Jubel, Trubel, BVB: Kapitän Sebastian Kehl hat zuletzt seinen Vertrag bis 2013 verlängert © getty

Der BVB bereitet sich auf die große Meisterparty vor. Zum zweiten Mal in Folge wird Vereinsboss Rauball die "Schale" überreichen.

Dortmund - Die "Salatschüssel" vor Augen, den Allzeit-Rekord im Visier und das Double in Sichtweite:

Die Saison der Superlative von Meister Borussia Dortmund steht vor einem weiteren Höhepunkt.

Die Emotionen werden erneut hohe Wellen schlagen, wenn Kapitän Sebastian Kehl am Samstag vor 80.720 Zuschauern nach dem Saisonfinale gegen den SC Freiburg (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zum zweiten Mal in Folge im Konfettiregen die "Schale" in die Höhe stemmen wird.

Emotionen verriet im Vorfeld bereits BVB-Präsident Reinhard Rauball.

In seiner Funktion als Liga-Präsident wird er wie im Vorjahr die elf Kilogramm schwere und mit 50.000 Euro versicherte Silber-Trophäe überreichen.

"Eines der Highlights in meinem Leben"

"Es ist grundsätzlich eine große Ehre, den Deutschen Meister zu ehren", sagte der 65-Jährige.

"Aber wenn es dann auch noch der Verein ist, dem man seine Seele verschrieben hat, dann ist das, abgesehen von privaten Höhepunkten, eines der Highlights in meinem Leben."

Etwa 18.000 Fans, die bei der Verlosung der Tickets für das letzte Heimspiel der Saison leer ausgegangen waren, werden die Zeremonie in der benachbarten Westfalenhalle verfolgen.

Nächste Party in Dortmund

Die Innenstadt ist für eine ähnlich ausgelassene Party gerüstet wie vor zwei Wochen, als der BVB die achte Meisterschaft der Klub-Historie mit einem 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach perfekt machte.

Schon vor dem 34. und letzten Spieltag sind sich die Fans in der selbsternannten Fußball-Hauptstadt sicher:

Der jüngste Deutsche Meister der Bundesliga-Geschichte aus dem Vorjahr wird ein neues Kapitel in der 49-jährigen Geschichte des deutschen Oberhauses schreiben.

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Historische Bestmarke in Reichweite

Denn mit einem Sieg kann der BVB sein Punktekonto auf 81 erhöhen und damit die Bestmarke von Bayern München aus den Spielzeiten 1971/72 und 1972/73 (79 Punkte - umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel) übertreffen. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Zudem würden die Westfalen die Saison mit dem Rekord von 28 Spielen in Folge ohne Niederlage (zuletzt 1:2 bei Hannover 96 am 18. September 2011) beenden.

Das alles findet Meistercoach Jörgen Klopp "verrückt und einfach Wahnsinn".

"Schicksal meint es gut mit uns"

"Wir können die beste Saison unseres Lebens spielen", sagte der 44-Jährige und ergänzte mit Blick auf das Pokalfinale eine Woche später (12. Mai) in Berlin gegen Bayern München:

"Das Schicksal meint es gut mit uns. Wenn man schon mal die Chance aufs Double hat, ist es von Vorteil, wenn zwischen feststehender Meisterschaft und Pokalendspiel die Spannung hoch gehalten wird. Dies ist wegen der Aussicht auf den Punkterekord gegeben."

Klopp mit Qual der Wahl

Bei aller Begeisterung über das Erreichte und noch Erreichbare steht Klopp vor der Qual der Wahl:

"Das größte Problem eines Trainers einer großartigen Fußballmannschaft ist es, einem Jungen, der sich alles abverlangt und nichts falsch gemacht hat, der ein guter Typ ist und nicht stänkert, zu sagen, wir haben ein dolles Spiel am Wochenende, aber leider bist du nicht im Kader. Das ist der dreckige Teil eines wunderschönen Berufs, den ich ausüben darf."

In zwei Fällen wird ihm die Entscheidung abgenommen.

Patrick Owomoyela (Riss in der Muskelhülle) wird ausfallen. Lucas Barrios möchte sich trotz einer Wadenblessur möglichst mit einem Kurzeinsatz in Richtung China zu Guangzhou Evergrande verabschieden.

Der erwartete Abschied von Shinji Kagawa ist zumindest verschoben, denn der Japaner, der das Angebot des BVB für eine Vertragsverlängerung über 2013 hinaus bisher ignoriert hat, will sich erst nach dem Pokal-Endspiel entscheiden. (BERICHT: Kagawa nicht mehr unverkäuflich).

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