Uli Hoeneß war von 1979 bis 2009 Manager beim FC Bayern München © getty

Bayern steht vor einem Rekordumsatz und ist bald "der reichste Verein der Welt". Hoeneß spekuliert über die Nach-Heynckes-Ära.

Von Björn Seitner

München - Was wäre, wenn?

Wenn Barcelona-Coach Pep Guardiola Deutsch könnte, wäre er offenbar ein Top-Kandidat für den Trainerposten beim FC Bayern München.

"Wäre die Sprachbarriere nicht, würde ich sagen, dass Guardiola sicherlich einer für uns wäre", ließ FCB-Präsident Uli Hoeneß in einem "Focus"-Interview durchblicken.

Nach vier intensiven Jahren und 13 Titeln verkündete der Erfolgscoach vor kurzem seinen Abschied vom 21-maligen spanischen Meister FC Barcelona, der sich in der laufenden Saison der Primera Division jedoch Real Madrid geschlagen geben musste.

Bayern haben keinen Stress

Bayerns aktueller Trainer, Jupp Heynckes, führte die Münchner ins DFB-Pokalfinale gegen Dortmund und das Champions-League-Endspiel gegen Chelsea.

Der Vertrag des 66-Jährigen läuft erst nach der kommenden Saison aus, doch Heynckes wollte seine Karriere bereits nach seinem zweijährigen Engagement in Leverkusen (200 bis 2011) beenden.

Mit zwei Titeln abzutreten, würde den gebürtigen Mönchengladbacher an der Isar wohl unsterblich machen.

Helfer auf der Suche

Stress machen sich die Bayern dennoch nicht: Mit Heynckes werde man sich im Sommer "ganz gemütlich zusammenstzen und besprechen, wie es weitergeht"., so Hoeneß.

Da der FCB-Boss aber immer an den Fall der Fälle denkt, rechne er damit, "dass er uns sogar bei der Suche nach einem neuen Trainer helfen würden", sollte Heynckes unerwartet doch sein vorzeitiges Karriereende verkünden.

Bayern wohl mit Rekordumsatz

Dafür gibt es derzeit aber nicht wirklich einen Grund, denn neben den sportlichen Erfolgen, befindet sich der FC Bayern auch finanziell im Aufwind.

Hoeneß sagt für die laufenden Saison sogar einen Rekordumsatz voraus: "Die 350-Millionen-Euro-Grenze knacken wir."

Diese Marke wurde bereits vor zwei Jahren geknackt (350,2 Millionen), damals verloren die Münchner allerdings im Finale der Königsklasse gegen Inter Mailand.

Alleine der Finalsieg ist drei Millionen Euro wert.

"Der reichste Verein der Welt"

"Zwischen zehn und 20 Millionen Euro sollten als Konzerngewinn auf jeden Fall übrig bleiben", erhofft sich Hoeneß aus der Spielzeit 2011/12.

Und der 60-Jährige denkt schon einen Schritt weiter: "Hinzu kommt, dass wir die Allianz Arena bis spätestens 2020 abbezahlt haben."

Mit einem "Stadion, das fast eine halbe Milliarde Euro wert ist, einem überaus wertvollen Spielerkader und einem prall gefülltes Festgeldkonto", werde Bayern München "der reichste Verein der Welt" 492198 (DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt) .

Hoeneß bekommt Gänsehaut

Doch alles Geld der Welt scheint nicht das Gefühl aufwiegen zu können, im eigenen Stadion die Champions League zu gewinnen.

"Wir, der FC Bayern, können gewinnen - in München, in unserer Stadt. Wenn ich daran denke, bekomme ich Gänsehaut", erklärte Hoeneß mit spürbarer Vorfreude auf den 19. Mai.

Die Partie sei sogar das absolute Highlight seines bisherigen Lebens.

Ein weiteres wäre sicher, könnte man eines Tages Pep Guardiola an die Isar losten.

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