Holger Stanislawski (r., mit Daum) trainierte von 2006 bis 2011 den FC St. Pauli © imago

Der Ex-Hoffenheim-Coach soll sich mit Köln einig sein. Daum kehrt nach Köln zurück und könnte den Sportdirektorposten übernehmen.

Von Jakob Gajdzik und Hardy Heuer

München - Alle Zeichen deuten auf Holger Stanislawski als neuen Mann auf der Bank beim 1. FC Köln hin.

Nach Medienberichten soll "Stani" in Kürze als neuer Trainer des Absteigers vorgestellt werden.

Präsident Werner Spinner, Vize Toni Schumacher und Geschäftsführer Claus Horstmann führten am Mittwoch die letzten Verhandlungen mit dem ehemaligen Trainer von 1899 Hoffenheim.

Claus Horstmann hält sich aber noch bedeckt:

"Ich halte das nach meiner seit zwei Wochen gängigen Regelung und gebe keine Wasserstandsmeldung ab", betonte der FC-Geschäftsführer.

Stanislawski hat offenbar bereits im Dorint-Hotel am Heumarkt eingecheckt, seine Unterschrift unter einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 wäre dann nur noch Formsache.

Kommt auch Daum?

Auch in die Suche nach einem neuen Sportdirektor könnte schon bald Schwung kommen.

Nachdem Christoph Daum seinen Vertrag beim 13-maligen belgischen Meister FC Brügge wie erwartet aufgelöst hat, stünde er für den FC parat.

Als Ursache für die vorzeitige Trennung zum Saisonende gab er private Gründe an, Daum will zurück zu seiner in Köln lebenden Familie.

"Meine Entscheidung hat nichts mit irgendwelchen Angeboten aus Deutschland zu tun. Es gab in den letzten Tagen viele Gerüchte, aber bisher hat mir noch niemand ein Angebot unterbreitet", stellte er jedoch klar.

Gutes Verhältnis mit Schumacher

Dass Daum, der den FC bereits zwischen 1981 und 1990 sowie 2006 und 2009 trainiert hatte, den "Geißböcken" weiterhin eng verbunden ist, ist ein offenes Geheimnis.

"Der FC hat eine große Kraft. Ich denke, wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, kann der Abstieg auch zu einer großen Chance werden", sagte der 58-Jährige.

Und weil er und FC-Vizepräsident Toni Schumacher gut miteinander können, wäre ein Engagement die logische Konsequenz.

"Toni Schumacher ist ein absoluter Gewinnertyp, den ich gern mal in einem Gremium gehabt hätte", erklärte Daum noch vor wenigen Wochen.

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Schmadtke wohl kein Thema mehr

Jörg Schmadtke von Hannover 96 scheidet derweil als Sportdirektor wohl aus.

Als "ergebnisoffen" bezeichnete Hannovers Präsident die Gespräche mit dem 96-Macher bislang, doch es sickert zunehmend durch, dass Köln in seinen Zukunftsplänen immer weniger eine Rolle spielt.

Schmadtke selbst ließ verlauten, dass er zunächst eine Auszeit nehmen wolle, was mit einem Engagement in Köln nicht vereinbar wäre, denn dort laufen die Personalplanungen auf Hochtouren.

Möglich ist weiterhin ein Verbleib in Niedersachen, wo Kind Schmadtke einen Wiedereinstieg nach der Auszeit in Aussicht stellt.

Schumacher macht Andeutungen

Für Verwirrung sorgten diesbezüglich auch die Aussagen von Schumacher, die andeuteten, dass der FC bereits einen Mann an Bord hätte.

"Ohne das Okay vom Sportdirektor", könne man keine Entscheidungen treffen, so der Vize-Präsident, "alles was wir jetzt vorhaben, mit Spielerkäufen und Verkäufen, ist abgesprochen."

Stellt sich nur die Frage, mit wem. Etwa mit Daum?

Schaefer steht zur Verfügung

Sollte wider Erwarten doch kein Sportdirektor präsentiert werden, stehen Ex-Trainer Frank Schaefer und Nachwuchsleiter Stephan Engels in der Verantwortung.

"Solange niemand anderes da ist, sind wir verantwortlich", stellte Schaefer klar, der die Position als Daums Assistent bekleiden könnte:

"Es ist wichtig, dass in dieser Situation jemand mit in der Verantwortung ist, der diesen Klub kennt, die spezifischen Umstände, das Umfeld, die Mannschaft."

Selbst wenn doch ein neuer Sportdirektor die Zügel in die Hand nehmen sollte, stünde ihm Schaefer weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.

"Ich habe alle Abteilungen durchlaufen, kenne hier alles, habe fleißig Spiele gesehen. Ich kann helfen, die richtigen Lehren zu ziehen", sagte der 48-Jährige.

Ansonsten könnte das passieren, was sie in der Domstadt vermeiden wollen:

"Wenn jetzt wieder jemand von außen kommt und sich keinen Rat holt, dann wird er hier wieder vor die Wand laufen", so Schaefer.

FC-Chaos vertreibt Podolski

Das Kölner Chaos war auch einer der Gründe, warum Lukas Podolski dem Verein nach 2006 zum zweiten Mal den Rücken kehrt. 556562 (DIASHOW: Die Flops der Saison )

In der "Bild" zeigte die FC-Ikone einmal mehr seine Verärgerung über die fehlende Konstanz bei den "Geißböcken".

"Ich hatte in drei Jahren fünf Trainer. Da ist es nicht immer einfach, erfolgreich zu sein", sagte der Nationalstürmer, der ab der kommenden Saison für den FC Arsenal auf Torejagd geht.

"Vereine wie etwa Mainz, Hannover und Dortmund haben auf der Trainerposition die richtigen Entscheidungen getroffen. Da sind die Verantwortlichen von ihren Trainern total überzeugt und lassen sich auch durch schwächere Phasen nicht aus der Ruhe bringen."

Poldi-Rückkehr möglich

Trotz seines zweiten Abschiedes stellte der "Kölsche Jung" dem Klub aber eine erneute Rückkehr in Aussicht.

"Mein Ziel ist es, noch einmal das FC-Trikot zu tragen", sagte Podolski, der in London bis 2016 unterschrieben hat.

Er ergänzte: "Köln ist mein Verein. Der Poldi ist nicht weg."

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