Der 1. FC Kaiserslautern hat in der Trainer-Personlie Krassimir Balakov daneben gegriffen - und wird langsam zur Lachnummer.

Mit dem Umtauschen ist das immer so eine Sache. Wenn man in ein Kaufhaus reingeht, um eine Jeans wieder zurückzugeben, dann schlägt einem meistens ein fragender Blick entgegen.

Gut, ein Mal wird es toleriert, aber gleich mehrmals den alten Kram zurückgeben? Nein, das übersteigt dann doch die Toleranzgrenze des Verkäufers. Auch Stefan Kuntz war letztes Jahr einkaufen.

Doch auf seiner "Shopping-Tour" griff er gleich mehrmals in die falschen Regale. Sein Handeln wirkte zuweilen ein wenig panisch. Im letzten Sommer kamen fast ein Dutzend neue Spieler, deren Qualität im Nachhinein die eines abgestandenen offenen Pfälzer Weines hatte.

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Das Verfallsdatum hatten diese Jungs längst überschritten, wie sich später zeigte. Im Winter wurde nachgebessert, aber auch der Nachschlag war kein Gourmet-Spaß. Der FCK taumelte in den Abgrund und Kuntz griff zu allem Übel auch in der Trainer-Personalie gründlich daneben.

Der Wechsel von Marco Kurz zu Krassimir Balakov hatte so viel Sinngehalt wie bei den "Roten Teufeln" ernsthaft über die Champions League nachzudenken. (BERICHT: Balakov entlassen)

Unter Balakov setzte es in acht Spielen sieben Niederlagen, es wurde unter dem Bulgaren noch schlimmer als unter Kurz, was Kuntz mittlerweile auch zugab. Unterm Strich stand der Abstieg, der so verdient war wie der Meistertitel für Borussia Dortmund.

Fritz Walter würde sich im Grab umdrehen, wenn er die Leistung in der vergangenen schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte sehen könnte. Kein Wunder, dass Balakov den heiligen Betzenberg nach nur 57 Tagen schon wieder verlassen muss.

Wer aber kann diesem Klub jetzt auf Vordermann bringen? Die Antwort - gut, der Markt gibt nicht viel her - lautet: Franco Foda.

Er spielte für den FCK, gewann an der Seite von Kuntz 1990 den DFB-Pokal, passt zum "Betze", kennt die Strukturen und würde die Philosophie des Klubs mittragen.

Foda könnte also passen. Alle anderen Namen, die auf der Trainerliste stehen, könnte Kuntz nach kurzer Zeit eh wieder - umtauschen.

Eins steht fest und sollte auch nicht infrage gestellt werden: die Dienste von Kuntz für den FCK als Klubchef seit 2008 sind verdienstvoll. Ohne ihn wäre der FCK längst in der Versenkung verschwunden.

Dennoch sollte er beim nächsten Einkaufsbummel wachsamer sein.

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