Franco Foda wird ebenfalls bei den Norddeutschen gehandelt. Auch der frühere Coach des 1. FC Kaiserslautern ist vor sieben Monaten schon Thema beim HSV
Franco Foda wurde 2011 mit Sturm Graz österreichischer Meister © getty

Der Balakov-Nachfolger in der Pfalz ist gefunden: Franco Foda übernimmt. Zuvor gibt der 46-Jährige Austria Wien einen Korb.

Von Reinhard Franke

München - Der 1. FC Kaiserslautern ist auf der Suche nach einem neuen Trainer schnell fündig geworden.

Nur fünf Tage nach der Entlassung von Krassimir Balakov steht der Nachfolger fest.

Nach SPORT1-Informationen haben sich die Lauterer mit Franco Foda geeinigt. Der 46-Jährige soll nach dem bitteren Abstieg die Mission Wiederaufstieg bei den "Roten Teufeln" leiten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vorfreude bei Foda

Nach einem finalen Gespräch mit FCK-Boss Stefan Kuntz soll Foda dann am Mittwoch beim FCK um 11 Uhr vorgestellt werden, bevor er am Freitag in Urlaub fährt.

Die bestätigte Foda bei SPORT1 und verkündete vorab: "Ich freue mich auf die Herausforderung FCK."

Fodas Vertrag wird bis Sommer 2014 laufen.

Der 46-Jährige wird seinen Co-Trainer Thomas Kristl mitbringen, mit dem er schon bei Sturm Graz erfolgreich zusammenarbeitete.

Dort war er in 15 Jahren Spieler, Jugendtrainer, Co-Trainer und Chefcoach, bevor er im April diesen Jahres entlassen wurde.

Foda sagt Austria Wien ab

Foda hatte auch ein Angebot von Austria Wien. Die Österreicher rechneten sich bis zum Schluss Chancen auf ein Engagement Fodas aus, doch der hatte zuletzt noch im SPORT1-Gespräch (EXKLUSIV: Franco Foda im SPORT1-Gespräch) betont, dass Deutschland sein Ziel sei.

FCK eine "Herzensangelegenheit"

Wie SPORT1 aus Fodas Umfeld erfuhr, sagte der gebürtige Mainzer der Austria am Montagabend um Mitternacht ab. Da hatte er sich längst für den FCK entschieden, den er immer noch als "Herzensangelegenheit" bezeichnet.

Die Austria hatte am Montag noch eine große Pressekonferenz zur Zukunft des Vereins gegeben - und dabei indirekt auch Neuigkeiten für alle Fans des 1. FC Kaiserslautern verkündet.

Die Austria-Vorstände Markus Kraetschmer und Thomas Parits bestätigten, dass sie Foda verpflichten möchten.

"Franco Foda ist unser Wunschtrainer, wir haben am Samstagvormittag bereits ein erstes zweistündiges Gespräch geführt. Er hat aber auch ein Angebot von einem deutschen Klub, mit dem er am Sonntag gesprochen hat", sagte Sportvorstand Parits.

[kaltura id="0_o3kruzc8" class="full_size" title="Kaiserslautern setzt weiter auf Kuntz"]

FCK-Interesse ein offenes Geheimnis

Dass das besagte Angebot aus Deutschland vom FCK kam, war ein offenes Geheimnis.

Parits weiter: "Wir müssen auf das Feedback von Franco Foda warten. Er hat uns versprochen, in den nächsten Tagen eine Entscheidung zu treffen." (Bericht: Balakov entlassen)

Diese ist nun da und Foda kann seinen Traum in Deutschland zu arbeiten wohl endlich bei dem Verein seines Herzens verwirklichen.

2009 Absage in letzter Minute

Schon einmal hätte es fast geklappt mit dem FCK. 2009 hatte Foda FCK-Boss Stefan Kuntz schon zugesagt, doch dann im letzten Moment wieder absagen müssen, weil er damals noch einen laufenden Vertrag in Graz hatte ("Ich erfülle immer meine Verträge") und weil sein Sohn das Abitur machte.

Kuntz holte damals Marco Kurz.

Große Chance für FCK

Am Sonntag gab es ein erstes Treffen zwischen Kuntz und Foda, danach war schnell klar, dass es zu einer Zusammenarbeit kommen soll.

Der FCK will den kompletten und unbelasteten Neuanfang. Foda und Kuntz, das passt. Foda spielte von 1987-1990 für den FCK (87 Spiele, fünf Tore), gewann an der Seite von Kuntz 1990 den DFB-Pokal, passt zum "Betze" und würde die Philosophie des klammen Klubs mittragen.

Foda muss mit Kuntz zusammen eine fast komplett neue Mannschaft aufbauen. Der FCK wird ein neues Gesicht haben, wenn er am 18. Juni in die Saisonvorbereitung startet.

Umbruch in der Pfalz

Erst drei Neuzugänge stehen fest: Mimoun Azaouagh (VfL Bochum), Albert Bunjaku (1. FC Nürnberg) und Enis Alushi (SC Paderborn).

Die Liste der Abgänge ist dagegen lang: die Profis Sandro Wagner, Nicolai Jörgensen, Thanos Petsos (hat für drei Jahre bei Greuther Fürth unterschrieben), Dorge Kouemaha, Lucas und Kevin Trapp werden den auf zehn Millionen Euro zusammengestrichenen Etat nicht mehr belasten.

Bleiben Tiffert und De Wit doch?

Auch die Zukunft von Clemens Walch, Gil Vermouth, Itay Shechter, Chadli Amri und auch Rodnei ist offen. Olcay Sahan soll vor einem Wechsel in die Türkei stehen.

Zudem wird Kapitän Christian Tiffert mit dem FC Augsburg in Verbindung gebracht, hatte aber zuletzt betont die Trainerentscheidung abwarten zu wollen. Jetzt, wo Foda zum FCK kommt, bleibt vielleicht auch der Kapitän an Bord.

Gleiches gilt für Pierre De Wit, der zuletzt mit Fortuna Düsseldorf flirtete.

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