BVB-Meisterjubel: Kapitän Kehl und Co. feiern die Titel-Verteidigung © getty

Nach Schale und der Freiburg-Gala ist Dortmund noch lange nicht satt - und heiß auf den DFB-Pokal. Klopp schwärmt.

Von Christian Paschwitz undChristian Arias Losada

Dortmund/München - Nackt war's. Und nass war's.

Ausgiebig badeten Borussia Dortmunds Meisterspieler per Champagnerflaschen-Dusche alles und jeden, der sich ihnen in den Weg stellte. Meist mit freiem Oberkörper unterwegs.

Roman Weidenfeller wollte die Schale zeitweise gar nicht mehr aus den Händen geben, die er und sein Team kurz zuvor von BVB-Präsident Reinhard Rauball in dessen Funktion als Liga-Chef im schwarz-gelben Konfettiregen überreicht bekommen hatte.

Schon der Aufgalopp zu einer wahrscheinlich langen BVB-Nacht hatte es mächtig in sich.

"Diese Meisterschaft mit 81 Punkten ist keine normale Meisterschaft", jubilierte Kevin Großkreutz bei SPORT1. "Darüber reden die Menschen hier noch in 50 Jahren."

BVB lässt Bestmarken purzeln

Bei LIGA total! ergänzte Sebastian Kehl: "Im letzten Jahr sind wir überraschend Meister geworden. In diesem Jahr waren die Vorzeichen andere. Dass wir trotzdem noch etliche Rekorde aufgestellt haben, zeigt, wie intakt diese Mannschaft ist."

Der Kapitän zelebrierte die eindrucksvollen Zahlen - und maß ihretwegen dem Titel 2012 noch mehr Bedeutung bei als dem des Vorjahres:

"Dieser Meistertitel ist für mich persönlich mehr wert als im letzten Jahr."

Zahlreiche Bestmarke

81 Zähler, 80 Tore, 47 Zähler in der Rückrunde, 28 Spiele ohne Niederlage:

Mit der 4:0 (4:0)-Gala gegen den SC Freiburg (Bericht) übertraf der BVB nicht nur die Bestmarke des FC Bayern (79 Punkte in den Spielzeiten 1971/72 und 1972/73).

Schwarz-Gelb knackte obendrein den sechs Jahre alten Halbserien-Rekord der Münchner um drei Zähler. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Geschlagen geben mussten sich Borussen zuletzt am 18. September beim 1:2 in Hannover. ( 554153 DIASHOW: Der 34. Spieltag )

Piszczek: "Rekord immer im Hinterkopf"

"Natürlich hatten wir die Rekorde immer im Hinterkopf", bekannte Lukasz Piszczek bei SPORT1. "Das war die ganze Woche ein Thema."

Der Vater des Erfolgs ("Stolzer als ich auf meine Mannschaft kann keiner sein") zeigte sich denn auch völlig gelöst: "Das hat die Saison gekrönt", sagte Jürgen Klopp bei LIGA total!.

Der Coach ergänzte: "Ich hatte den Jungs gesagt: Wenn wir in 30 Jahren auf etwas zurückblicken wollen, was ? vielleicht ? bis dahin kein Anderer mehr geschafft hat, dann sollten wir uns um die drei Punkte noch mehr bemühen als sonst."

Und um das Zahlen-Jonglieren komplett zu machen, meinte Sportdirektor Michael Zorc:

"Die alte Bestmarke war über 40 Jahre alt. Das zeigt, welch gigantische Leistung das war. Davor kann ich nur den Hut ziehen."

Historisches auch im Pokal?

Und dennoch: In die Euphorie mit den Fans, die sich nach Abpfiff freudetrunken Rasenstücke aus der Dortmunder Arena als Andenken sicherten, mischte sich auch gleich wieder Anspannung und Konzentration auf das Pokalfinale am nächsten Samstag gegen die Bayern.

"Dort können wir erneut Historisches erreichen", so Mats Hummels, während Doppe-Torschütze Jakub Blaszczykowski (5. und 39.) anfügte: "Wir sind noch nicht satt."

Die beiden anderen Treffer beim Schaulaufen des Meisters erzielte Robert Lewandowski mit seinen Saisontoren Nummer 21 und 22 (20. und 27.).

Kehl: "Noch nicht am Zenit"

"Nächste Woche wäre das i-Tüpfelchen in der Dortmunder Geschichte", meinte Kehl bei "Sky".

Um die Zukunft ist dem Ex-Nationalspieler sowieso nicht bange: "Wir sind noch nicht am Zenit, was schon an unserer Alterstruktur liegt und auch daran, wie man unseren Trainer kennt."

Kehl betonte indes: "Nächste Saison geht es wieder bei Null los, die Bayern werden wieder attackieren. Zwei, drei Jahre in München ohne Meisterschaft ist nicht denkbar."´

Barrios sagt Adieu - auch Kagawa vor Abschied

Nicht mehr dabei sein beim Duell mit dem Rekordmeister in der nächsten Saison wird Lucas Barrios - und voraussichtlich auch Shinji Kagawa.

"Am 12. Mai mache ich mein letztes Spiel für Dortmund, danach wechsele ich zu Manchester United", wird der Japaner bei "TV Osaka" zitiert. ( 492198 DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt )

Lewandowski wiederum wich Fragen zu seiner Zukunft aus:

"Wir haben noch ein Spiel gegen die Bayern, und dann konzentriere ich mich auf die Europameisterschaft."

Was Kehl indes mit den Worten kommentierte: "Zu mir hat er gesagt, dass er bleibt."

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