Bayern erhöhte gegen Köln sein Torkonto auf 77 Treffer © getty

Der Bayern-Coach baut zum Saisonfinale in Köln sein Team um und gibt einen Hinweis, wie man gegen Chelsea spielen könnte.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Die Späher von Chelsea werden in Köln beim Blick auf Bayerns Aufstellung ihre helle Freude gehabt haben.

Denn beim 4:1-Sieg (Nachbericht) war die Viererkette mit Anatoliy Tymoshchuk als Innenverteidiger und Diego Contento auf der linken Außenbahn besetzt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und die im Champions-League-Finale gegen Chelsea gesperrten Defensivspezialisten Holger Badstuber und David Alaba schauten genauso wie Mittelfeldmann Luiz Gustavo nur zu 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag) .

Dafür spielten Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger auf der Doppel-Sechs, Thomas Müller rückte auf Kroos' zentrale Position in der offensiven Dreierreihe.

So könnte Bayern auch gegen Chelsea auflaufen.

"Eine Variante ausprobiert"

"Das kann eine Formation sein, ich habe eine Variante probiert", gestand Jupp Heynckes bei LIGA total!

Zum Spiel der Spiele am 19. Mai in der Allianz Arena wird er eine Elf finden müssen, in der die Automatismen greifen.

Zudem muss Chelseas Kraftfußball, inklusive Sturmtank Didier Drogba, gestoppt werden.

Heynckes traut Jungspund Contento zu, dabei einen wichtigen Part zu leisten.

"Er hat ein sehr ordentliches Spiel gemacht, er hat in den letzten Wochen immer wieder Bundesliga-Minuten gehabt", sagte er über den 21-Jährigen.

Heynckes hält sich "andere Optionen" offen

Womöglich könnte aber auch Außenverteidiger Rafina das Rennen machen, wie Heynckes andeutete: "Es gibt noch andere Optionen."

Der Trainer-Routinier gratulierte Meister Dortmund noch zu einer "großartigen Saison" und lobte sein Team dafür, "sehr seriös" beim Kellerkind Köln aufgetreten zu sein.

Bayern schenkte nicht ab, so konnte sich Berlin an den "Geißböcken" vorbei auf den Relegationsplatz schieben.

Das war es aber auch schon mit Heynckes' Kommentierung zur abgelaufenen Bundesliga-Saison.

[kaltura id="0_d85o9kgt" class="full_size" title="Kahn und Becker warnen vor Chelsea"]

Der Rhythmus soll stimmen

Schließlich ist ein Vizemeister-Titel für die Münchner in etwa so reizvoll wie ein Ausflug in den Englischen Garten bei Regenwetter.

Heynckes hob daher hervor, wie wichtig es gewesen sei, "im Rhythmus zu bleiben und die Spannung hochzuhalten für unsere beiden Endspiele".

Im DFB-Pokalfinale gegen Dortmund am kommenden Samstag und anschließend im Königsklassen-Endspiel soll Bayern mit der richtigen Betriebstemperatur ankommen.

Schließlich geht es um nicht weniger als die Vorherrschaft im deutschen und danach im europäischen Fußball.

Gomez gratuliert der Konkurrenz

"Es ist immer besser, wenn du die ganze Woche mit einem Sieg im Rücken trainierst. Die Stimmung ist dann eine andere", meinte daher Mario Gomez.

26-mal traf er in dieser Spielzeit und damit dreimal weniger als Schalkes Klaas-Jan Huntelaar.

"Glückwunsch an Huntelaar. Er hat eine überragende Saison gespielt", gratulierte er.

Gomez hakte seine kleine, persönliche Enttäuschung nach dem Spiel gegen Köln rasch ab, zumal es für die Roten nicht mehr als eine Trainingseinheit vor großer Kulisse war.

"Wenn wir gegen Chelsea auch 4:1 gewinnen..."

Doppel-Torschütze Thomas Müller sah das ähnlich.

"Das Spiel ist nicht gerade ein Gradmesser gewesen", sagte er und scherzte: "Wenn wir gegen Chelsea auch 4:1 gewinnen, ist der Test gelungen."

Wie die Bayern intern die Rangfolge vor den Finalspielen sehen, machte indes Arjen Robben klar.

Robben fordert "zwei perfekte Tage"

"Wir haben zwei Endspiele: Erst gegen Dortmund und dann kommt das richtig große."

Der Niederländer forderte: "Man muss aber zwei perfekte Tage haben und präsent sein. Es werden zwei enge Spiele und kleine Details werden entscheiden."

Gegen Köln traf Robben mit einem fulminanten Schuss, die Vertragsverlängerung bis 2015 schien ihn zu beflügeln.

Lob für die Final-Kandidaten

"Es ist ein perfekter Zeitpunkt gewesen, zu unterschreiben", meinte der Edeltechniker.

"Richtig gut" fand er die Vorstellung der Champions-League-Finalkandidaten Contento, Tymoshchuk und Müller.

Nur Kapitän Philipp Lahm mäkelte: "Wir waren zu oft unkonzentriert, haben zu viele Abspielfehler gemacht. Berauschend war das nicht."

Ob die Späher von Chelsea die gleichen Schlüsse gezogen haben, ist ungeklärt.

Weiterlesen