Cacau bestritt 346 Pflichtspiele für den VfB Stuttgart
Cacau feiert mit den Stuttgarter Fans den Sieg gegen den VfL Wolfsburg © getty

Stuttgart dreht gegen Wolfsburg ein 0:2, verpasst aber den direkten Europa-League-Platz. Das Stürmer-Duell endet mit einem Remis.

Stuttgart - Cacau strahlte, Patrick Helmes schmollte: Doch der erste Eindruck der Stürmerrivalen täuschte.

Das Fernduell der Nationalspieler um einen EM-Platz endete beim 3:2 (0:1) des VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg und je einem Treffer der Torjäger unentschieden (Spielbericht: VfB siegt nach Rückstand).

Und der eigentliche Verlierer Helmes durfte sich sogar ein bisschen als Gewinner fühlen, auf den ein Happy End mit dem Titel "Europameisterschaft statt Europa League" warten könnte.

Elftes Tor im elften Spiel

Mit seinem elften Tor im elften Spiel in Folge gab "Wölfe"-Stürmer Helmes zum Abschluss der Saison noch einmal eine überzeugende Bewerbung bei Bundestrainer Joachim Löw ab, der am Montag seinen vorläufigen EM-Kader benennen wird.

Geht es nach VfL-Trainer Felix Magath, übrigens einem früheren Helmes-Chefkritiker, führt für Löw gar kein Weg vorbei am Mann der Stunde mit Namen Helmes. Trotz der verpassten Europa-League-Qualifikation der Wolfsburger (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bewerbung für Löw

"Ich weiß nicht, was es da zu überlegen gibt", sagte Magath und brach eine Lanze für den formstarken 28-Jährigen, den er in der Vorrunde noch zur VfL-Reserve verbannt hatte.

Wenn der Bundestrainer schon vor vier bis sechs Wochen mit einer Helmes-Nominierung geliebäugelt habe, "und Patrick seitdem sechs bis acht Treffer erzielt hat, weiß ich nicht, was es zu überlegen gibt", betonte Magath.

"Beschäftige mich null damit"

Der vielgelobte Helmes selbst gab sich nach seinem zwölften Tor im 16. Saisonspiel (28.) in punkto Ukraine und Polen zurückhaltend.

"Ich bin gefühllos und beschäftige mich null damit", sagte Helmes mit Blick auf das anstehende Löw-Votum.

Cacau rechnet mit Herzschlagfinale

Sein Hauptkonkurrent Cacau rechnet mit einem Herzschlagfinale im Rennen um den Alternativ-Platz hinter den gesetzten Mario Gomez und Miroslav Klose.

"Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss. Aber ich hoffe natürlich, dabei zu sein", sagte der gebürtige Brasilianer, der zuletzt seinen Stammplatz im Sturm der Schwaben verloren hatte und deshalb um die EM zittert.

In den vergangenen sechs Partien hatte Cacau nicht mehr in der VfB-Stammelf gestanden. Gegen Wolfsburg durfte der 31-Jährige dann von Beginn an ran - und leitete mit seinem achten Saisontreffer zum Anschluss (73.) die Aufholjagd nach einem 0:2-Rückstand ein 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag) .

VfB muss in die Qualifikation

Stuttgarts Coach Bruno Labbadia jedenfalls rechnet mit einer Nominierung seiner Nummer 18:

"Ich glaube, seine Chance ist gut. Er ist ein Stürmertyp, der der Nationalmannschaft gut zu Gesicht steht. Cacau hat heute untermauert, wie wertvoll er ist", lobte Labbadia, dessen Mannschaft das Spiel dank der Treffer von Maza (77.) und Ibrahima Traore (79.) binnen sieben Minute drehte.

Zu Platz fünf und der direkten Qualifikation für die Europa League reichte es dennoch nicht. Was bedeutet, dass der VfB am 23./30. August in die zweite Runde des internationalen Wettbewerbs einsteigen muss.

Magath hakt "Saison des Umbruchs" ab

Auch Wolfsburg durfte sich nach der Führung durch Helmes und Marco Russ (60.) über 70 Minuten lang als Teilnehmer der Europa-League-Qualifikation fühlen.

Doch als Hannover 96, der Konkurrent im Rennen um Platz sieben, seine Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:2) drehte, brachen bei den "Wölfen" alle Dämme.

"Als auf der Anzeigetafel die Führung von Hannover zu sehen war, war bei uns die Moral weg", erklärte Magath und hakte die wechselhafte Spielzeit als "Saison des Umbruchs" ab.

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