Trainer Mike Büskens führte Greuther Fürth vor kurzem in die Erste Liga © getty

Wenige Stunden nach dem Abstieg tagen die FC-Bosse und wollen angeblich den Fürther Coach. Schmadtke bittet um Geduld.

Von Mathias Frohnapfel und Thorsten Mesch

München - Nicht einmal 24 Stunden nach dem Abstieg liefen beim 1. FC Köln die Zukunftsplanungen schon auf Hochtouren.

Am Sonntagnachmittag um 14 Uhr verließen FC-Präsident Werner Spinner, Vize Markus Ritterbach, Vize Toni Schumacher und Verwaltungsratschef Werner Wolf das Geißbockheim.

Angebliches Ergebnis der außerordentlichen Sitzung: Mike Büskens, mit Greuther Fürth gerade erst aufgestiegen, soll laut "Bild" neuer Trainer werden.

Bereits vor der 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern München hatte es intensive Gespräche gegeben (NACHBERICHT: Köln im Abstiegsinferno).

Laut Büskens selbst gebe es "eine Tendenz. Aber die möchte ich mit meiner Familie in Ruhe besprechen. Ich will selbst Klarheit, deshalb gibt es eine zeitnahe Entscheidung."

Vielleicht noch heute?

Schmadtke: "Werde mir eine Auszeit nehmen"

Auch über den Posten des Sportdirektors wurde gesprochen.

Jörg Schmadtke, der bei Hannover 96 aufhört, ist weiterhin der Wunschkandidat der Kölner - allerdings ist dieser nicht kurzfristig verfügbar (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bei "Sky" bat Schmadtke um Geduld bezüglich seiner Entscheidung: "Ich kann ausschließen, dass ich in den nächsten Wochen nach Köln wechsle. Das gilt für jeglichen Verein. Ich werde mir eine Auszeit nehmen müssen."

Schaefer als Sportchef?

Eine Alternative könnte Frank Schaefer sein, wie der "Kölner Stadtanzeiger" vermutet (INTERVIEW: Schaefer will "neues Gesicht").

Schaefer, der nach der Entlassung von Trainer Stale Solbakken in der Schlussphase der Saison als Coach eingesprungen war, verriet selbst bisher nur, dass er am "Prozess des Neuaufbaus" beteiligt sein wird.

Schaefer hatte aber bereits angekündigt, als Coach nicht weitermachen zu wollen.

30 Millionen Euro Schuldenlast

Die Regenerationsphase hat im Rheinland also bereits begonnen - plus Aufbauarbeiten rund um einen Verein am Tiefpunkt 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag) .

Die Kölner bereiten sich auf einen steinigen Weg vor, zumal den Klub Schulden in Höhe von rund 30 Millionen Euro drücken.

Ab Juli hat der FC über 30 Spieler unter Vertrag, weil elf ausgeliehene Profis zurückkehren. Der Verein wird seinen Kader verkleinern und auch wohl Leistungsträger abgeben müssen, um finanziell in der Zweiten Liga überleben zu können.

Austiegsklauseln bei Rensig, Lanig und Riether

Laut "kicker" soll Torwart Michael Rensing eine Ausstiegsklausel von 500.000 Euro haben, Martin Lanig soll demnach für 700.000 Euro gehen können, bei Sascha Riether soll die Summe bei 1,8 Millionen Euro liegen.

"Aufräumen müssen wir auf jeden Fall. In der Zweiten Liga ist das ein bisschen schwerer. Aber da müssen wir jetzt durch", erklärt Vizepräsident und FC-Legende Schumacher.

Horstmann: "Brauchen jetzt harte Arbeit"

Zur Disposition steht Geschäftsführer Claus Horstmann. Er selbst schließt einen Rücktritt aus. Eine Entlassung wäre für den FC wohl zu teuer.

"Hinschmeißen ist für mich nicht das Verständnis von Verantwortung übernehmen", sagt er. "Wir brauchen jetzt einen klaren Blick, harte Arbeit und eine sportliche Doppelspitze mit Kompetenz und Teamfähigkeit."

Allerdings ist auch Horstmann klar, dass die Startvoraussetzungen für den FC nicht die besten sind.

"In der Zweiten Liga verlieren wir 30 Prozent unseres Umsatzes", rechnet er vor.

Platzt der Lukimya-Transfer noch?

Der bereits als perfekt gemeldete Wechsel von Assani Lukimya (Fortuna Düsseldorf) droht außerdem zu scheitern.

Laut Horstmann gilt Lukimyas Vertrag beim FC "nur für die Erste Liga".

Die Kölner müssen nun dringend an ihrem Kader für die neue Saison arbeiten.

Nachwuchsarbeit gewinnt an Bedeutung

Zumindest erste Wegweiser für die Zukunft haben die neuen Bosse um Präsident Spinner schon aufgestellt.

"Wir werden auf den Nachwuchs setzen", sagt Spinner und gibt demonstrativ nicht den direkten Wiederaufstieg als oberstes Ziel aus.

Und weiter: "Wir bitten für diese Arbeit um Zeit und Geduld."

Wer wird neuer Trainer?

Zu allererst braucht der FC für die kommenden Aufgaben einen neuen Trainer.

Neben Büskens ist auch Holger Stanislawski ist im Gespräch.

Zudem ist eine Rückkehr von Jos Luhukay denkbar. Der Ex-Augsburg-Coach arbeitete von 2002 bis 2005 in Köln als Co-Trainer.

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