Jörg Schmadtke (r.) arbeitet seit 2009 als Sportdirektor in Hannover © getty

Der 96-Sportdirektor zieht seine Bitte um Vertragsauflösung zurück. Hannover-Boss Martin Kind freut die "optimale Lösung".

Hannover - Die Familie kommt - und Jörg Schmadtke bleibt.

Statt Hannover 96 zu verlassen, hat der Sportdirektor sein Privatleben neu sortiert und seine ursprüngliche Entscheidung revidiert.

Nach langem Hin und Her verkündete der frühere Bundesliga-Torhüter am Freitag, dass er den Niedersachsen die Treue hält.

Dabei war der 48-Jährige, der den Verein mit umsichtiger Personalpolitik ins Europa-League-Viertelfinale geführt hatte, vor zwei Wochen noch ins Büro des Präsidenten Martin Kind marschiert und hatte um Vertragsauflösung gebeten.

Kind kämpft um Schmadtke

Doch der Präsident kämpfte um Schmadtke.

"Die Herausforderung bestand darin, eine außergewöhnliche Situation zu lösen", sagte Kind.

Er habe mit Schmadtke und Trainer Mirko Slomka, mit dem der Sportdirektor nicht immer auf einer Linie lag, in den vergangenen Tagen "viele Gespräche" geführt.

Ungeahnte Lösung überzeugt

Die Optionen, die Kind aufzeigte, und die Flexibilität, die er an den Tag legte, überzeugten Schmadtke am Ende.

"Wir haben eine Lösung gefunden, die ich vorher so nicht für möglich gehalten hätte. Ich nehme aus unseren Gesprächen mit, welchen Stellenwert das private Wohlergehen seiner Mitarbeiter für den Klub besitzt", sagte Schmadtke.

Er bedankte sich "ausdrücklich auch bei allen Mitarbeitern für ihre Unterstützung in den vergangenen Wochen".

Differenzen offenbar ausgeräumt

Anscheinend haben Schmadtke und Slomka ihre Differenzen ausgeräumt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich danke beiden ausdrücklich für ihre Offenheit in diesen Gesprächen. Die gefundene Lösung ist optimal, weil sie Jörg Schmadtke und seine Familie unterstützt und auch für Hannover 96 gut ist", sagte Kind.

Und weiter: "Der sehr erfolgreich arbeitende Sportdirektor hat in den vergangenen drei Jahren mit seiner Arbeit Maßstäbe gesetzt. So kann der kontinuierliche Weg von 96 erfolgreich fortgesetzt werden."

Slomka erfreut

Erfolgstrainer Slomka erklärte, es habe sich gelohnt, um Schmadtke zu kämpfen.

"Ich freue mich", sagte Slomka. "Wir waren in dieser Konstellation in den vergangenen zweieinhalb Jahren eine sehr erfolgreiche Gemeinschaft. Jörg Schmadtke ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg von 96."

Köln keine Option

Das war auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben.

Der 1. FC Köln hatte reges Interesse an Schmadtke gezeigt, aber mit dem Abstieg des Traditionsklubs in die Zweiten Liga zerschlug sich diese Option wohl.

Augenscheinlich zur Freude Slomkas, der betonte: "Gut, dass es so bleibt."

Abschied doch noch abgewendet

Das sieht auch Schmadtke so, der kürzlich noch erklärt hatte, er werde sich "leider Gottes und auch schweren Herzens" aus Hannover verabschieden müssen.

Er habe versucht, "die Dinge, die mich persönlich bewegen und zu dem Entschluss haben kommen lassen, aus Hannover heraus zu regeln. Das ist mir nicht gelungen. Und jetzt muss ich da die Reißleine ziehen".

Dann aber öffnete sich der Fallschirm.

Kind stellte Schmadtke eine Lösung in Aussicht: Die Familie kommt nach Hannover - und Schmadtke geht erst einmal in Urlaub.

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