Carl-Edgar Jarchow ist seit März 2011 Vorstandsvorsitzender des HSV © getty

Die Hamburger verabschieden sich auf der Mitgliederversammlung von dem Transfer-Beteiligungsmodell. Kühne bleibt aber im Boot.

Hamburg - Der klamme Hamburger SV hofft zur Finanzierung von Spielertransfers zukünftig auf Millionen-Engagements privater Sponsoren, setzt aber nicht mehr auf Investoren-Modelle wie mit dem Unternehmer Klaus-Michael Kühne.

Carl-Edgar Jarchow, Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten, gab den Fans auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am Sonntag ein entsprechendes Ehrenwort.

"Investorenmodelle wollen wir nicht, die streben wir nicht an", sagte der 57-Jährige.

Wieder rote Zahlen beim HSV

Dennoch werde es auch in Zukunft Transfers geben, nach denen der Klub nicht die hundertprozentigen Rechte an Spielern halten wird. "Das ist im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit", sagte Jarchow.

Der HSV will nach der enttäuschend verlaufenen Saison seinen Kader deutlich verstärken und hat bereits Torwart Rene Adler (Bayer Leverkusen) und Stürmer Artjoms Rudnevs (Lech Posen) verpflichtet 492198 (DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt) .

Den Finanzen an der Elbe sind allerdings enge Grenzen gesetzt. Der HSV wird das laufende Geschäftsjahr wohl mit einem erneuten Minus von etwa sechs Millionen Euro abschließen.

Keine Einmischung mehr

Der millionenschwere Logistikunternehmer Kühne hatte 2010 12,5 Millionen Euro in den Klub investiert und sich dafür 33 Prozent der jeweiligen Transferwerte an Heiko Westermann, Dennis Diekmeier, Dennis Aogo, Marcell Jansen, Paolo Guerrero und Lennard Sowah gesichert.

Später kam es zu heftigen Diskussionen und Fan-Protesten, weil sich Kühne entgegen der Abmachung in die Transferpolitik des Klubs eingemischt und Spieler kritisiert hatte.

Das soll in Zukunft ausgeschlossen werden.

Zuvor war ein Antrag auf Satzungsänderung, wonach dem HSV-Vorstand bei der Suche nach potenziellen Geldgebern enge Schranken gesetzt worden wären, zurückgezogen worden.

Kühne jetzt "Sponsor"

Kühne könnte sich dennoch bereits im Sommer wieder als Geldgeber beim HSV engagieren. "Er ist kein Investor, eher ein Sponsor", sagte Sportdirektor Frank Arnesen, "wir können froh sein, dass er ein großes Herz für den HSV hat".

Den zurückgenommenen Antrag zur Satzungsänderung bezeichnete der Däne als "wichtig für den Verein, weil die finanzielle Lage nicht großartig ist". Über Transfers würde aber "immer nur der HSV entscheiden, niemand anders".

Van der Vaart belastet die Kasse

Zudem bestätigte Arnesen eine Meldung des "Hamburger Abendblatt", wonach der Bundesliga-Dino immer noch die letzte Rate der Ablöse für Rafael van der Vaart bezahlen muss.

Diese wäre eigentlich 2009 an Ajax Amsterdam fällig gewesen. Allerdings wollte Ajax zu diesem Zeitpunkt HSV-Trainer Martin Jol verpflichten, der in Hamburg einen laufenden Vertrag hatte.

Als Kompensation für die vorzeitige Freigabe Jols durfte der HSV die letzte Rate der insgesamt 5,1 Millionen Euro für van der Vaart um drei Jahre auf 2012 verschieben.

"Wir müssen noch einen Teil zahlen, aber das ist nicht ungewöhnlich", sagte Arnesen. Der Niederländer spielt seit vier Jahren nicht mehr in Hamburg.

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