Köln muss nach einer Chaos-Saison zu Recht den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Für Spannung sorgte nur Herthas Schwäche.

Am Ende reicht ein Blick auf die nackten Zahlen: 75 Gegentreffer, nur zwei Siege in der Rückrunde, Tabellenplatz 17.

Selten war ein Abstieg wohl verdienter als der des 1. FC Köln.

Dass es bis zum letzten Spieltag überhaupt spannend blieb, lag nur daran, dass Konkurrent Hertha BSC ebenso wenig erstligareif war wie die traurigen "Geißböcke".

Dieser Abstiegs-Krampf war ein hervorragendes Argument für die Abschaffung der Relegation.

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Die Berliner schafften immerhin aus eigener Kraft den Einzug in die Endspiele gegen den Zweitliga-Dritten, weil sie im Gegensatz zu den letzten Wochen diesmal doch noch ihre allerletze Chance beim Schopf packten.

Was aber auch daran lag, dass Hoffenheim den markigen Ankündigungen von Trainer Markus Babbel vor dem Showdown mit seinem Ex-Klub keine Taten folgen ließ, sondern dem Ruf einer graumäusigen Legionärs-Truppe wieder mal gerecht wurde.

Und am schwachen Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, der mit dem völlig ungerechtfertigten Platzverweis gegen Ryan Babel für eine 50-minütige Überzahl der Herthaner sorgte - denen er kurz darauf allerdings auch einen klaren Elfmeter verweigerte.

Vermutlich wäre das bittere Ende der Trainer-Karriere von Otto Rehhagel mit dessen zweiten Abstieg besiegelt worden, wenn ein etwas motivierterer Gegner nach Berlin gekommen wäre.

Doch damit können sich die Kölner sicher nicht herausreden, denn das Restprogramm mit dem FC Bayern als letztem Gegner war ja seit Wochen bekannt.

Der fünfte Bundesliga-Abstieg in den letzten 14 Jahren wurde nicht am Samstag verspielt, wenngleich die abenteuerlichen konditionellen und defensiven Defizite auch beim 1:4 überdeutlich wurden.

Die Angst einflößende Randale nach dem Schlusspfiff passte da ins Bild, denn die seit Monaten mit Gewaltexzessen auffallenden Kölner Hooligans haben dem Abstieg noch mehr verdient als die Mannschaft.

Der Verein hat aber auch fast alles getan, um professionelles Arbeiten so gut wie unmöglich zu machen.

Praktisch die ganze Saison über herrschte Dauer-Chaos mit Präsidenten-Rücktritt, Promille-Fahrten der Spieler und Rauswürfen von Sportdirektor und Trainer.

Traurig, aber wahr: Der erste Bundesliga-Meister hat sich seinen tiefen Absturz selbst zuzuschreiben.

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