Stefan Kuntz (l.) wurde als Spieler 1996 Europameister in England © getty

FCK-Boss Stefan Kuntz erklärt bei SPORT1, dass die Mannschaft ein neues Gesicht bekommen wird. Auch einen neuen Trainer?

Von Reinhard Franke

München - Eine total verkorkste Saison liegt hinter dem 1. FC Kaiserslautern.

Die schlechteste in der Vereinsgeschichte, wohl gemerkt.

Aufarbeiten, die Köpfe wieder frei kriegen, versuchen nach vorne zu schauen - das alles wird jetzt nötig sein, um die "Roten Teufel" wieder aufzurichten 556562 (DIASHOW: Flops der Saison ).

Eine schwierige Aufgabe für FCK-Boss Stefan Kuntz, der sich zuletzt auf der Generalversammlung vor 2450 Mitgliedern stellte und die Fans mit einer flammenden Rede zumindest etwas beruhigen und ihnen Zuversicht geben konnte.

Wiederaufstieg das Ziel

Ein Neuanfang soll her mit dem Ziel direkter Wiederaufstieg. Doch das wird schwer genug.

Kuntz, der in den letzten Monaten aufgrund einer völlig verpatzten Personalpolitik ins Kreuzverhör der Kritik geriet und für die Fans die Hauptschuld am Abstieg trägt, stellt sich.

"Mir geht es da weniger um mich, sondern um den FCK", sagt er im Gespräch mit SPORT1.

"Wir wollten unbedingt mit harten Fakten und einer kämpferischen Grundeinstellung die schlechte Stimmung drehen, damit wir dann mit einer gewissen Euphorie in die neue Saison gehen können."

Doch er fügt realistisch hinzu: "Es standen zumindest ein paar Anschuldigungen im Raum, die über eine angebrachte Kritik weit hinaus gingen. Aber das ist erledigt."

Euphorie und Vorfreude entfachen

Für Kuntz gehe es nun darum "Euphorie zu entfachen mit Personalentscheidungen und so eine Vorfreude auf die neue Saison hinzubekommen".

Natürlich ist ihm bewusst, dass die Wunde Abstieg noch zu frisch ist, um das sofort zu schaffen:

"Wichtig wird sein, dass wir vor der Saison Vertrauen aufbauen und dann sehen wir weiter, wie wir in die Saison starten."

Erste Anzeichen für ein Miteinander sind für Kuntz zumindest erkennbar. Er betont: "Nach der Mitgliederversammlung muss ich schon sagen, dass Vertrauen zu spüren war. Jetzt liegt es an uns, dieses Vertrauen mit Ergebnissen zu bestätigen."

[kaltura id="0_o3kruzc8" class="full_size" title="Kaiserslautern setzt weiter auf Kuntz"]

Balakov muss um Job bangen

Ob dieses Ziel mit Trainer Krassimir Balakov angegangen wird, ist fraglich. Es steht ein Gespräch mit Kuntz an.

Auf die Frage, ob der Bulgare noch eine Zukunft auf dem Betzenberg hat, antwortet Kuntz schmallippig: "Das sagen wir dann, wenn das Gespräch stattgefunden hat."

Klingt nicht gerade nach einem Vertrauensvorschuss. Bei der Mitgliederversammlung fehlte Balakov.

"Ich habe gesagt, dass die Mannschaft und das Trainerteam nicht kommen müssen", erklärt Kuntz und begründet dies auch:

"Ich habe das zugunsten der Versammlung gemacht. Die Diskussionsrunden wären für eine derart wichtige Sitzung unangemessen geworden."

Kommt Foda?

Ein Trainer wäre jedenfalls frei, den Kuntz schon 2009 auf dem Zettel hatte: Franco Foda. Mit ihm holte Kuntz beim FCK 1990 den DFB-Pokal.

Ob er eine Rolle spiele? Kuntz weicht aus:

"In meinen Überlegungen spielt erst mal das Gespräch mit Krassimir Balakov eine Rolle, alles andere kommt danach."

Fest steht: Hat Balakov keinen Plan, der die Verantwortlichen überzeugt, dann ist er weg. Kuntz hält sich in der Trainer-Personalie alle Möglichkeiten offen und meint:

"Es ist ganz normal, dass man nach so einer Saison Abstand gewinnt und dann mit dem Trainer darüber redet, wie man das neue Projekt Wiedersaufstieg angehen will." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Tiffert und De Wit vor dem Aus

Dafür sucht Kuntz Typen, "die Reizpunkte setzen". Beim Neuaufbau wohl nicht mehr mithelfen werden Kapitän Christian Tiffert und Mittelfeldspieler Pierre De Wit.

Letzterer soll sich mit Fortuna Düsseldorf einig sein. Bisher stehen mit Albert Bunjaku, Mimoun Azaouagh und Rückkehrer Ilian Micanski nur drei Zugänge fest. Weitere sollen folgen.

Auf der Streichliste: Itay Shechter, Leon Jessen, Gil Vermouth, Jan Simunek, Richard Sukuta-Pasu, Oliver Kirch und Anthar Yahia.

Erschwerte Personalplanung

Problem für Kuntz: Alle Spieler haben laufende beziehungsweise langfristige Verträge. Das erschwert die Personalplanung.

Kuntz weiß das und meint ganz nüchtern:

"Wir werden sicher keinen Raul verpflichten können, von daher werden die Namen der Neuverpflichtungen vielleicht auf den ersten Blick keine Euphorie erzeugen. Es liegt an unserer Performance auf dem Platz, eine gute Stimmung, Euphorie und das altes Vertrauen wieder zurückzubekommen."

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