der FC Bayern sucht daher noch einen weiteren Hochkaräter für das Sturmzentrum.

Hoeneß: "Bombe" gesucht

Bereits im Januar hatte Präsident Uli Hoeneß die Verpflichtung einer "richtigen Bombe" für das Sturmzentrum angekündigt.

Nach der Niederlage im Champions-League-Finale dürfte sich dieser Wunsch noch verstärkt haben.

Olivier Giroud vom französischen Meister HSC Montpellier rückte ins Blickfeld. Das Interesse der Bayern soll aber abgekühlt sein.

Dortmunds Robert Lewandowski wäre wohl ein heißer Kandidat, der Pole wurde beim BVB aber als unverkäuflich erklärt.

Dzeko auf dem Markt

Nun bringt die "Süddeutsche" Edin Dzeko ins Spiel.

Der Bosnier wurde bereits zu Wolfsburger Zeiten häufiger mit den Bayern in Verbindung gebracht, wechselte aber schließlich für 35 Millionen zu Manchester City.

Bei City kommt Dzeko angesichts der Konkurrenz durch Sergio Agüero, Carlos Tevez und Mario Balotelli nicht wie gewünscht zum Zuge und soll nun Bayern, aber auch Dortmund angeboten worden sein.

Dass der Angreifer aber trotz seiner Reservistenrolle ein Mann für die ganz wichtigen Tore ist, stellte er beim irren Meisterschaftsfinale auf der Insel unter Beweis.

Knapp 20 Minuten nach seiner Einwechslung köpfte Dzeko in der Nachspielzeit den Ausgleich, der den Weg zum ersten Titelgewinn der Citizens seit 1968 ebnete.

Das dürfte auch den Bayern nicht entgangen sein.

Gomez muss mit Konkurrenz rechnen

Auch wenn ein möglicher Transfer bisher noch nicht mehr als ein Gerücht ist, steht eines bereits fest:

Gomez muss sich in der neuen Saison auf einen verschärften Konkurrenzkampf einstellen.

Da helfen dem "Torero" auch seine 40 Pflichtspieltreffer nichts.

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