Jürgen Klopp kam 2008 vom FSV Mainz 05 zu Borussia Dortmund © getty

Der Meistercoach glaubt, dass der BVB das Fundament gelegt hat, die Bayern auch langfristig hinter sich lassen zu können.

Dortmund - BVB-Meistertrainer Jürgen Klopp glaubt, dass die Borussia dem FC Bayern München den Rang ablaufen kann.

"Wir haben relativ gute Voraussetzungen dafür geschaffen, dass uns das gelingen kann", sagte Klopp im Interview mit dem "kicker".

Der 44-Jährige ergänzte aber, dass der Rekordmeister trotz der erneuten Saison ohne Titel nach wie vor die erste Kraft in der Bundesliga sei.

Der Status des FC Bayern München sei "nicht innerhalb von zwei Jahren ins Wanken zu bringen", erklärte Klopp.

"Nahezu perfekte Saison" des FCB

Die Münchner hätten mit 73 Punkten, dem DFB-Pokalfinale und dem Champions-League-Endspiel "eine nahezu perfekte Saison gespielt".

"Es geht doch darum, wie die nächsten Jahre ablaufen werden. Das wissen wir nicht, weil wir noch lernen, mit unserer sich ständig verändernden Situation umzugehen."

Kehl: Bayern "müssen und werden aufrüsten"

Borussia-Kapitän Sebastian Kehl glaubt, dass die Bayern alles unternehmen werden, ein drittes Jahr in Folge ohne Titel zu vermeiden und sich massiv verstärken werden.

"Was sollen sie auch machen? Sie müssen und werden aufrüsten um ihre Ansprüche zu erfüllen. Wir sind jetzt zweimal hintereinander Meister geworden, sind ein verschworener Haufen. Das war für Bayern schon schlimm", sagte Kehl der "Bild":

"Wenn sie nächstes Jahr auch wieder nicht Meister werden, käme das einer Katastrophe gleich."

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Dennoch sieht er selbst bei einer bajuwarischen Transferoffensive nicht zwingend eine Erfolgsgarantie. "Selbst wenn Bayern jetzt wirklich neue Stars holt, die müssen sich erst einmal einspielen. Und ob sie dann direkt auch so harmonieren wie wir, wird sich erst noch zeigen."

BVB will wie Schalke vorgehen

Unterdessen müssen der englische Vizemeister Manchester United und andere Interessenten für Mittelfeldspieler Shinji Kagawa tief in die Tasche greifen:

Anscheinend erhofft sich der BVB von einem Verkauf des 23 Jahre alten Japaners Einnahmen von mehr als 20 Millionen Euro.

"Es ist doch völlig klar, was Shinji für Fähigkeiten hat, wie alt er ist und was er für einen Wert für diese Mannschaft hat. Dann sehe ich, was Bayern für Manuel Neuer gezahlt hat. Er hatte auch nur noch ein Jahr Vertrag. Aus diesen Fakten kann man eine Summe sicher ableiten", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Sport Bild".

Neuer hatte Dortmunds Lokalrivalen Schalke 04 im vergangenen Sommer für eine Ablöse von rund 22 Millionen Euro in Richtung Bayern München verlassen.

Trotz Alternativen "aktiv auf dem Transfermarkt"

Ob der zu erwartende Geldsegen in direkten Ersatz für Kagawa investiert wird, ist allerdings offen. Jürgen Klopp glaubt, den sich abzeichnenden Abgang mit dem vorhandenen Spielermaterial kompensieren zu können.

"Na klar wären die Tränen groß, wenn er ginge. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler. Aber man muss sich in diesem Geschäft an Abschiede gewöhnen", sagte Klopp.

Weitere Verkäufe ausgeschlossen

Mario Götze, Neuzugang Marco Reus, Ivan Perisic, Moritz Leitner oder Ilkay Gündogan seien ausreichende Alternativen für die Position hinter der zentralen Spitze. ( 492198 DIASHOW: Der Bundesliga-Transfermarkt )

Dennoch sei der BVB insgesamt "noch aktiv auf dem Transfermarkt". Den Abgang weiterer Leistungsträger schloss Klopp hingegen aus:

"Unsere oberste Verpflichtung ist es, einen Kader zu haben, mit dem man erfolgreich Fußball spielen kann, und nicht, das Festgeldkonto dramatisch zu erhöhen. Es gibt keine Summe, bei der wir im Sommer schwach werden."

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