Hertha BSC und Adrian Ramos (r.) stiegen zuletzt 2011 in die Bundesliga auf © getty

Hertha oder Köln. Einer dieser Klubs muss direkt in die Zweite Liga absteigen. Um die Europa League kämpfen noch vier Teams.

Von Jakob Gajdzik

München - Die letzten 90 Minuten der Saison stehen bevor.

5400 Sekunden, die über Freude und Trauer, über Abstieg oder Relegation, die Teilnahme am internationalen Geschäft oder persönliche Auszeichnungen entscheiden.

Alle Augen sind vor dem 34. Spieltag auf das Fernduell von Hertha BSC (gegen 1899 Hoffenheim) und dem 1. FC Köln (gegen den FC Bayern) gerichtet (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und ab 16.45 Uhr im TV Doppelpack Fußball Analyse).

Diese beiden Klubs machen Relegationsplatz 16 und Platz 17 unter sich aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wer folgt Lautern?

Der Verlierer dieses Duells folgt dem 1. FC Kaiserslautern direkt in die Zweite Liga, der Gewinner muss sich in zwei Spielen mit dem Dritten der Zweiten Liga um die Klassenzugehörigkeit streiten.

"Ganz Fußballdeutschland legt den Fokus am Wochenende auf die anstehende Entscheidung", sagte FC-Trainer Frank Schaefer vor der Partie und sieht darin sogar einen Vorteil für seine Mannschaft.

"Der 1. FC Köln hat immer die besten Spiele abgeliefert, wenn Mannschaft und Fans im eigenen Stadion eng zusammenstehen", so der Coach.

SPORT1 gibt einen Überblick über die Entscheidungen am 34. Spieltag

Kampf um die Relegation: Köln gegen Hertha

Mit zwei Punkten Vorsprung gehen die "Geißböcke" ins Fernduell gegen die "alte Dame".

Bei einem Kölner Remis und einem Sieg der Berliner müssten die Rheinländer allerdings runter, denn die Hertha hat eine um fünf Treffer bessere Tordifferenz.

Die Vorgabe von Trainer Schaefer ist simpel: "Absolute Gier zeigen und nicht rumjammern."

[kaltura id="0_p1ecjjim" class="full_size" title="Köln: Wende oder Ende?"]

Podolski und Clemens fraglich

Fraglich ist noch der Einsatz von Lukas Podolski, der nach der Saison zu FC Arsenal wechselt. Der Nationalspieler laboriert an Magen-Darm-Problemen, scheint aber rechtzeitig fit zu werden. Auch der Einsatz von Christian Clemens ist noch offen. (SERVICE: Die Bundesliga-Aufstellungen)

Bei der Hertha ist die Konstellation pikant. Ausgerechnet gegen Hoffenheim und Ex-Trainer Markus Babbel soll der direkte Abstieg vermieden werden.

Rachegelüste hegt Babbel keine mehr, kündigte aber im SPORT1-Interview an:

Babbel will Sieg gegen Ex-Klub

"Es ist unser letztes Bundesliga-Spiel in dieser Saison und das wollen wir gut zu Ende bringen, das heißt drei Punkte holen. Wenn einer glaubt, dass das Spiel für uns nicht mehr wichtig wäre, täuscht er sich gewaltig." (INTERVIEW: Markus Babbel)

Sein Nach-Nachfolger Otto Rehhagel hat den Fokus in der Trainingswoche besonders auf die direkten Duelle gelegt.

"Wir müssen unbedingt besser in die Zweikämpfe kommen", kündigte "König Otto" an, der gegen die Kraichgauer auf die zuletzt gesperrten Peter Niemeyer und Levan Kobiashvili zurückgreifen kann.

Der Georgier war es auch, der sich im Namen der Mannschaft mit einem offenen Brief an die Fans wandte und "90 Minuten Dampf" erbat.

Kampf um Europa: Hannover, Wolfsburg, Bremen, Nürnberg

Leverkusen und Stuttgart haben das Europa-Ticket bereits gebucht, dahinter kämpfen noch vier Teams um den letzten Platz für die Europa League.

Momentan nimmt Hannover mit 45 Punkten Platz 7 ein, der zum internationalen Geschäft reichen würde.

Gewinnen die Niedersachen ihr Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht Kaiserslautern, können die anderen Teams dahinter machen, was sie wollen. (BERICHT: Hannover auf der Pole-Position)

Europa League zum Lala-Abschied

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mannschaft sich die Europa League noch nehmen lässt", glaubt 96-Trainer Mirko Slomka an sein Team.

Das Spiel ist gleichzeitig der Abschied von Altin Lala. Der 36-jährige Routinier wechselt nach 14 Jahren in Hannover zur kommenden Saison in die zweite Mannschaft des FC Bayern.

Sollte Hannover patzen, lauert der VfL Wolfsburg mit einem Punkt Rückstand dahinter. Der Meister von 2009 muss beim VfB Stuttgart ran, für den es zwar sportlich um nichts mehr geht, der aber dennoch das drittbeste Rückrunden-Team ist.

Nürnberg und Bremen mit minimaler Chance

Nur minimale Chancen haben Werder Bremen und der 1. FC Nürnberg (beide 42 Punkte). Beide müssen auf Patzer der Konkurrenz hoffen und ihre Spiele gewinnen.

Werder tritt zu Hause gegen Schalke 04 an, Nürnberg empfängt Leverkusen.

"Kein Thema", sagt FCN-Trainer Dieter Hecking zu einer möglichen Sensation, wehren würde sich in Franken aber dagegen sicher niemand.

Kampf um die Torjäger-Kanone: Gomez gegen Huntelaar

Klaas-Jan Huntelaar von Schalke 04 liegt mit 27 Treffern ein Tor vor Bayerns Mario Gomez. (BERICHT: Torjägerkanone soll "dahoam" bleiben)

Sportlich geht es für die Gelsenkirchener und den Rekordmeister um nichts mehr, dennoch könnten die beiden Top-Stürmer mit ihren Toren das Zünglein an der Waage spielen.

Gomez könnte in Köln den Abstieg (mit-) entscheiden, Huntelaar in Bremen die Grün-Weißen ihre möglicherweise letzte Chance auf Europa kosten.

Jagd auf Dieter Müller

Gomez wurde bereits in der vergangenen Saison mit 28 Treffern Torschützenkönig, für Huntelaar wäre es in der Bundesliga das erste Mal.

Der Niederländer würde diese Auszeichnung gerne entgegennehmen. "Ich versuche alles zu gewinnen", so Huntelaar.

Schafft er zudem mindestens drei Treffer an der Weser, wäre er der erste Schützenkönig seit Dieter Müller in der Saison 1976/1977 (34 Tore), der die 30-Tore-Marke knacken würde. Er, oder eben Gomez.

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