MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Coach Lucien Favre (l.) zögert mit seiner Vertragsverlängerung in Gladbach © getty

Gladbach hat 22 Millionen Euro zur Verfügung, aber immer noch keinen Neuzugang verkündet. Fehlt den "Fohlen" die Attraktivität?

Von Björn Seitner

München - Borussia Mönchengladbach ist ohne Zweifel der Aufsteiger der Saison.

Von der Abstiegsrelegation zur Champions-League-Qualifikation.

Allerdings werden einige Stammspieler dort fehlen.

Immerhin haben die "Fohlen" durch die Verkäufe von Marco Reus, Roman Neustädter und Dante 22 Millionen Euro für Neuzugänge zur Verfügung.

Doch Geldregen und gestiegene Ansprüche werden am Niederrhein immer mehr zur Bürde.

Gladbach muss "elementare Spieler" ersetzen

Mit dem Trio verlassen drei "elementare Spieler" den Verein, wie Sportdirektor Max Eberl weiß.

Sollte Gladbach die Qualifikation für die Königsklasse nicht bestehen, muss die Borussia in der Europa League ran. So oder so: Zum ersten Mal seit 16 Jahren warten wieder englische Wochen auf den VfL (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dafür muss der Kader erweitert werden, und zwar mit Spielern, die "Reus und Dante von der Qualität her ersetzen" können, bezahlbar sind und zusätzlich zur Philosophie des Vereinspassen, wie Eberl erklärt.

Noch keine Vollzugsmeldung

Keine leichte Aufgabe, zumal natürlich auch "viele andere Vereine Spieler suchen. Deshalb dauert das etwas länger", so der 38-Jährige weiter.

Während andere Klubs einen Vollzug nach dem anderen melden, warten die Gladbacher Anhänger auch nach der Jahreshauptversammlung (Bericht) noch auf den ersten Neuzugang.

Viele Namen wurden bereits gehandelt, doch es scheint fast so, als wolle niemand zur Borussia.

Derdiyok und Santana entscheiden sich gegen Gladbach

Leverkusens Stürmer Eren Derdiyok hat sich für 1899 Hoffenheim entschieden, BVB-Verteidiger Felipe Santana wiederum soll sich angeblich Bayer Leverkusen anschließen.

Auch die Bemühungen um Hannovers Lars Stindl, für den Gladbach fünf Millionen Euro in die Hand nehmen wollte, waren erfolglos.

Das Acht-Millionen-Angebot für Twente-Bomber Luuk de Jong war zwar ein guter Versuch, da aber der FC Liverpool mitbietet und Enschede angeblich 15 Millionen Euro für den Torjäger will, wird es vermutlich auch mit dem 21-Jährigen nichts.

Xhaka-Wechsel "relativ weit"

Obwohl die Auswahlmöglichkeiten stetig weniger werden, verspricht Eberl den Anhängern dennoch weiterhin "gute Transfers".

Immerhin beim Schweizer Top-Talent Granit Xhaka vom FC Basel wird es immer konkreter: Der Spieler sei sich mit dem Verein bereits einig heißt es, lediglich die Ablösemodalitäten müssten noch geklärt werden.

Laut Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof sei man in dieser Angelegenheit "relativ weit".

Vielleicht klappt's mit Pizarro

Und vielleicht zieht der Klub ja noch eine Überraschung aus dem Hut: Bremens Claudio Pizarro, der unbedingt mit seiner Familie in Deutschland bleiben will.

Wie der "Express" berichtet, stünden die Chancen gut, sollte der FC Bayern auf einen Einkauf des Peruaners verzichten - wonach es aussieht.

Favre zögert weiterhin

Neben dem Transfer-Hickhack belastet die Borussia aber auch noch eine ganz andere Angelegenheit:

Der Vertrag von Lucien Favre konnte immer noch nicht verlängert werden. Der Schweizer zögert bereits seit einem halben Jahr, zuletzt brachte ihn der "Express" mit Leverkusen in Verbindung.

Der Coach verweist zwar auf seinen bis 2013 gültigen Vertrag, sagt aber auch: "Ich plane nur bis zum letzten Saisonspiel am Samstag."

Verständlich, da dem Coach nach einer ähnlich guten Saison 2008/09 mit Hertha BSC Berlin ebenfalls die Leistungsträger wegbrachen und er wegen der fehlenden Ergebnisse bereits nach dem 7. Spieltag der Folgesaison entlassen wurde.

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