Robbens Verbleib ist keineswegs unumstritten. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Verlängerung der richtige Schritt ist.

Manchmal kann man sich über den FC Bayern nur wundern.

Da ist der deutsche Rekordmeister einerseits sehr auf seine Außenwirkung bedacht, und doch unterlaufen den Münchnern immer wieder bemerkenswerte kommunikative Patzer.

So lud der Verein am Donnerstag eine kleine Zahl handverlesener internationaler Medien und deutscher Hofberichterstatter zum Medientag an die Säbener Straße.

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Thema sollte das mit Spannung erwartete Champions-League-Finale "dahoam"gegen den FC Chelsea sein - doch stattdessen ging es immer wieder um Arjen Robbens unklare Zukunft.

Und der Niederländer wand sich ebenso wie seine Teamkollegen und Trainer Jupp Heynckes wie ein Aal, um ja nichts zu seiner Zukunft sagen zu müssen.

Dabei war die zu diesem Zeitpunkt schon geklärt, denn kurz nachdem die letzten Journalisten das Vereinsgelände verlassen hatten, gab der FCB die Verlängerung mit Robben bis 2015 bekannt.

Bei jedem anderen Klub wäre das Ende der monatelangen Hängepartie ein geeigneter Anlass gewesen, sich selber vor versammelter Presse dafür zu feiern, den Superstar gehalten zu haben.

Stattdessen gaben die Münchner den Coup lieber heimlich, still und leise bekannt - was neben der unprofessionellen Außendarstellung ein Hinweis auf ein weiteres Problem sein könnte:

So überzeugt von der Unverzichtbarkeit Robbens wie noch vor einigen Monaten scheinen viele beim FC Bayern nach den letzten Wochen nicht mehr zu sein, vom engeren Umfeld bis hin zu Teilen der Mannschaft.

Fakt ist: Der ohnehin bekannt anfällige Robben hat seit der schweren Verletzung nach der WM 2010 nie mehr zu seiner damaligen Weltklasseform zurückgefunden.

"Hundertprozentige" Torchancen wie zuletzt bei den entscheidenden Spielen in Dortmund und Madrid hätte der Stürmer früher nie vergeben, und auch seine Schnelligkeit hat sichtbar gelitten.

Darüber hinaus blockiert Robben auf der rechten Offensivseite Thomas Müller, der nicht nur nach Ansicht von Bundestrainer Joachim Löw dort am stärksten ist.

Hinzu kommt das offenkundig gestörte Verhältnis zu seinen Mitspielern, wie nicht erst die Kabinenkeilerei mit Franck Ribery inklusive blauem Auge deutlich machte.

So werden erst die nächsten Monate zeigen, ob der Vollzug der so lange erstrebten Verlängerung mit Robben tatsächlich ein erfolgreicher Deal für den FC Bayern ist.

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