Stefan Kießling (o.) wechselte 2006 vom 1. FC Nürnberg zu Bayer Leverkusen © getty

Der Bayer-Stürmer macht mit seinem Ex-Verein Nürnberg kurzen Prozess und macht die direkte Europa-League-Qualifikation klar.

Nürnberg - Nicht zuletzt dank Dreifachtorschütze Stefan Kießling hat Bayer Leverkusen eine unbefriedigende Saison mit Platz fünf versöhnlich beendet.

Die Werkself gewann das letzte Bundesliga-Spiel von Michael Ballack beim 1. FC Nürnberg mit 4:1 (2:0) und schaffte damit den direkten Einzug in die Europa League.

Kießling sorgte maßgeblich mit seinen Saisontoren Nummer 14 bis 16 (7., 32., 89.) dafür, dass die Serie des Trainergespanns Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski auch im sechsten Spiel ohne Niederlage hielt.

Andre Schürrle erzielte den weiteren Leverkusener Treffer (77.) 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag) .

"Spiel hätte kippen können"

"4:1 klingt sehr deutlich, aber so deutlich ist es im Spiel nicht gewesen. Wir hatten in der zweiten Halbzeit eine Phase, wo wir keinen Zugriff mehr bekommen haben aufs Nürnberger Spiel, da hätte das Spiel kippen können", sagte Bayer-Interimstrainer Sascha Lewandowski.

Sein Gegenüber Dieter Hecking musste die Cleverness des Gegners anerkennen: "Leverkusen hat zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Man hat schon gemerkt, dass die letzte Konzentration heute nicht da war."

Club-Hoffnungen verpuffen

Die ohnehin nur vage Hoffnung der Franken indes, doch noch in den Europacup einzuziehen, erfüllte sich nach der ersten Niederlage nach fünf Spielen nicht.

Nach dem zweiten Saisontreffer von Robert Mak (58.) hatte der Club kurz noch einmal gehofft (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ballack verabschiedet

Ballack war vor seinem 267. Auftritt in der obersten deutschen Spielklasse von Nürnbergs Manager Martin Bader mit Blumenstrauß und einem Frankenwein im Bocksbeutel offiziell aus der Liga verabschiedet worden.

Der 34-Jährige strebt einen Wechsel in die nordamerikanische Profiliga MLS an. Die Bayer-Fans sangen ein letztes Mal seinen Namen - und durften ihn erstmals seit dem 8. April (1:1 in Hamburg) von Beginn an spielen sehen.

Als echter "Zehner" hinter Kießling und Andre Schürrle blieb der frühere "Capitano" der Nationalelf aber blass, in der 52. Minute (16.38 Uhr) wurde er unter großem Applaus ausgewechselt.

Kießling eiskalt

Das steile Zuspiel auf Kießling vor dem 0:1 kam von Stefan Reinartz, der in der Bayer-Raute hinter Ballack die defensive Rolle einnahm. Zum 0:2 legte dann Schürrle auf.

Leverkusen war gegen die mitunter fahrigen Nürnberger in der ersten Hälfte vor 48.548 Zuschauern die gefährlichere Mannschaft. Zwar gab Javier Pinola schon nach 42 Sekunden den ersten Schuss auf das Gäste-Tor ab.

Insgesamt hatte Leverkusen aber offensiv mehr zu bieten. Schürrle scheiterte an Torhüter Raphael Schäfer (25.), passte sieben Minuten später jedoch bei einem Gegenstoß klug nach innen, wo der frühere Nürnberger Kießling unbedrängt vollstreckte.

Hoffnung auf Didavi

Der 1. FCN hatte vor dem Spiel gleich fünf seiner Spieler verabschiedet - Daniel Didavi war nicht darunter.

"Wir versuchen alles, um ihn in Nürnberg zu halten", versicherte Bader. Didavi werde im Gespräch mit dem VfB Stuttgart, wohin er nach seiner Ausleihe zurückkehren soll, seine Zukunft klären.

Gegen Leverkusen gehörte Didavi erneut zu den auffälligeren Spielern der Franken, seinen Schuss in der 56. Minute parierte Torhüter Bernd Leno gut.

Schürrle macht alles klar

Mit Beginn der zweiten Hälfte versuchte Club-Trainer Dieter Hecking mit Albert Bunjaku (für Mike Frantz), der zu den Spielern gehört, die Nürnberg verlassen, neuen Schwung zu bringen - und hatte damit Erfolg.

Auf Zuspiel des Schweizers spitzelte Mak den Ball an Leno vorbei in die rechte Torecke.

Der Anschluss fiel folgerichtig, weil Bayer sich in dieser Phase zu sehr auf dem Vorsprung ausruhte.

Kurz nach dem 1:2 verstolperte Bunjaku frei vor Leno und läutete die hektische Schlussphase ein, in der der Club auf das 2:2 drängte. Schürrle machte dann aber alles für die Gäste klar.

Weiterlesen