Lucien Favre führte Gladbach von einem Abstiegsplatz in den Europapokal © getty

Trotz der Millionen-Einnahmen lockt Gladbach keine Stars an. Der Trainer wird bereits mit einem Nachbarn in Verbindung gebracht.

Von Tobias Wiltschek

München - Für Borussia Mönchengladbach endet mit dem 3:0-Sieg in Mainz (Bericht) die erfolgreichste Saison seit 16 Jahren.

Doch ausgelassene Freude darüber herrscht nicht.

Zu groß ist die Unsicherheit, mit welchem Personal die "Fohlen" in die kommende Spielzeit gehen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Marco Reus, der sich in Mainz mit zwei Treffern standesgemäß verabschiedet hat, Roman Neustädter und Dante sind schon weg. Erfolgscoach Lucien Favre könnte der Nächste sein, der Mönchengladbach verlässt.

Favre zögert

Der Schweizer zögert seit Monaten mit der Vertragsverlängerung, obwohl die Borussia in der nächsten Saison sicher im Europapokal, eventuell sogar in der Champions League, vertreten sein wird.

Statt seine Unterschrift aber unter einen neuen Kontrakt zu setzen, sorgt der 54-Jährige mit seiner Hinhaltetaktik für Wechselgerüchte.

Nach SPORT1-Informationen soll Favre am vergangenen Samstag an der BayArena gesehen worden sein. Ob er dort auch mit Verantwortlichen des Leverkusener Klubs zusammentraf, ist nicht bekannt.

Favorit der Bayer-Bosse?

Unabhängig davon wird er aber bei Bayer als Kandidat für die Nachfolge von Sami Hyypiä gehandelt, falls der Finne seinen Vertrag beim Werksklub nicht verlängert.

Laut "Express" drängen vor allem die Konzernchefs von Bayer auf Favre als neuen Trainer, nachdem sich Bruno Labbadia und Robin Dutt als Fehlgriffe erwiesen hatten.

In Mönchengladbach gehen sie indes auch weiterhin davon aus, dass der Schweizer zumindest in der kommenden Saison noch auf der Borussia-Bank sitzt.

"Lucien wird seinen Vertrag bis 2013 definitiv erfüllen. Es gab und gibt aber auch von keinem Klub eine Anfrage oder ein Angebot für ihn", erklärte Sportdirektor Max Eberl in der "Bild".

Auch von Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Favre will er nichts wissen: "Bei uns beiden brennt und knistert es nicht, wie einige vermuten."

Xhaka und de Jong zu teuer

Langfristige Perspektiven konnte er dem Trainer nach dem Weggang der drei Leistungsträger allerdings noch nicht aufzeigen.

Von den anvisierten Verpflichtungen von Granit Xhaka aus Basel und Luuk de Jong vom FC Twente mussten die Gladbacher einstweilen wieder abrücken, obwohl nach dem Verkauf von Reus und Dante mehr als 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

"Beide können wir uns bei den momentanen Summen nicht leisten", gab Sportdirektor Max Eberl in der "Bild" zu. Das Problem sei, dass viele Klubs Xhaka und de Jong auf dem Zettel hätten. "Das macht die Sache schwierig und teuer", so Eberl.

Er will aber die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben: "Sollte einer dieser beiden Transfers gelingen, wäre das eine Riesen-Sache für die Borussia."

Leverkusen plant die Zukunft

In Leverkusen ist man in Sachen Personalplanung schon weiter.

Philipp Wohlscheid wechselt aus Nürnberg an den Rhein, der an den Club ausgeliehene Jens Hegeler kehrt nach Leverkusen zurück.

Und mit Felipe Santana aus Dortmund soll ein weiterer hochkarätiger Verteidiger bald zu Bayer gelockt werden.

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