Grund zur Freude: Mirko Slomka arbeitet seit 2010 als Cheftrainer von Hannover 96 © getty

96 kann die gute Saison mit dem Einzug in die Europa League krönen. Doch auch Wolfsburg, Bremen und Nürnberg hoffen noch.

München - Die Knochen knirschen, überall zwickt es, und der Sportdirektor ist so gut wie weg - doch jammern will bei Hannover 96 niemand vor dem Finale um das internationale Geschäft. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka bestreitet gegen den Absteiger 1. FC Kaiserslautern am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) ihr 50. Saisonspiel, es werden entscheidende 90 Minuten. 550061 (DIASHOW: Der 33. Spieltag)

Mit einem Sieg kann Hannover eine historische Saison abrunden, die erneute Teilnahme an der Europa League sicherstellen und damit auf die nächsten Erfolgskapitel in der Vereinschronik hoffen.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Mannschaft diese Chance entgehen lässt", sagte Slomka siegessicher.

Siegeszug in Europa

Hannovers Siegeszug bis ins Viertelfinale gegen Atletico Madrid hat den Profis den Mund wässrig gemacht.

Entschlossen haben Jan Schlaudraff, Ron-Robert Zieler und Co. das Fähnchen der niedersächsischen Landeshauptstadt in die europäische Fußball-Landkarte gerammt.

Und auch für die kommende Saison erscheint die Perspektive rosig - obwohl Jörg Schmadtke, umsichtiger Planer des Erfolgs, seine Zelte an der Leine schnellstmöglich abbauen möchte.

"Ein Rückschlag", wie Präsident Martin Kind unumwunden zugibt.

Leistungsträger bleiben an Bord

Dennoch: 96 ist gut gerüstet. Leistungsträger wie Schlaudraff, Christian Pander oder Stindl haben ihre Verträge verlängert, zudem profitieren die jungen Spieler von den Erlebnissen in den Hexenkesseln von Sevilla, Lüttich oder Madrid.

Auch am Sportdirektor-Büro sollte schnell wieder ein neues Namensschild hängen.

Zwar ist Kind in letzter Hoffnung auf einen Verbleib Schmadtkes noch nicht aktiv geworden, Namen von Interessenten werden ihm aber täglich zugetragen.

Beiersdorfer Kandidat auf Schmadtke-Nachfolge

Auch Dietmar Beiersdorfer taucht bei den Spekulationen immer wieder auf. Allerdings hat sich der 48-Jährige als Manager des Hamburger SV nach Gesprächen einmal gegen 96-Trainer Slomka entschieden und sich stattdessen Martin Jol geangelt.

Keine gute Basis für eine Zusammenarbeit bei 96, insbesondere, da Kind nach den Querelen zwischen Slomka und Schmadtke sicherlich auf eine reibungsärmere Kooperation hofft.

Magath hofft noch auf europäisches Geschäft

Hoffnung hat auch Felix Magath. Aber nicht auf den Managerposten beim niedersächsischen Rivalen, sondern auf das europäische Geschäft.

"Wir haben gezeigt, dass wir da oben hingehören", sagte der Trainer des VfL Wolfsburg.

Lässt 96 gegen Kaiserslautern Punkte liegen, reicht Wolfsburg ein Sieg für die Punktlandung auf Platz sieben.

"Wenn es am letzten Spieltag noch um was ging, ist es immer positiv für uns ausgegangen", sagte der frühere Nationalspieler Marcel Schäfer.

Wolfsburg muss seine Pflicht beim VfB Stuttgart erfüllen und gleichzeitig dem FCK die Daumen drücken.

Wenn zwei sich streiten, freut sich Bremen

Und wenn beide patzen, freut sich Bremen. Aber nur nach einem Sieg gegen den Tabellendritten Schalke 04 - und wenn Werder seine Tordifferenz gegenüber 96 verbessert.

Doch darauf, dass Hannover ausgerechnet seine erste Heimniederlage gegen den abgeschlagenen Absteiger kassiert und Wolfsburg zudem nicht in Stuttgart gewinnt, wollen Trainer Thomas Schaaf und Geschäftsführer Klaus Allofs nicht setzen.

Werder mistet aus

Stattdessen konzentriert sich Werders sportliche Führung darauf, den Kader konsequent auszumisten.

Neben Tim Wiese, Marko Marin und Tim Borowski wird unter anderem auch Stürmer Markus Rosenberg verabschiedet.

Sogar der 1. FC Nürnberg hat noch Chancen und verfügt über eine ähnliche Ausgangsposition wie Werder Bremen.

Erledigt der FCN seine Aufgabe gegen Bayer Leverkusen, dann guckt das ganze Stadion nach oben: auf die Anzeigetafel.

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