Trauriger Abschied: Jos Luhukay kam 2009 zum FCA © getty

Wie SPORT1 erfuhr, wird Jos Luhukay am Samstag zum letzten Mal auf der Augsburger Bank sitzen. Die Nachfolge ist wohl geklärt.

Von Reinhard Franke

München - Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.

Vor dem letzten Spiel des FC Augsburg sollte es eigentlich nur um eine Frage gehen:

Wie ausgiebig wird nach dem letzten Spiel gegen den Hamburger SV am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) der sensationelle Klassenerhalt gefeiert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

550061 (DIASHOW: Der 33. Spieltag) .

Doch am Freitag sickerte eine ganz andere Nachricht durch, die die Fans und das gesamte Umfeld der "Fuggerstädter" völlig überraschend trifft.

Trainer Jos Luhukay wird nach SPORT1-Informationen den FCA am Saisonende trotz Vertrags bis 2013 verlassen.

Verein dementiert noch

Manager Andreas Rettig, der schon vor Monaten seinen Rückzug im Sommer öffentlich gemacht hatte, sprach von einer "unglücklichen Situation".

Die Mannschaft solle spätestens am Sonntag informiert werden, bevor sie sich in den Urlaub verabschiedet.

Offiziell dementieren die Schwaben aber noch die Trennung, ebenso wie der Aufstiegscoach.

"Es ist noch keine Entscheidung getroffen. Wir werden uns zeitnah dazu äußern, wenn die Gespräche geführt sind", erklärte Luhukay am Freitag. "Ich habe keinerlei Kontakt zu anderen Vereinen."

Bellinghausen: "Wäre sehr schade"

FCA-Profi Axel Bellinghausen zeigte sich auf SPORT1-Nachfrage über die Meldungen völlig überrascht.

"Davon weiß ich noch gar nichts, aber es wäre natürlich sehr schade nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte."

Seinsch wollte Trennung angeblich schon im Winter

Angeblich soll der Abschied schon seit Monaten feststehen, dies habe Vereinsboss Walther Seinsch schon im Winter beschlossen.

Seitdem gilt das Verhältnis als gestört, was sich auch bei den bislang nicht verlängerten Verträgen der Co-Trainer Rob Reekers und Markus Gellhaus zeigte.

Doch das soll nur ein Grund für die Verärgerung Luhukays sein.

Zudem soll es dem Niederländer missfallen haben, dass Rettig-Nachfolger Manfred Paula noch keine Personalgespräche für die nächste Saison mit ihm geführt haben soll.

Weinzierl bestätigt FCA-Anfrage

Die Nachfolge ist angeblich schon so gut wie geklärt. Markus Weinzierl, der beim Drittligisten Jahn Regensburg eine Ausstiegsklausel besitzt, ist sich nach SPORT1-Informationen so gut wie einig mit dem FCA.

Co-Trainer soll Günter Güttler werden, der ein enger Freund von Weinzierl ist und diesen einst bei Jahn Regensburg zum Chefcoach machte.

Weinzierl bestätigte der "Mittelbayrischen Zeitung" eine Anfrage des FCA.

Jahn-Pressesprecher Thomas Gottschling blockte noch ab: "Markus wird immer genannt, wenn in Bayern ein Trainer gesucht wird."

"Eine einmalige Chance"

Und auch Jahn-Keeper Michael Hofmann verriert SPORT1: "Die Sache scheint ja klar zu sein. Er hat auf sich aufmerksam gemacht. Das ist ein super aufstrebender Trainer, einer von der neuen Trainer-Ära."

Der ehmalige Bundesliga-Keeper von 1860 München könnte einen Wechsel des Erfolgstrainers nachvollziehen. "Das Interesse des FCA ist eine Bestätigung für seine Arbeit. Für ihn ist es eine einmalige Chance in der ersten Liga Fuß zu fassen, die muss er ergreifen."

Auch van Lent und Hasenhüttl Kandidaten

Sollte es mit Weinzierl wider Erwarten nicht klappen, gelten auch Arie van Lent von Drittligist Kickers Offenbach und Ralph Hasenhüttl von Zweitliga-Aufsteiger VfR Aalen als Kandidaten.

Auch die Ex-Bundesligacoaches Marco Kurz (zuletzt Kaiserslautern) und Holger Stanislawski (zuletzt Hoffenheim), die momentan frei wären, werden genannt.

Luhukay kam 2009 nach Augsburg, führte den Verein 2011 in die Bundesliga und konnte am letzten Samstag nach dem 0:0 bei Borussia Mönchengladbach sensationell vorzeitig den Klassenerhalt feiern.

Franz Beckenbauer hatte den 47-Jährigen daher zu seinem "Trainer des Jahres erklärt": "Es ist großartig, was er geleistet hat."

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