Arjen Robben (r.) kam 2009 für circa 24 Millionen Euro von Real Madrid nach München © getty

Robben erhält von Beckenbauer und Rummenigge Rückendeckung. Laut des FCB-Vorstandschefs sei sein Bleiben "so gut wie" fix.

Von Björn Seitner

München - Karl-Heinz Rummenigge spricht im Fall Arjen Robben Klartext:

"Der Vertrag ist so gut wie verlängert. Arjen wird noch lange beim FC Bayern bleiben", bestätigte der Bayern-Vorstandsboss der "Sport Bild".

Robben hatte Rückendeckung gefordert, nun bekommt er sie - und Rummenigge garantiert: "Wir werden keinen Leistungsträger verkaufen. Ich garantieren, dass uns kein Star verlässt."

Robbens Vertragsverlängerung über Juli 2013 hinaus scheint also nun doch nur noch Formsache zu sein.

Beckenbauer bricht Lanze für Robben

Außerdem bricht ausgerechnet FCB-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer für den Niederländer eine Lanze und outet sich als "Robben-Fan":

"Der FC Bayern braucht Arjen Robben. Er ist auch rechts so unverzichtbar wie Ribery auf links", erklärte der "Kaiser" in der "Bild".

In den vergangenen Wochen war Beckenbauer noch als Robben-Kritiker vom Dienst aufgefallen, heizte sowohl die Egoismus- wie auch die Elfmeter-Debatte um den Superstar an.

Robben legt Verstragsverlängerung auf Eis

"Es sind in letzter Zeit viele Dinge passiert", stieß es Robben nicht zuletzt auch wegen des Faustschlags von Franck Ribery übel auf, weshalb der 28-Jährige seine Vertragsverlängerung beim Champions-League-Finalisten auf Eis legte (Bericht).

"Auch Franck weiß, dass er nicht machen kann, was er gemacht hat. Das sind alles Sachen, die nicht positiv, nicht schön sind. Deswegen musst du über alles gut nachdenken", hatte Robben zuletzt erklärt.

In der Hoffnung, dass seine Gedanken nun möglicherweise doch noch in die richtige Richtung gehen, umschmeichelt Beckenbauer den Flügelspieler sprichtwörtlich.

"Positive Meinung" über Robben

"Er lebt von seinen spektakulären Einzelaktionen und hat in der vergangenen Saison viele entscheidende Tore geschossen. Und auch in Madrid mit dem verwandelten Elfmeter erst den Finaleinzug möglich gemacht", widerlegte Beckenbauer nun seine eigene Kritik.

Er wisse, dass Robben wegen seiner Äußerungen sauer auf ihn sei. Das ändere jedoch nichts "an meiner positiven Meinung über ihn."

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Robben wisse, was er am FC Bayern habe, so Beckenbauer.

"Weil es für beide Seiten das Beste ist, wird er letztendlich verlängern", glaubt der 66-Jährige.

Kein Anreiz für Wechsel?

Mit seiner Aussage, dass es weder finanziell noch sportlich für die Leistungsträger des Rekordmeisters "irgendeinen Anreiz" gebe, den Verein zu wechseln, liegt Rummenigge durchaus richtig.

Auch wenn es mit dem 22. Meistertitel nichts wurde, können die Münchner die Saison noch mit dem Double aus Champions League (gegen den FC Chelsea) und DFB-Pokal (gegen Borussia Dortmund) beenden.

Rummenigge warnt lediglich davor, "dass wir schnell wieder von dem Eurphorietrip herunterkommen" müssen: "Chelsea sieht auch die Riesenchance, mit einem Spiel Geschichte zu schreiben."

Ribery: Haben super erste Elf

"Der FC Bayern hat immer den Anspruch in allen drei Wettbewerben gut abzuschneiden, Titel zu holen", weiß auch Ribery, dessen Faustschlag in der Halbzeit des Hinspiels gegen Real Madrid in der Champions League zwar nicht öffentlich gemaßregelt wurde, ihn aber immerhin 50.000 Euro kostete.

"Wir haben eine super erste Elf, aber wir wollen noch mehr Qualität", stellt sich der Franzose nun auch wieder hinter Robben.

In den internationalen Top-Teams würden aber nicht nur elf, zwölf oder 13 gute Spieler spielen, "sondern 19, 20": "Diese tiefe im Kader müssen wir auch erreichen."

Uli Hoeneß sieht es nicht anders. "Man muss den Kader vielleicht gnadenlos qualitativ vergrößern. Und ich denke, dass der Vorstand das auch tun wird", hatte der FCB-Präsident zuletzt erklärt.

Kommt Starke als Neuer-Ersatz?

Als Nachfolger für Ersatzkeeper Jörg Butt, der im Sommer Nachwuchskoordinator der Bayern wird, ist nun Tom Starke im Gespräch. Hoffenheims Nummer eins bestätigte der "Sport Bild" das Interesse der Münchner.

Montpellier-Stürmer Olivier Giroud hat Manager Christian Nerlinger bereits persönlich beobachtet (News). Mit Verteidiger Daniel van Buyten wurde bereits verlängert (Bericht).

Breno wohl mit Lazio einig

Nur Sorgenkind Breno wird die Münchner im Sommer definitiv verlassen. Ein Vertrag mit Miroslav Kloses Klub Lazio Rom ist angeblich bereits ausgehandelt.

Vorausgesetzt, der Brasilianer muss nicht ins Gefängnis. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte vor drei Wochen Anklage wegen Brandstiftung gegen Breno erhoben.

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