Arjen Robben eroberte 2010 mit dem FC Bayern das Double © getty

Bayerns Superstar bleibt in München und spricht von einer "großartigen Mannschaft". Ribery muss sich von Heynckes Kritik anhören.

Von Mathias Frohnapfel

München - Zu Beginn war es eine "Formalie", dann schien es plötzlich eine Zitterpartie.

Doch Arjen Robben hat jetzt nach wochenlangem Hin und Her den FC Bayern erlöst und am Donnerstagnachmittag einen neuen Vertrag unterschrieben.

"Wir sind sehr glücklich, dass wir den Vertrag von Arjen vorzeitig um zwei weitere Jahre, bis 2015, verlängert haben", sagte Karl-Heinz Rummenigge.

Und Bayerns Vorstandschef fügte an: "Arjen ist für den FC Bayern ein sehr wichtiger Spieler und auch Garant für eine weitere erfolgreiche Zukunft des Klubs."

"Fühle mich in München sehr wohl"

"Ich habe immer betont, dass ich mich in München und beim FC Bayern sehr, sehr wohl fühle", erklärte Robben seine Entscheidung.

"Der FC Bayern ist für mich wie eine Familie, zwei meiner drei Kinder wurden in München geboren, meine Familie und ich fühlen uns hier zuhause."

Und er ließ weiter wissen: "Auch sportlich ist diese Vertragsverlängerung für mich die richtige Entscheidung. Wir haben eine großartige Mannschaft und ich bin sicher, dass wir in den kommenden Jahren größtmöglichen sportlichen Erfolg haben werden."

Robben hält sich bedeckt

Zuvor hatte Robben an einem internationalen Medientag noch sämtliche Reporter im unklaren gelassen.

"Ich bin hier, um über das Finale zu sprechen, nicht über dieses Thema", sagte Robben lapidar.

Am Montag hatte der Niederländer noch dunkel angedeutet, dass in letzter Zeit "sehr viele Dinge passiert" seien.

Deshalb müsse man genau überlegen, wenn man eine Entscheidung treffe.

Kabinenstreit mit Nachwirkungen

Besonders der Kabinenstreit mit Franck Ribery hatte Robben zugesetzt: Der Franzose soll ihn in der Halbzeit des Champions-League-Hinspiels gegen Real Madrid ein Veilchen verpasst haben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Auch die Kritik von Franz Beckenbauer störte den 28-Jährigen.

Der FCB-Ehrenpräsident hatte Robben unter anderem dafür gerügt, dass der als Gefoulter beim Liga-Gipfel in Dortmund den Elfmeter geschossen und vergeben hatte.

[kaltura id="0_lc72rvl2" class="full_size" title="Erst Verwirrung dann Unterschrift"]

Heynckes weist Ribery zurecht

Am Donnerstagvormittag hatte Trainer Jupp Heynckes aber mit Blick auf Robbens Zukunft schon ein gutes Gefühl.

Mit einem Schmunzeln sagte er: "Ich habe seinen Vertrag schon verlängert."

Laut Heynckes ist auch der Streit von Robben mit Ribery beigelegt.

"Franck hat sich entschuldigt", sagte Heynckes, fügte aber kritisch in Richtung des Franzosen an: "Das darf nicht passieren. Man muss seine Emotionen im Zaum halten."

Beide müssten sich nun "im Sinne der Mannschaft sehr professionell verhalten. Ich denke, dass sie dazu bereit sind. Wir haben noch hohe Ziele, die können wir nur mit beiden in Topform erreichen."

Lob von den Mitspielern

Auch Robben verdeutlichte, "dass es nicht um uns beide geht, sondern um die Mannschaft und um den FC Bayern, unseren Verein".

Robbens Teamkollegen sehen ebenfalls alle Zwistigkeiten ausgeräumt.

"Arjen weiß, was er am FC Bayern hat - und jeder von uns weiß, was wir an Arjen haben", sagte Philipp Lahm.

Ganz ähnlich bewerte das auch Vizekapitän Bastian Schweinsteiger. "Er ist in der Mannschaft hoch angesehen."

Vor den Finalspielen in DFB-Pokal und Champions League ist jetzt mit Robbens Vertragsverlängerung zumindest eine große Baustelle im Bayern-Kader geschlossen.

Van Buyten in Finalspielen dabei?

Hoffnungen auf eine Rückkehr noch im Saison-Endspurt gibt es indes beim dreieinhalb Monate verletzten Daniel van Buyten.

Der Innenverteidiger, dessen Vertrag bis 2013 verlängert wurde, hat nach einem Mittelfußbruch das Mannschaftstraining der Bayern wieder aufgenommen.

Möglicherweise steht er beim DFB-Pokal-Endspiel am 12. Mai gegen Borussia Dortmund und beim Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea wieder zur Verfügung.

"Das ist ein Ziel und eine Motivation für mich, auch wenn es nicht einfach ist. Ich werde alles geben, wir werden sehen, ob es reicht", sagte der Belgier.

Heynckes berichtete, dass van Buyten am Mittwoch und Donnerstag beschwerdefrei trainiert habe.

"Er ist ein absoluter Topprofi, aber eine Prognose zu stellen, wäre zu früh."

Weiterlesen