Mario Gomez erzilete seit 2009 in 93 Spielen 64 Tore für den FC Bayern München © getty

Bayerns Stürmer Gomez will Schalkes Huntelaaar die Führung abjagen. Gegen Köln hofft er auf Unterstützung. Huntelaar aber auch.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Im Grunde genommen schien die Torjägerkanone schon versandfertig gemacht für Mario Gomez.

Wochenlang thronte der Bayern-Stürmer an der Spitze der Torjägerliste, doch im Endspurt der Saison hat plötzlich Klaas Jan Huntelaar das edle Stück fast schon in seiner Sporttasche verstaut.

Schalkes Tormaschine führt mit 27 Treffern vor dem um ein Tor schlechteren Gomez.

Gomez möchte diese Reihenfolge am letzten Spieltag in Köln (alle Spiele Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) dringend ändern und freut sich auf das Wettballern mit dem königsblauen Konkurrenten.

Gomez verspricht Torejagd

"Wenn man die Kanone gewinnt, ist es wunderschön", sagte er auf SPORT1-Nachfrage. "Jeder Stürmer in der Bundesliga will das erreichen. Ich kann aber nicht mehr tun, als am Samstag zu treffen."

Wie Gomez muss auch Huntelaar auswärts seinen Torriecher zeigen, allerdings geht es in Bremen sportlich um wenig (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schalke ist fix als Dritter in der Champions League dabei, Werder hat nur noch geringe Chancen auf die Europa League.

Ganz anders die Situation beim Tabellen-16 in Köln.

"Für sie geht es um Leben und Tod", erklärte Gomez und übertrieb damit nicht einmal.

Punktet der FC gegen den FCB nicht dreifach und Hertha schlägt Hoffenheim, dann wäre das Kapitel Erste Liga für die "Geißböcke" beendet.

Keine Prämie für Bayern-Kollegen

Schon aus diesem Grund rechnete Gomez nicht mit einem Schützenfest, sondern einem "sehr engen Spiel".

Auf eine Prämie für die Kollegen, die wie zuletzt Thomas Müller beim 2:0-Sieg gegen Stuttgart eigennützig ablegen, wird der Deutsch-Spanier verzichten.

"Es würde verdammt teuer für mich, da müsste ich für die vergangenen Jahre verdammt viele Champagner-Flaschen spendieren", scherzte Gomez.

Die Mitspieler kündigten bereits Unterstützung für Super-Mario an.

"Klar spielen wir auch ein bisschen für Mario", sagte Holger Badstuber. Das ganze Team wolle schließlich, dass er die Torjägerkanone verteidige.

"Ich werde nicht im Sechszehner stehen bleiben und die anderen rennen lassen, so dass sie mir den Ball hinschieben", berichtete Gomez mit einem Grinsen.

Im Kurzarm-Trikot plauderte er am Freitagmittag über den 34. Spieltag und über die Zwiegespräche mit Trainer Jupp Heynckes.

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"Größere Ziele als die Kanone"

Der hatte ihn im Liga-Endspurt öfter geschont, auch "weil wir größere Ziele als die Kanone" haben.

So übertrumpft Huntelaar aktuell Gomez, dabei traf der Niederländer durchschnittlich nur alle 100 Spielminuten, Gomez dagegen alle 91.

Doch für Gomez wäre die Torjägerkrone ohnehin nicht mehr als ein Souvenir, sollte der FCB diese Spielzeit ohne Titel beenden.

Die beiden Endspiele in DFB-Pokal und Champions League sind daher omnipräsent.

"Es ist ein Unterschied, ob man mit einem Sieg oder einer Niederlage dahin geht", sagte er mit Blick auf den Pokal-Hit gegen Borussia Dortmund.

Robben-Verlängerung motiviert Team

Einen Auftrieb erhofft sich der 26-Jährige auch durch Arjen Robben.

Der Niederländer verlängerte am Donnerstag seinen Vertrag bis 2015, gibt dem ganzen Team so Perspektive, wie Gomez meint.

"Alle sind sehr froh, dass er verlängert hat, er ist ein Granatenspieler. Wir wissen, dass wir eine Mannschaft haben, die Chance hat auf Dauer in Europa oben mitzuspielen."

Gemeinhin sieht Gomez sich bescheiden als letztes Glied in Bayerns Torkette, doch in Köln darf er auch ein bisschen für den eigenen Ruhm spielen.

Huntelaar: Brauche ein Tor

Und auch Huntelaar darf in Bremen ausnahmsweise den Ego-Shooter geben.

Seine eigene Rechnung zur Torjägerkanone hat der Schalker auch schon gemacht. "Mindestens ein Tor", glaubt der "Hunter", brauche er, um sich das Prestigeobjekt zu sichern.

"Wenn mir meine Teamkollegen dabei helfen, werde ich sie auf unserer USA-Reise zu einem schönen Essen in New York einladen", sagte er im "kicker".

Vereinsrekord wackelt

Huntelaar sahnte in den Niederlanden zweimal die Meriten als bester Torjäger ab.

"In einer großen Liga wie der Bundesliga wäre das noch mehr wert", findet er.

Mit zwei weiteren Treffern würde er auch die vereinsinterne Bestmarke von 29 Toren einstellen, die bei den "Knappen" aktuell Klaus Fischer hält.

Der Niederländer spielt mannschaftsdienlicher als Gomez, legte bereits zwölfmal für die Kollegen auf, Gomez gelangen nur drei Vorlagen.

Zumindest in dieser Hinsicht wird Gomez den Sturmkonkurrenten nicht mehr überflügeln.

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