Marko Marin wechselte 2009 aus Mönchengladbach an die Weser © getty

Marin möchte bei Chelsea sein Image vom Schwalbenkönig ablegen. Löw riet ihm zum Wechsel. Abramowitsch gilt als Fan des Dribblers

Von Marc-Oliver Robbers

München - Marko Marin zeigt sich in diesen Tagen trotzig und zugleich hochmotiviert.

Der Flügelspieler hat die Reaktionen auf seinen Wechsel von Werder Bremen zum FC Chelsea vernommen und will es seinen Kritikern nun zeigen.

In Deutschland galt der 23-Jährige zuletzt als ein Talent, das sich bei Werder nicht entscheidend weiterentwickelt hat. Zu eindimensional sei sein Spiel, zudem falle er viel zu schnell, so Marins Kritiker.

Image als Schwalbenkönig widerlegen

"Auf dieses Thema freue ich mich am meisten, damit die deutsche Presse sieht, dass diese ganzen Schwalben-Geschichten über mich Schwachsinn sind. Da wurde eine Kampagne betrieben", sagt Marin der "Kreiszeitung" über sein Image als Schwalbenkönig.

Denn im Mutterland des Fußballs sind theatralische Einlagen noch mehr verpönt als anderswo im Profifußball (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Dabei habe ich nie für eine Schwalbe eine Gelbe Karte bekommen. Wir werden ja sehen, wie die Engländer das einschätzen", verteidigt Marin sich und ergänzt:

"Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen und werde meine Spielweise gewiss nicht ändern."

Keine Angst vor englischen Härte

Auch die harten englischen Verteidiger fürchtet das Leichtgewicht nicht:

"Da wird nicht nur gekloppt, sondern Fußball auf technisch höchstem Niveau gespielt. Natürlich gibt es da auch robuste Verteidiger, aber die müssen mit meinen Bewegungen erst einmal mithalten."

"Als Abwehrspieler musst du ihn erst einmal kriegen", bestätigt auch Noch-Teamkollege Sebastian Prödl dem "Weser-Kurier".

Löw riet zum Wechsel

Marin ist überzeugt, dass er auf der Insel wieder an die Leistungen anknüpfen kann, die ihn einst in die Nationalmannschaft brachten.

Bundestrainer Joachim Löw rechnet weiter mit dem 16-maligen Nationalspieler und riet den Blues gar zum Transfer.

Chelseas Interimscoach Roberto Di Matteo erkundigte sich bei Löw über Marin.

In London sind die Verantwortlichen überzeugt von den Fähigkeiten des kleinen Dribblers.

"Er ist ein aufregender Spieler, ein junger deutscher Nationalspieler. Und er ist technisch sehr begabt. Er wird das Team mit einigen Qualitäten bereichern", lobt Di Matteo den Ex-Gladbacher.

Zurück auf seiner Lieblingsposition

In Chelsea 4-2-3-1-System wird Marin wieder auf seiner Lieblingsposition als offensiver Außen wirbeln dürfen.

Unter Werder-Trainer Thomas Schaaf musste er zumeist als Zehner der Bremer Mittelfeldraute agieren. Eine Position, auf der er nur selten überzeugte.

Auch wenn die Konkurrenz auf den ersten Blick übermächtig erscheint, dürfte der gebürtige Bosnier durchaus seine Einsatzmöglichkeiten bekommen.

Der französische Routinier Florent Malouda verlor in dieser Saison seinen Stammplatz und bekommt nur noch Kurzeinsätze.

Salomon Kalou stand schon gänzlich auf dem Abstellgleis und kam erst unter Di Matteo wieder zu Einsätzen. Beide könnten die Blues am Saisonende verlassen.

Wunschspieler von Abramowitsch

Ramires, der die Position zuletzt häufiger bekleidete, ist eher im defensiven Mittelfeld zuhause. B

leiben noch der vielseitig einsetzbare Spanier Juan Mata und das englische Talent Daniel Sturridge.

Sicherlich wird Klub-Besitzer Roman Abramowitsch die Geldschatulle wieder öffnen und weitere Hochkaräter verpflichten, aber Marin gilt als Wunschspieler des russischen Milliardärs.

Ansage an Mertesacker

"Persönlich habe ich ihn noch nicht kennengelernt. Aber ich weiß, dass er Spiele von mir gesehen hat und dass er sich schon auf mich freut", frohlockt Marin und schickt mit einem Augenzwinkern schon einmal einen Gruß an seinen Ex-Teamkollegen und jetzigen Arsenal-Verteidiger Per Mertesacker:

"Per muss die Beine zumachen, wenn er nächste Saison mit Arsenal gegen uns spielt. Ob ich dann drunter durchlaufe oder der Ball, das weiß ich noch nicht."

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