Der 1. FC Köln ist Holger Stanislwaskis dritte Trainerstation © getty

Der ehemalige Hoffenheim-Coach wird neuer Trainer beim Absteiger aus Köln. Klub-Vize Schumacher schwärmt in den höchsten Tönen.

Von Jakob Gajdzik und Matthias Becker

München/Köln - Die Trainerfrage beim Absteiger 1. FC Köln ist geklärt, der Neue heißt wenig überraschend: Holger Stanislawski.

Das bestätigten die Kölner am Montag.

Stanislawski, der Anfang Februar nach nur sechs Monaten bei 1899 Hoffenheim entlassen worden war, wird Nachfolger des Interimstrainers Frank Schaefer, der im Saisonfinale die Mannschaft vom entlassenen Coach Stale Solbakken übernommen hatte.

Stanislawski soll erstmals am 15. Juni nach der Sommerpause das Training leiten und bringt als Co-Trainer Andre Trulsen und Klaus-Peter Nemet mit nach Köln. Mit beiden hat Holger Stanislawski bereits beim FC St. Pauli und bei in Hoffenheim zusammengearbeitet.

Dirk Lottner, der zuletzt Frank Schaefer assistiert hatte, wird Chef-Trainer der U-21-Mannschaft des FC.

"Mannschaft mit Charakter formen"

"Der 1. FC Köln ist ein Traditionsverein der Bundesliga mit großartigen Fans in einer sehr lebendigen Stadt. Ich freue mich auf diese Aufgabe, auch wenn sie nicht einfach wird. Das ist allen Beteiligten klar", sagte Stanislawski:

"Die Chance besteht darin, den Kader gemeinsam mit den Verantwortlichen neu aufzubauen und eine Mannschaft mit Charakter und der richtigen Einstellung zu formen. Ich verspreche, mit ganzer Kraft an dieser Aufgabe zu arbeiten."

Mit Stanislawski hat sich nach einigem Hin und Her in den vergangenen Tagen der Favorit des neuen Kölner Vorstands-Trios um Präsident Werner Spinner und Vize Toni Schumacher durchgesetzt.

Schumacher lobt Stanislawski

"Holger Stanislawski ist ein Trainer, der hervorragend zum 1. FC Köln passt. Wer dem fußball-verrückten Hamburg mit seinem hohen medialen Druck gewachsen ist, der kann auch in Köln bestehen", erklärte Schumacher.

Stanislawski ist der 16. Trainer bei den "Geißböcken" in den letzten elf Jahren - und soll es nach Möglichkeit für längere Zeit bleiben.

Mit "Stani" plant der FC den Neustart in der Zweiten Liga und den x-ten Versuch, Ruhe in den Verein zu bringen.

Der neue Coach habe "bei St. Pauli bewiesen, dass er mit Erfolg eine Mannschaft für den Aufstieg in die Bundesliga aufbauen und motivieren kann. Diese Qualität brauchen wir jetzt in Köln", sagte Schumacher.

Neustart mit Jugendwelle

Das Motto des neuen Coachs lautet: "Es geht nur zusammen, es geht immer nur mit allen im Verein. Jeder ist wichtig, das muss man auch vermitteln."

Damit präsentiert sich der 42-Jährige deckungsgleich mit dem FC-Präsidium, das mit dem Slogan "Wir wollen den Verein vereinen", die Mission Klassenerhalt aufnahm, am Ende aber scheiterte. 556562 (DIASHOW: Die Flops der Saison )

Der Ex-Hoffenheim-Coach soll der Vorgabe Leben einhauchen - und das mit jungen Spielern aus der Region. "Vorstand und Holger Stanislawski verfolgen gemeinsam das Ziel, die Nachwuchsspieler fließend in den Lizenzkader zu integrieren und in der Mannschaft für Disziplin und Charakter zu sorgen", erklärte Klub-Vize Toni Schumacher.

Großverdiener auf Streichliste

Der Ur-Lölner Lukas Podolski steht dem Neuen nach seinem Transfer zum FC Arsenal nicht zu Verfügung, dafür aber weitere lokale Spieler wie Christian Clemens oder Adil Chihi und weitere Talente aus dem Nachwuchs.

Dagegen will der FC, der seinen Lizenzspieleretat von 30 auf etwa 20 Millionen Euro runterfahren muss, zahlreiche Großverdiener von der Liste streichen.

Dazu zählen laut "Express" Spieler wie Milivoje Novakovic, Sascha Riether oder Martin Lanig.

"Mit seiner (Stanislawskis, Anm. d. Red.) frühzeitigen Verpflichtung schaffen wir die Voraussetzungen für eine geordnete Planung und Vorbereitung der kommenden Saison", sagte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann.

Kampfansage an Rensing

Ein Jung-Profi bringt sich mit einer Kampfansage an Michael Rensing für die Zukunft bereits in Stellung.

"Mein Wunsch ist es, hier die Nummer Eins zu werden", sagt der 19-Jährige Nachwuchskeeper Timo Horn, der von Solbakken zur Nummer zwei in der Bundesliga befördert wurde, aber bisher ohne Einsatz blieb.

Ex-Bayern-Keeper Rensing hatte trotz des Abstiegs einen Verbleib in der Domstadt nicht ausgeschlossen, sieht aber nun aus dem eigenen Lager Konkurrenz heranwachsen.

Talent geht nach Heerenveen

Allerdings weiß auch der Nachwuchskeeper, der das Fußballspielen beim SC Rondorf erlernte, dass seine Chancen zu spielen bei einem Verbleib Rensings schwinden würden. "Sollte er bleiben, ist es für mich schwieriger. Dann wäre es sinnvoll, über eine Leihe nachzudenken."

Laut "Express" soll Rensing in seinem Vertrag allerdings eine Klausel haben, mit der er für festgeschriebene 500.000 Euro den Verein verlassen kann.

Durch den geplanten Sparkurs könnte auch den 27-Jährigen auf der Streichliste landen.

Ein Talent ist dagegen bereits weg - auch ohne das Einverständnis von Stanislawski. Der 20-jährige Stürmer Mark Uth wechselt zur kommenden Saison zum niederländischen Erstligisten SC Heerenveen.

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