SPORT1-Experte Thomas Strunz analysiert in seiner Kolumne die Gründe für den Kölner Absturz und schätzt Herthas Chancen ein.

Hallo Fußball-Freunde,

in der freien Wirtschaft wäre der 1. FC Köln ein Sanierungsfall. Nach dem Abstieg würden jetzt Unternehmensberater kommen und sich alles anschauen.

Im Fußball funktioniert so etwas aber anders. Da sind mit Werner Spinner, Toni Schumacher und Markus Ritterbach drei neue Köpfe im Vorstand.

Und die wollen alles wieder besser machen.

Ich bin gespannt, wie die neuen Herren das anstellen wollen.

Denn es ist noch nicht abzusehen, wie die Mannschaft nach dem Abgang von Lukas Podolski aussehen wird.

Der Abstieg wirft viele Fragen auf: Man denke nur daran zurück, wie häufig im Laufe der Saison das System von Ex-Trainer Stale Solbakken kritisiert wurde.

Die Spieler haben oft gar nicht gewusst, was sie machen müssen. Sie sind ohne Aggressivität und ohne Zweikampf in die Spiele gegangen.

Da frage ich: Warum wird einem Trainer noch Zeit gegeben, wenn man die ganze Zeit schon merkt, dass es mit ihm nicht funktioniert?

Stattdessen wird der Sportdirektor Volker Finke entlassen - nur um dann drei Wochen später den Trainer doch abzuschießen. Da sind Dinge passiert, die eine Mannschaft schwer verstehen kann.

Aber auch im Team gab es überhaupt keine Einigkeit mehr. Und das Spiegelbild dessen ist dann, was auf dem Rasen passiert.

Der Fisch fängt nun mal immer am Kopf an zu stinken.

Die Hertha hat vom dem Absturz der Kölner profitiert und sich in die Relegation gerettet, wo es nun gegen Fortuna Düsseldorf geht.

Für mich stehen die Chancen bei 50:50. Hertha hat eine Rückrunde gespielt, die man nicht für möglich gehalten hat, nachdem die Berliner noch 20 Punkte in der Vorrunde geholt hatten.

Normalerweise ist jede Mannschaft mit 31 Punkten in der Vergangenheit abgestiegen. Diesmal reicht das für die Relegation.

Das zeigt auch, dass die Hertha selbst nicht viel dazu beigetragen hat, dass sie noch in der Liga ist.

Sie haben davon profitiert, dass zwei Mannschaften einfach noch schlechter waren.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Kia Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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