Der Albaner Altin Lala kam 1998 von Borussia Fulda zu Hannover 96 © getty

96 ist wieder international dabei. Ein Urgestein verabschiedet sich, der Präsident kämpft um Schmadtke. Balakov spricht Klartext.

Hannover - Das Team feierte sich und das scheidende Urgestein Altin Lala, Trainer Mirko Slomka jubelte.

Nur Jörg Schmadtke machte ein Gesicht, als hätte sich Hannover 96 nicht erneut für die Europa League, sondern für die 2. Liga qualifiziert.

Einer Wasserdusche durch die nach dem 2:1 (1:1)-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern (Spielbericht) freudetrunkenen 96-Profis konnte der Sportdirektor noch durch eine geschickte Körpertäuschung entgehen, nicht ausweichen konnte der 48-Jährige jedoch den bohrenden Fragen nach seiner Zukunft.

Kind hofft noch

"Natürlich ist das kein einfacher Moment für mich, obwohl der Erfolg die Bestätigung der Arbeit der vergangenen Jahre ist", sagte der ehemalige Torhüter, den es aus familiären Gründen zurück in den Westen zieht 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag) .

Die Zeichen stehen klar auf Abschied: "Ich werde so handeln, wie ich es für richtig halte." Auch wenn Martin Kind die Hoffnung nicht aufgibt.

"Es geht jetzt darum, dass Jörg Schmadtke in Ruhe darüber nachdenken kann, ob diese Entscheidung unbedingt notwendig ist", sagte der 96-Präsident bei LIGA total!.

Slomka lobt Schmadtke

Schmadtke hat dank seiner beharrlichen und fachlich hochklassigen Arbeit einen großen Anteil daran, dass sich die Niedersachsen zum zweiten Mal nacheinander auf der internationalen Bühne tummeln dürfen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Was für die Bayern die Champions League ist, ist für uns die Europa League", erklärte Slomka.

Der 44-Jährige lobte damit auch Schmadtke, mit dem er hinter den Kulissen so manchen Strauß ausgefochten hatte.

"Wir können stolz sein"

Für Jan Schlaudraff war der Einzug ins internationale Geschäft diesmal sogar noch wertvoller als im vergangenen Jahr.

"Wir haben ja diesmal 16 Spiele mehr und damit fast eine ganze Halbserie zusätzlich absolviert. Am Ende haben wir die vielen Spiele gespürt", sagte Schlaudraff zu SPORT1. "Das Aus in der Europa League hat uns auch nochmal einen Knacks gegeben. Und trotzdem haben wir es geschafft. Wir können stolz auf uns sein."

Schlaudraff hatte durch seine Übersicht auf dem Platz den Hauptanteil daran, dass Hannover nicht mit der Brechstange, sondern mit spielerischen Mitteln den Erfolg suchte und am Ende auch fanden.

Niedersachsen bleiben cool

Dabei hatte der frühe Rückstand durch einen platzierten Distanzschuss von Pierre de Wit (7.) nicht nur die 49.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Maschsee, sondern auch die Platzherren mächtig durchgerüttelt.

Zwar kam 96 in der 38. Minute durch ein Eigentor von Alexander Bugera zum Ausgleich, doch die 2:0-Führung des Fern-Konkurrenten VfL Wolfsburg in Stuttgart setzte die Roten gehörig unter Druck.

Doch die Norddeutschen verloren nicht die Geduld, ein Kopfballtreffer von Didier Ya Konan (71.) sorgte für die Entscheidung.

Ya Konan ist "sehr glücklich"

"Ich bin sehr glücklich, dass ich heute dazu beitragen konnte, die Mannschaft nach Europa zu schießen", sagte Ya Konan zu SPORT1.

"Erfreulich, dass die Spieler die Ruhe bewahrt haben", lobte Slomka, der aber bei aller Freude das Glücksmomentum nicht vergaß: "Es war schon ein Vorteil für uns, dass diesmal Platz sieben gereicht hat."

Im Vorjahr waren die Gastgeber mit dem vierten Rang aus der Saison gegangen.

Balakov spricht Klartext

Im Hannoveraner Trubel und dem Fan-Hype um den Albaner Lala, der den Verein nach 14 Jahren in Richtung FC Bayern II verlässt, waren die Pfälzer, von 2000 unverdrossenen Fans in den Norden begleitet, kaum mehr als tapfere Statisten.

Phasenweise wurde deutlich, warum der Traditionsklub den Gang in die 2. Liga antreten muss, speziell in der Offensive brachten die Gäste kaum etwas zustande.

"Ich habe heute eine sehr disziplinierte Mannschaft gesehen", meinte Trainer Krassimir Balakov zu SPORT1. Dann wurde der Bulgare deutlich: "Wenn man aber so klar absteigt, dann muss man sagen, dass die Mannschaft versagt hat."

Für Balakov ist klar, dass er in der Zweiten Liga mit einem weitgehend neuen Kader sportlich erst einmal wieder Boden unter die Füße bekommen muss: "Wir haben viel Arbeit vor uns und werden nun alles analysieren."

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