MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Otto Rehhagel (r. mit Preetz) wurde 2004 mit Griechenland Europameister © getty

Otto Rehhagel beschäftigt sich vor der Partie gegen Hoffenheim nicht mit dem Störfeuer Babbel. Torhüter Kraft sorgt für Freude.

Berlin - Michael Preetz schüttelte leicht genervt den Kopf, als die Sprache auf Markus Babbel kam (BERICHT: Reizklima in Berlin - lockere Stimmung in Köln).

Zwölf Kamerateams und rund 50 Journalisten verfolgten jede Regung des Hertha-Managers, der gemeinsam mit Trainer Otto Rehhagel vor dem Schicksalsspiel am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen 1899 Hoffenheim mit Berlins Ex-Coach Rede und Antwort stand.

Babbel hatte seit Tagen "Giftpfeile" gegen den ehemaligen Klub abgeschossen, vor allem das Verhältnis zu Preetz gilt seit der Trennung im vergangenen Dezember als sehr belastet.

Zumindest einen Handschlag wird es zwischen den beiden Streithähnen geben:

"Das wird dann passieren, wenn wir uns über den Weg laufen. Aber es wird passieren", sagte Preetz.

Trotzdem kündigte der Ex-Profi an, prüfen zu lassen, ob Babbel gegen die Verschwiegenheits-Klausel in seinem Vertrag verstoßen hat.

Mehr gab es von Preetz nicht zum Reiz-Thema Babbel.

Rehhagel fordert Professionalität

Dafür ging Rehhagel ein bisschen aus der Deckung:

"Die Mannschaft muss sich von diesem Störfeuer befreien. Man muss sich davon in diesem Geschäft freimachen. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Wenn der Schiedsrichter anpfeift, müssen wir sehen, dass wir uns bei Ecken und Freistößen richtig verhalten."

Thema Babbel nebensächlich

Einfluss auf die Vorbereitung der Berliner haben die Verbal-Attacken aus dem Kraichgau laut Rehhagel nicht gehabt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ich unterhalte mich mit unserer Mannschaft nur über das Spiel. Das ist die einzige Wahrheit. Das andere sind alles nebensächliche Dinge, die zählen für mich gar nicht. Ich konzentriere mich nur auf die Dinge, die wichtig sind, um ein Fußballspiel zu gewinnen", sagte der 73-Jährige und hatte auch noch einen Hinweis für die Journalisten übrig:

"Was ich am meisten hasse, sind Klatsch und Tratsch, damit können sie bei mir keinen Blumenpott ernten."

[kaltura id="0_fjs68670" class="full_size" title="Hoffnung vor den Abstiegsendspielen"]

Schleppender Ticket-Verkauf

Im Fernduell mit dem 1. FC Köln um den Relegationsplatz und damit die letzte Chance auf den Klassenerhalt baut Hertha auf den Heimvorteil.

"Die Fans und die Stadt haben die Bundesliga verdient", sagte Preetz.

Allerdings sind für das Abstiegsendspiel erst 45.000 der 70.000 Karten verkauft (INTERVIEW: "Auf den Sauhaufen draufhauen").

Babbel zeigt Mitgefühl

Mit Spannung wird dabei das Wiedersehen der Hertha-Fans mit Markus Babbel erwartet. Der gab sich auf der Hoffenheimer Pressekonferenz gelassen und entspannt, in der Sache aber unerbittlich:

"Wer in der Rückrunde nur acht Punkte holt, hat den Abstieg verdient", sagte der 39-Jährige, betonte aber auch:

"Ich wäre traurig, wenn Hertha absteigt. Hertha ist ein toller Verein, in dem ich eineinhalb Jahre arbeiten und tolle Erfolge feiern durfte."

Hoffenheim spielt auf Sieg

Babbel findet seine Aussagen von der Presse "aufgebläht":

"Es ist geschrieben worden, was mir einfällt, dass ich dort hinfahre, um zu gewinnen. Oh, Entschuldigung: Ich bin Sportler! Wenn das eine Provokation ist, dann tut es mir leid", sagte Babbel.

Zudem versprach er Fair Play, weil "es sich für einen Sportler so gehört: Es setzt ja auch ein anderer Verein große Hoffnungen in uns".

Kraft bleibt auch bei Abstieg

Ein Zeichen setzte in Berlin Torhüter Thomas Kraft, der dem Verein auch im Falle des Abstiegs die Treue hält.

"Ich bleibe bei Hertha BSC und den super Fans - egal, was passiert! Darauf habe ich mich mit dem Verein geeinigt", teilte Kraft mit.

Und sorgte zumindest für ein bisschen Freude bei Michael Preetz.

Weiterlesen