Großer Jubel in Berlin: Zwei Ben-Hatira-Treffer bringen der Hertha die Relegation © getty

In einer dramatischen Partie besiegen die Berliner zehn Hoffenheimer und überholen Köln. Ben-Hatira ist der Mann des Tages.

Berlin - Hertha BSC hat das kleine Fußballwunder geschafft und darf dank Änis Ben-Hatira weiter auf den Klassenerhalt hoffen.

Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel erkämpfte am letzten Spieltag dank eines Doppelpacks (14./78.) von Ben-Hatira ein 3:1 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim und schaffte noch den Sprung am 1. FC Köln vorbei auf den Relegationsplatz.

"Wir haben es mit Kampf und Leidenschaft geschafft", sagt ein sichtlich erleichterter Rehhagel nach der dramatischen Partie.

Nun richtet sich der Blick schon auf die Relegation.

"Ich glaube an den Klassenerhalt", sagte Hertha-Torwart Thomas Kraft bei Liga TOTAL!:Aber das wird eine schwierige Aufgabe, wie wir meistern müssen, um in der Liga zu bleiben."

Die von Herthas ehemaligem Trainer Markus Babbel betreuten Hoffenheimer blieben auch im vierten Spiel in Folge ohne Sieg und beendeten die Saison mit 41 Punkten im Tabellenmittelfeld. 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag)

"Es freut mich, dass sie es geschafft haben", sagte Babbel nach Abpfiff bei: "Ich drücke die Daumen, dass sie es nun schaffen."

Marvin Compper (85.) traf für 1899, Raffael (90.+2) setzte den Schlusspunkt für die Hertha.

Entscheidung am 15. Mai

In der Relegation hat Hertha am Donnerstag gegen den Drittplatzierten der Zweiten Liga zunächst Heimrecht - Kandidaten aus dem Unterhaus sind Fortuna Düsseldorf, der SC Paderborn und der FC St. Pauli.

Am 15. Mai fällt die Entscheidung im Rückspiel.

Anschließend ist das Engagement von Rehhagel, dessen Bilanz mit drei Siegen in bislang zwölf Spielen eher mager ausfällt, in Berlin beendet.

Hertha mit viel Engagement

Hertha gefiel vor 51.837 Zuschauern von Beginn an durch großes Engagement und zeigte endlich den Einsatz, den sich die Fans in den vergangenen Wochen so oft vergeblich gewünscht hatten.

Die Rehhagel-Schützlinge jagten jedem Ball hinterher und machten die Räume eng.

Im Spiel nach vorne agierten die Hausherren zunächst noch gehemmt, hatten aber beim Führungstreffer das nötige Glück.

Ben-Hatira trifft per Freistoß

Ein langer Freistoß von Ben-Hatira segelte durch den Strafraum an Freund und Feind vorbei ins lange Eck.

Auch Hoffenheims Keeper Tom Starke, der nach der Verpflichtung von Nationalkeeper Tim Wiese wohl sein letztes Spiel als Nummer eins machte, blieb nur das Nachsehen.

Hoffenheim lässt sich Schneid abkaufen

Hoffenheim, dessen Trainer Babbel vor dem Spiel jegliche Schützenhilfe für seinen Ex-Klub untersagt hatte, ließ sich im ersten Durchgang von den Berlinern den Schneid abkaufen.

Lange kamen die Gäste nur durch Standardsituationen in die Nähe des Hertha-Tores.

Sven Schipplock besaß die größte Chance (35.), als er Keeper Thomas Kraft umkurvt hatte, an Roman Hubnik aber hängen blieb.

Babels Platzverweis umstritten

Kurz vor der Pause folgte eine Schwächung für die Gäste: Ryan Babel sah Gelb-Rot (41.). Babel hatte zunächst Niemeyer gecheckt und dann Kobiashvili angegangen.

Der Geogier hatte Babel aber auch zuvor gestoßen.

Ebenfalls kurz vor der Pause wurde Herthas Pierre-Michel Lasogga im Strafraum von Compper umgerissen, doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer versagte den Gastgebern den Elfmeter.

Verdacht auf Kreuzbandriss bei Lasogga

In der 57. Minute war es erneut Lasogga, der nach einem Alleingang knapp verfehlte.

Kurz bedarf verdrehte sich der Stürmer bei einem Kopfballduell das Knie und musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden.

Kurz darauf hatte Ronny das 2:0 auf dem Fuß, als er den unsicheren Starke fast mit einem Weitschuss überrascht hätte.

Berliner Fans feiern

Auch nach der Pause blieb Hertha mutig, suchte weiter die Offensive. Lautstark wurde die zuletzt heftig kritisierte Mannschaft angefeuert.

Mit jedem Tor für Bayern, das auf der Anzeigetafel angegeben wurde, steigerte sich der Jubel der Fans.

Ben-Hatira traf in der 78. Minute aus kurzer Distanz, kurz vor Schluss begann für die Hertha aber noch einmal das große Zittern.

Perdedaj muss früh raus

Herthas Trainer Rehhagel hatte schon durch seine Aufstellung für die ersten Überraschungen gesorgt.

Der 73-Jährige ließ Adrian Ramos und Felix Bastians draußen, schickte aber die Youngster Fabian Holland und Fanol Perdedaj aufs Feld. Besonders

Perdedaj zeigte großen Einsatz, wurde von Rehhagel wegen Rotgefahr aber vor der Pause schon wieder vom Platz genommen.

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