Holger Staniswawski trainierte bis Februar 1899 Hoffenheim © getty

Nach Büskens' Absage haben die FC-Bosse einen neuen Trainer-Favoriten: Holger Stanislawski. Dessen Berater bestätigt Gespräche.

München - Der 1. FC Köln ist weiter auf der Suche nach dem Nachfolger für Trainer Frank Schaefer.

Und diese Suche scheint für die Verantwortlichen des rheinischen Traditionsklubs, dernach dem bitteren Abstieg in die 2. Liga auch noch ohne Sportdirektor dasteht, höchste Priorität zu haben. 555647 (DIASHOW: Tops und Flops 34. Spieltag) (NACHBERICHT: Köln im Abstiegsinferno)

Büskens verlängert Vertrag

Kein Wunder, die Zeit drängt, doch einen Namen konnten die FC-Bosse am Montag von ihrer Kandidatenliste streichen. Vom Fürther Aufstiegscoach Mike Büskens gab es nämlich eine Absage.

Er stünde nicht als neuer Coach zur Verfügung, so Büskens, der definitiv bei Aufsteiger Greuther Fürth bleibt.

"Die SpVgg Greuther Fürth und Trainer Mike Büskens haben sich heute auf eine Verlängerung des Vertrags um ein Jahr bis zum 30. Juni 2013 verständigt", teilten die Franken am Mittwoch mit.

"Es war wichtig, nach einer auch kräftezehrenden Serie, die Saison zu analysieren und einen perspektivischen Blick nach vorne zu werfen", erklärte Büskens sein Zögern: "Meine Familie musste sich wiederfinden und sie steht voll hinter meiner Entscheidung, den erfolgreichen Weg mit der SpVgg weiterzugehen."

Gespräch mit Hoffenheims Ex-Coach

In Köln kursiert weiter ein anderer Name. Wie der "Express" berichtet, gab es am vergangenen Freitag ein Treffen zwischen Präsident Werner Spinner, Toni Schumacher und Holger Stanislawski.

Der FC-Boss, sein Vize und der einstige St. Pauli-Aufstiegsheld saßen demnach zusammen und planten die Zukunft des ersten Bundesligameisters.

"Wir hatten ein sehr gutes zweites Gespräch", sagte Stanislawskis Berater Marc Kosicke der "Bild": "Beide Seiten können es sich gut vorstellen."

Absage als "Blitztrainer" im April

Für die FC-Oberen ist der frühere Hoffenheim-Coach offenbar der richtige Mann. Der kernige Malochertrainer soll die "Geißböcke" aus der Zweiten Liga wieder zurück in die Bundesliga führen. (INTERVIEW: Schaefer will "neues Gesicht")

Doch anscheinend ist nicht jeder voll überzeugt von Stanislawski. So soll Geschäftsführer Claus Horstmann am 12. April nach der 0:4-Pleite in Mainz eine schnelle Entscheidung des damals heißen Kandidaten Stanislawski geordert haben. Kurz vor Mitternacht sagte der 42-Jährige aber dann ab.

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Grund: Angesichts des schweren Restprogramms, der nicht diskutierten Vertragsinhalte und der fehlenden Perspektive könne er dem Klub als Blitztrainer nicht weiterhelfen. Nach dem ganzen Theater gab es in Köln nur noch den Rettungsanker Schaefer.

Doch das Ende ist hinlänglich bekannt. Mit ihm stieg der FC sang und klanglos ab.

Horstmann bevorzugt Luhukay

Doch Horstmann, so sickerte durch, favorisiere weiter einen anderen Kandidaten.

Er heißt Jos Luhukay ? und soll ihm von seinem ehemaligen Weggefährten Andreas Rettig ans Herz gelegt worden sein.

Augsburgs Trainer, der die Fuggerstädter völlig überraschend zum Klassenerhalt führte, könne gut mit kleinem Budget und jungen Spielern umgehen. Horstmann hält sich aber noch bedeckt, "möchte zu diesem Thema nichts sagen."

Hervorragenden Eindruck hinterlassen

Für Spinner und Schumacher dürfte Stanislawski nach der Büskens-Absage allerdings der Wunschkandidat sein. Er habe einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, heißt es, nachdem der einstige Hoffenheimer seine Philosophie und seine Pläne vorstellte.

Was auch noch für "Stani" spricht: man traue ihm eher als Luhukay zu, im unruhigen Kölner Umfeld zu bestehen - schließlich habe Stanislawski auch in der Medienstadt Hamburg lange erfolgreich gearbeitet.

Ende dieser Woche soll der Coup über die Bühne gehen. Für die Kölner wäre dann zumindest die erste Baustelle abgearbeitet.

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