Mike Büskens führte die SpVgg Greuther Fürth zum ersten Mal in die Bundesliga © getty

Köln muss nach der Büskens-Absage weiter nach einem neuen Coach suchen. Auch in Gladbach könnte sich etwas tun.

Von Jakob Gajdzik

München - Die Karten werden neu gemischt.

Denn direkt nach Schlusspfiff der Saison dreht sich das Trainer-Karussell auf Hochtouren.

Absteiger 1. FC Köln und der FC Augsburg suchen nach den Abgängen von Jos Luhukay und Frank Schaefer für die kommenden Saison jetzt schon einen neuen Mann auf der Bank 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag) .

Und auch Hertha BSC muss sich nach den Relegationsspielen neu orientieren, wenn Otto Rehhagel seinen Hut nimmt.

Doch auch Klubs, die diese Planstelle bisher noch besetzt haben, könnten dem Karussell zusätzlich Schwung verleihen.

Dazu zählen Bayer Leverkusen, Greuther Fürth und Borussia Mönchengladbach.

Aus Franken kommen mittlerweile erste klare Worte. "Ich stehe für das Traineramt beim 1. FC Köln nicht zur Verfügung", sagte der Fürther Coach Mike Büskens in der "Bild" und erteilte damit dem FC die erste Absage bei der Trainersuche.

Wie bei Büskens, ist auch die Zukunft von Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski bei Bayer sowie die von Lucien Favre in Gladbach noch nicht sicher.

Dazu scharren nach der turbulenten Saison zahlreiche vereinslose wie Ralf Rangnick, Holger Stanislawski, Robin Dutt oder Marco Kurz wieder mit den Hufen und würden lieber heute als morgen wieder ins Bundesliga-Geschäft einsteigen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1 beleuchtet die Situation in den betroffenen Mannschaften.

1. FC Köln

Die "Geißböcke" werden ohne Trainer Frank Schaefer den Gang in die Zweite Liga antreten. Das war bereits klar, diesen Beschluss hatte Schaefer bereits angekündigt.

Die Suche nach seinem Nachfolger läuft auf Hochtouren, wobei Büskens mit seiner Absage erste Fakten geschaffen hat. Zuvor habe er mit seiner Familie in Ruhe seine Zukunftsoptionen besprochen, so Büskens.

Nach der Absage deutet nun einiges auf einen Verbleib im beschaulichen Fürth hin.

In Köln konzentrieren sich die Bemühungen jetzt auf Holger Stanislawski, der nach seiner Entlassung bei 1899 Hoffenheim im Februar ohne Verein ist und zu haben wäre. Laut "Express" haben bereits Gespräche mit "Stani" stattgefunden.

Borussia Mönchengladbach

Eigentlich ist die Situation bei den "Fohlen" rosig. Nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Saison schlossen die Gladbacher die Saison sensationell auf Platz vier ab und spielen in der kommenden Spielzeit gar um die Teilnahme an der Champions League.

Dennoch ranken sich um den Trainer und Vater des Erfolges, Lucien Favre, Abschiedsgerüchte. Mit Marco Reus, Dante und Roman Neustädter verlassen drei Stützen den Verein. Trotz knapp 22 Millionen an Ablöseeinnahmen hat die Borussia noch keinen Zugang vermeldet.

Ein Szenario, das dem Schweizer, der noch einen Vertrag bis 2013 besitzt, bekannt vorkommt. In der Saison 2008/2009 führte er Hertha BSC auf den vierten Platz und musste danach Eckpfeiler wie Andrey Voronin, Marko Pantelic und Josip Simunic abgeben.

Im Folgejahr stieg Berlin ab, Favre wurde nach dem 7. Spieltag bereits entlassen.

Der "Express" berichtet, der 54-Jährige steht kurz vor Vertragsverlängerung bis 2015, doch perfekt ist noch nichts. Auch wenn Sportdirektor Max Eberl sagt: "Für uns gibt es keinen Grund, Lucien Favre abzugeben."

Doch besonders bei Bayer Leverkusen soll Favre hohes Ansehen genießen.

Bayer Leverkusen

Dort könnte Favre Leverkusen nach der turbulenten Saison wieder zu einem Spitzenteam formen. Am Rhein führte das Duo Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski nach der Entlassung von Robin Dutt den Werksklub zwar am Ende in die Europa League, verhinderte somit aber nur eine komplett verkorkste Saison.

Der Finne, der als Teamchef fungiert, weil er noch keine Trainerlizenz aufweisen kann, und Trainer Lewandowski haben bei der Mannschaft ein hohen Ansehen und somit gute Chancen, auch in der kommenden Saison das Kommando auf der Bayer-Bank zu haben.

Sportdirektor Rudi Völler sagte dazu: "Neben den Ergebnissen spielt auch die Arbeit mit der Mannschaft eine Rolle. Und die war beeindruckend. Hyypiä ist unser erster Gesprächspartner."

Der Finne müsste nur sein Einverständnis geben, hegt aber anscheinend noch letzte Zweifel.

Somit könnte Lucien Favre ins Spiel kommen, wenn Hyypiä sich doch anders entscheiden sollte.

Doch auch Mike Büskens, Ralf Rangnick und FCN-Coach Dieter Hecking werden als mögliche Nachfolger gehandelt.

FC Augsburg

Beim FC Augsburg scheint die Trainerfrage entschieden. Der Abschied von Jos Luhukay wurde nach dem letzten Spieltag bestätigt. Trotz des sensationellen Klassenerhalts nahm der Niederländer nach Differenzen mit Präsident Walter Seinsch seinen Hut.

Sein Nachfolger scheint mit Markus Weinzierl auch bereits festzustehen, offiziell ist allerdings noch nichts.

Der aktuelle Trainer von Jahn Regensburg kämpft noch mit seiner Mannschaft in der Relegation um den Aufstieg in die Zweite Liga gegen den Karlsruher SC. Danach könnte es zu einer Einigung kommen.

"Wir sind in Gesprächen, aber ich kann noch nicht sagen, wann wir Vollzug vermelden können, es soll natürlich zeitnah sein", sagt Augsburgs designierter Sportchef Manfred Paula im Gespräch mit SPORT1.

Luhukay wäre dagegen bei einem möglichen Abgang von Favre ein Kandidat in Mönchengladbach. Der 48-Jährige war bereits zwischen 2007 und 2008 bei den "Fohlen" und führte sie in dieser Zeit zum Aufstieg in die Bundesliga.

SpVgg Greuther Fürth

Sollte Büskens das "Kleeblatt" verlassen, würde es das Abenteuer Bundesliga mit einem neuen Trainer angehen müssen.

Für die Spielvereinigung wäre das ein schwerer Schlag, ist Büskens doch die Symbolfigur des Aufstiegs.

Sollte die Planstelle in Franken frei werden, gäbe es mit Trainern wie Robin Dutt oder Marco Kurz mögliche Kandidaten.

Hertha BSC

Auch die Hertha muss sich in der kommenden Saison nach einem neuen Coach umschauen. Trainer-Methusalem Otto Rehhagel hat noch die beiden Relegationsspiele gegen Düsseldorf Zeit, mit der "alten Dame" seine Mission Klassenerhalt zu erfüllen. Danach will "König Otto" abtreten.

Wie begehrt die Trainerbank in der Hauptstadt sein wird, hängt auch maßgeblich vom Ausgang dieser Spiele ab.

Als Favorit gilt Ralf Rangnick, der mit seiner Erfahrung den Traditionsklub endlich in ruhige Gewässer führen soll. Rangnick trat im September 2011 wegen eines Burn Outs bei Schalke 04 zurück, will aber zur kommenden Saison wieder angreifen.

Doch auch Luhukay, Stanislawski, Dutt oder Kurz könnten Kandidaten für eine Nachfolge von Rehhagel sein.

So oder so, zu Beginn der neuen Saison werden vielerorts die Karten neu gemischt.

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