Augsburg und Hamburg haben schon am 33. Spieltag den Klassenerhalt perfekt gemacht © getty

Augsburgs Erfolgstrainer nimmt nach dem Sieg gegen Hamburg offiziell seinen Hut. Der Aufsteiger zieht am schwachen HSV vorbei.

Augsburg - Jos Luhukay ist als Trainer des FC Augsburg zurückgetreten. Die Entscheidung des Niederländers gab Vereinspräsident Walther Seinsch im Anschluss an das 1:0 (1:0) gegen den Hamburger SV am 34. Spieltag bekannt.

Beim Abschiedsspiel des Erfolgstrainers ist dem FC Augsburg zumindest ein sportlich gelungener Saisonabschluss geglückt.

Die Schwaben, die den Klassenerhalt überraschend bereits vor einer Woche feiern durften, überflügelten den HSV in der Tabelle und beendet seine Premierenspielzeit in der Bundesliga auf Rang 14 direkt vor der Elf von Thorsten Fink.

Der Südkoreaner Koo Ja-Cheol brachte Augsburg in der 34. Minute mit seinem fünften Saisontor per Kopf in Führung. In der mit 30.660 Zuschauern ausverkauften Arena reichte dieser Treffer zum insgesamt achten Saisonerfolg.

Nach über drei Jahren Amtszeit beim FCA war dies jedoch für Luhukay der letzte Auftritt. Der Niederländer hatte den FCA im April 2009 übernommen und 2011 erstmals in die Bundesliga geführt. 554153 (DIASHOW: Der 34. Spieltag)

Weinzierl soll übernehmen

Die Nachfolge ist angeblich schon so gut wie geklärt. Markus Weinzierl, der beim Drittligisten Jahn Regensburg eine Ausstiegsklausel besitzt, ist sich nach SPORT1-Informationen so gut wie einig mit dem FCA.

Co-Trainer soll Günter Güttler werden, der ein enger Freund von Weinzierl ist und diesen einst bei Jahn Regensburg zum Chefcoach machte.

Weinzierl bestätigte der "Mittelbayrischen Zeitung" eine Anfrage des FCA.

Jahn-Pressesprecher Thomas Gottschling blockte noch ab: "Markus wird immer genannt, wenn in Bayern ein Trainer gesucht wird."

Beckenbauer bedauert Aus

Der sich anbahnende Abgang wurde auch von Franz Beckenbauer bedauert.

"Das ist schade", sagte Franz Beckenbauer bei "Sky", "denn Luhukay war ja eigentlich der Garant des Erfolges. Er hat aus einer Nobody-Truppe eine gestandene Mannschaft gemacht. Es ist schade, wenn so etwas auseinandergerissen wird."

Beckenbauer vermutete, dass sich wohl "einiges in den letzten Wochen und Monaten aufgestaut hat", denn sonst reagiere man nicht so. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

FCA engagiert

Die Schwaben erweckten sofort den Eindruck, ihrem wohl scheidenden Trainer ein angemessenes Dankeschön mitgeben zu wollen.

Augsburg ließ dem HSV kaum Raum und bestimmte die Anfangsviertelstunde.

Mit der gleichen Laufbereitschaft und Leidenschaft, die den Klassenerhalt ermöglichte, setzte die Luhukay-Elf den Hamburgern beim sportlich bedeutungslosen Saisonausklang zu.

Bellinghausen verzieht

Die erste Torchance des Spiels besaß Publikumsliebling Axel Bellinghausen (6.), der nach Düsseldorf geht und wie der Japaner Hajime Hosogai (Leverkusen) vor der Begegnung offiziell verabschiedet wurde.

Er schoss jedoch aus 22 Metern daneben. Gleich darauf verpasste Nando Rafael in aussichtsreicher Position die Führung. Koo machte es nach 35 Minuten besser und nickte nach einem Stellungsfehler von Hamburgs Heiko Westermann ein.

HSV kommt nicht ins Spiel

In der Folge verflachte das Spiel zusehends, dann legte Augsburg aber wieder zu. Der HSV bestätigte lange Zeit den schlechten Eindruck der gesamten Spielzeit.

Die Fink-Elf war offensiv weitgehend harmlos und defensiv nicht sattelfest.

Nach der Pause blieb Augsburg am Drücker und hätte durch Hosogai (50.) fast das 2: 0 erzielt. Linksverteidiger Matthias Ostrzolek stand jedoch beim Pass auf Hosogai im Abseits.

Guerrero unglücklich

Nach gut einer Stunde rückte dann HSV-Stürmer Paolo Guerrero ungewollt in den Mittelpunkt.

Bei einem Zweikampf mit Verteidiger Sebastian Langkamp, stieß der Augsburger unglücklich mit dem Gesicht gegen eine Abdeckung an der Ersatzbank und musste verletzt ausgewechselt werden.

Kurz danach kam Mladen Petric noch zu seinem letzten Spiel im HSV-Trikot, doch auch er blieb wirkungslos.

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