Christian Gentner (r.) wurde 2007 Deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart © getty

Die Stuttgarter Molinaro und Gentner erklären bei SPORT1 den Aufschwung und hoffen auf den direkten Sprung in die Europa League.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Sommerplanung von Cristian Molinaro ist von einem privaten Termin geprägt: Der Außenverteidiger des VfB Stuttgart wird im Juli Vater.

Der Sommer dürfte also turbulent werden im Hause Molinaro, auch deshalb hätte der Italiener nichts dagegen, wenn sich der Ernstfall für den VfB ein wenig nach hinten verschieben würde.

Voraussetzung dafür wäre, dass die Stuttgarter doch noch Platz fünf erobern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Müssen unsere Hausaufgaben machen"

Die Schwaben könnten sich damit die Qualifikation zur Europa League ersparen, wären direkt in der Gruppenphase dabei.

"Wir versuchen unsere Hausaufgaben zu Hause gegen Wolfsburg zu machen und müssen natürlich auf einen Patzer von Leverkusen hoffen", sagt Molinaro im Gespräch mit SPORT1.

Aktuell rangiert Bayer, das in Nürnberg ran muss (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und ab 16.45 Uhr im TV Doppelpack Fußball Analyse), einen Punkt vor dem VfB.

"Natürlich wäre der Sommer dann einfacher", erklärt Molinaro mit Blick auf den angestrebten Coup zum Saisonfinale.

Immerhin: Die Europa-League-Qualifikation ist bereits mathematisch gesichert, ein erster Lohn für die stark verbesserte Stuttgarter Mannschaft.

Neuzugänge stärken Team

In der vergangenen Saison stemmte sich der Klub noch bis zum Schluss gegen den Abstieg, jetzt durchschritt das Team auch Täler, ohne langfristig Schaden zu nehmen.

"Wir haben uns im vergangenen Jahr langsam wieder gefangen. In dieser Saison haben wir auf einem besseren Niveau gespielt", erklärt Molinaro und verweist auf die "neue Qualität" dank der Neuzugänge wie Mittelfeldmann William Kvist und Angreifer Vedad Ibisevic.

"Sie haben sich absolut gut eingefügt. Das hat sich auch in den Resultaten gezeigt."

Molinaro mit "positiver Bilanz"

In Molinaros eigener Saison spiegelte sich zum Teil auch Stuttgarts Entwicklung.

Eine Rote Karte brachte ihm eine Sperre von drei Spielen ein und nicht in jeder Partie überzeugte er wie in der Schlussphase der Spielzeit beim 4:1 gegen Werder und 1:1 in Köln.

"Es gab eine Phase, als ich nicht so viel gespielt habe, jetzt bin ich froh, die Saison so abzuschließen", stellt er fest. "Meine persönliche Bilanz und die der Mannschaft ist auf jeden Fall positiv."

Gentner kämpft sich in Startelf zurück

Christian Gentner urteilt im Gespräch mit SPORT1 ähnlich.

Dabei war der Vizekapitän nicht immer erste Wahl, erzielte dennoch fünf Tore und kämpfte sich zum Saisonabschluss zurück in die Startelf.

"Wir haben konzentriert gearbeitet, nie nachgelassen, auch im Training nicht. Das hat sich ausgezahlt", schildert er Gründe für Stuttgarts Höhenflug in dieser Spielzeit.

Wille als Erfolgsfaktor

"Der Wille war immer da, das war mitentscheidend."

Der 26-Jährige blickt jetzt gelassen auf die Partie gegen seinen Ex-Verein, mit dem er 2008 Deutscher Meister wurde.

"Wir müssen unsere Pflicht erfüllen, alles andere liegt nicht mehr in unserer Hand."

Dass die Qualifikationsrunde zur Europa League die Planungen stark beeinflussen würde, glaubt er ohnehin nicht. "Es würde die Vorbereitung nicht großartig ändern", meint Gentner.

Gegen einen etwas geruhsameren Sommer hätte allerdings auch er nichts einzuwenden.

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