Krassimir Balakov übernahm Ende März in Kaiserslautern © getty

Der Klubchef wird vom Aufsichtsrat bestätigt. Kuntz verweigert aber ein Bekenntnis zum Trainer und kündigt ein Gespräch an.

Kaiserslautern - Die Wende in der Bundesliga hat Krassimir Balakov nicht geschafft: Der 1. FC Kaiserslautern ist abgestiegen, die Rettungsmission des Bulgaren gescheitert.

Jetzt ist unklar, ob Balakov die Pfälzer auch in der Zweiten Liga betreuen wird. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz bekannte sich weder bei noch nach der Mitgliederversammlung des FCK zum Trainer.

Für die nächsten Tage kündigte Kuntz ein Gespräch mit dem Coach an: "Wir werden uns mit Krassimir Zeit nehmen. Wir wollen wissen, wie er die Spiele gesehen hat, wie seine Ideen sind."

Kuntz selbst hat indes das Vertrauen des Aufsichstrat sicher.

"Der Aufsichtsrat sieht keine Alternative zu Stefan Kuntz", sagte Aufsichtsratsboss Dieter Rombach zu Beginn der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwochabend.

Schlechteste Saison der Vereinsgeschichte

Bei der Versammlung mit rund 2300 Klubangehörigen im Fritz-Walter-Stadion, an der auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck teilnahm, wurde die schlechteste Saison in der Geschichte der Roten Teufel aufgearbeitet.

"Wir hatten dreieinhalb erfolgreiche Jahre, dann ging die Rückrunde leider sportlich komplett in Hose", sagte Rombach:

"Dennoch ist die wirtschaftliche Basis gesichert, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Das Motto kann nur sofortiger Wiederaufstieg heißen."

Der zuletzt nicht mehr unumstrittene Kuntz, dem Vorwürfe in vielen Bereichen gemacht wurden, brachte die Mitglieder mit einer äußerst kämpferischen Rede wieder hinter sich und erhielt dafür Standing Ovations.

"Ich werde den Verein weiter mit Herzblut und Leidenschaft führen", sagte Kuntz: "Ich habe Fehler gemacht und werde sie weiter machen. Aber ich lasse mich nicht verbiegen und werde den Verein weiter so führen, wie ich es für richtig halte."

Kuntz erhält weiter das Vertrauen

Der zuletzt nicht mehr unumstrittene Kuntz, der laut Rombach aufgrund des Abstiegs 40 Prozenz seines Gehalts einbüßt, will trotz eines auf zehn Millionen Euro zusammengestrichenen Etats die Rückkehr in die Eliteklasse schaffen.

Die Profis Sandro Wagner, Nicolai Jörgensen, Thanos Petsos, Dorge Kouemaha, Lucas und Torwart Kevin Trapp werden das Budget nicht mehr belasten.

Auch Gil Vermouth soll den Klub verlassen.

Die Zukunft von Kapitän Christian Tiffert, Pierre De Wit, Ilijan Micanski, Clemens Walch und Chadli Amri ist offen.

Erste Neuzugänge stehen fest

Als Neuzugänge für Trainer Krassimir Balakow, der mit der Hypothek von sieben Niederlagen in acht Spielen unter seiner Regie in die kommende Zweitliga-Saison startet und wie die Profis nicht bei der Versammlung anwesend war, stehen Mimoun Azaouagh und Albert Bunjaku fest.

Wenige Stunden vor der Versammlung hatte Polizei im Zuge der Ermittlungen gegen die FCK-Hooliganszene 17 Wohnungen durchsucht.

Polizei-Razzia bei Lautern-Hools

Hintergrund der Razzia war der Überfall auf Fans des Lokalrivalen FSV Mainz 05 am 18. März.

Dabei war zu Auseinandersetzungen gekommen, an denen etwa 100 Personen beteiligt waren. Einige FSV-Fans wurden verletzt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten schweren Raubes. Bei den 17 Beschuldigten fanden die Beamten Schreckschusswaffen, Schlagstöcke, Messer und Sturmhauben.

Weiterlesen