Thomas Müller (r.) und Arjen Robben wurden zuletzt 2010 mit Bayern Pokalsieger © getty

Bayern will die nächste Pleite gegen Meister Dortmund vermeiden und selbst den ersten Titel holen. Müller hofft auf ein Zeichen.

Von Björn Seitner

München - Es ist das große Finale im Kampf um die deutsche Fußball-Krone.

Double für Meister Borussia Dortmund oder der erste von zwei möglichen Titeln für den FC Bayern?

Für die Münchner ist die Sache klar: Im DFB-Pokalfinale (Sa., ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) soll die Revanche für zuletzt vier Pleiten gegen den BVB in Serie her.

"Wir haben natürlich Wut im Bauch. Wir müssen denen das Stoppschild reinhauen!", fordert der hochmotivierte Thomas Müller.

Pleite in Dortmund noch im Hinterkopf

Genau einen Monat und einen Tag wird es am Abend des Endspiels in Berlin her sein, dass Bayern im Dortmunder Signal Iduna Park eine bittere 0:1-Pleite kassierte und die Meisterschaft aus der Hand gab.

Es folgte der Einzug ins Champions-League-Finale und zuletzt drei Siege in der Bundesliga (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Das souveräne 4:1 gegen Köln (Nachbericht), bei dem die Münchner den FC in die Zweite Liga schossen, "war ein Test auf das Pokalspiel. Das war die Generalprobe, und die ist geglückt", erklärte FCB-Keeper Manuel Neuer zufrieden.

"Wir haben die drei Spiele, in denen es um nichts mehr ging, gewonnen und damit den Dortmundern ein wichtiges Zeichen gesandt", glaubt Müller und macht sich damit auch ein bisschen selber Mut.

Müller: Ein Zeichen setzen

Denn auch der BVB hat sich keinen Ausrutscher erlaubt, die Saison souverän zu Ende gebracht und diverse Bestmarken aufgestellt.

Nicht zuletzt der Punkterekord von 81 Zählern, die 80 erzielten Tore und 28 ungeschlagene Partien in Folge sprechen für sich.

Geht es nach Müller, müssen die Bayern noch rechtzeitig ein Ausrufezeichen setzen: "Wir wollen denen zeigen: Leute, es geht jetzt nicht die nächsten fünf Jahre so weiter."

[kaltura id="0_z16mgwdx" class="full_size" title="Hoene Champions League Finale ist weit weg"]

BVB das Double wegschnappen

Trotz des Champions-League-Finales, das die Elf von Trainer Jupp Heynckes eine Woche später in der eigenen Arena bestreitet, sei allen Bayern bewusst, "was da auf dem Spiel steht in Berlin", erklärte Müller weiter.

"Dass Dortmund schon Meister wurde, bringt keine zusätzliche Brisanz", spielt Arjen Robben die Entscheidung in der Bundesliga im "kicker" zwar herunter.

Doch auch wenn man in München allgemein zugibt, dass der "Henkelpott" das größte Ziel sei, kann der Rekordmeister - Bayern steht vor dem 16. Pokalsieg - Dortmund das Double wegschnappen und die Saison noch erfolgreicher als der BVB gestalten.

Robben will Wiedergutmachung

Vor allem Robben wird für die Partie vor 74.244 Zuschauern besonders motiviert sein.

Zwei Riesenchancen vergab der Niederländer am 30. Spieltag gegen Dortmund und musste dafür viel Kritik einstecken.

Nach seinem durch BVB-Keeper Roman Weidenfeller parierten Strafstoß wurde der 28-Jährige von BVB-Verteidiger Neven Subotic förmlich zusammengebrüllt.

Kein Wunder also, dass der 28-Jährige heiß ist und Wiedergutmachung betreiben will: "Wir brennen alle. Wir wollen gewinnen."

Den Fehlschuss habe er verarbeitet: "So etwas gehört zum Fußball, leider. Aber das ist kein Thema mehr für mich."

"Amüsiert euch, aber übertreibt's nicht."

Heiß ist aber auch die Gegenseite: "Wir wollen das Double! Das gab's in der 103-jährigen BVB-Geschichte noch nie", weiß Kevin Großkreutz.

Dortmund-Coach Jürgen Klopp steht außerdem zum ersten Mal im Endspiel und will den Titel unbedingt gewinnen.

Seinem Team verbot er deshalb schon eine allzu ausschweifende Meisterfeier: "Amüsiert euch, aber übertreibt's nicht."

Wird Dortmund also Schale und Pokal bejubeln? Oder müssen diesmal die Bayern ihre Feier verschieben?

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