Thomas Müller spielt seit 2008 in der Profimannschaft des FC Bayern © getty

Der Bayer erlebt eine durchwachsene Saison - auf den ersten Blick. Im "Finale dahoam" könnte er es wieder "müllern" lassen.

Von Björn Seitner

München - Nach der Weltmeisterschaft 2010 wurde er als neuer "Bomber der Nation" gefeiert.

Wie einst Gerd Müller traf Namensvetter Thomas für die Nationalmannschaft und den FC Bayern München wie am Fließband.

Doch die Saison 2011/12 ist auf den ersten Blick nicht die des Thomas Müller: Nur acht Tore erzielte der 22-Jährige in 50 Pflichtspielen.

In Südafrika vor zwei Jahren waren es alleine fünf Treffer in sechs Partien und daraus resultierend der Goldene Schuh für den besten Torjäger.

Beim deutschen Rekordmeister wurde Müller zum Wackelkandidaten, in 21 der 50 Partien wurde er eingewechselt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für Champions-League-Finale quasi gesetzt

Für das Champions-League-Endspiel, das "Finale dahoam" am 19. Mai in der Münchner Allianz Arena gegen den FC Chelsea, ist der Bayern-Mittelfeldspieler allerdings so gut wie gesetzt.

Da Luiz Gustavo wegen seiner dritten Gelben Karte gesperrt ist, wird Toni Kroos wohl ins defensive Mittelfeld rücken.

Der Platz hinter der Spitze Mario Gomez ist dadurch frei für Müller, der die Saison doch noch versöhnlich abschließen könnte.

Leichtigkeit der WM verloren

"Ich bin nicht begeistert von dem, was er spielt. Er muss wieder mannschaftsdienlich spielen", kritisierte Franz Beckenbauer kürzlich.

Er habe gedacht, so der FCB-Ehrenpräsident weiter, dass Müller den Hype nach der WM 2010 "besser verkraftet. Er war so erfrischend, als er reinkam - das hat er verloren".

Auch gegen Real Madrid im Halbfinale der Königsklasse wurde er zwei Mal nur eingewechselt, was ihn sichtlich nervte: "Dass es nicht schön ist, wenn man auf der Bank sitzt, das dürfte jedem bewusst sein."

Lieblingsposition verloren

Doch es ist nicht allein die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die Müller anscheinend abhanden gekommen sind.

Es ist vor allem seine Lieblingsposition.

Der offensive rechte Flügel wird von Arjen Robben beansprucht, die linke Seite von Franck Ribery und das Zentrum vom Pass-Spezialisten Toni Kroos.

Doch die rechte Außenbahn, die er bei der WM so gerne beackert hatte, ist Müllers ideale Position, um Tore zu erzielen.

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20 Vorlagen in der laufenden Saison

Auch wenn es so scheint, war der Oberbayer trotz ständiger Einwechslung und Rotation (mal Linksaußen, mal Rechtsaußen, mal offensives Mittelfeld, mal hängende Spitze) in dieser Saison keineswegs untätig.

20 Torvorlagen gab Müller in 50 Pflichtspielen, 13 davon in der Bundesliga.

Eine davon zuletzt beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart (Bericht) - obwohl er die Kugel ganz alleine vor Sven Ulreich auch gut und gerne selbst hätte verwandeln können.

"Da brauch ich nicht rumtun, ob ich jetzt vier oder fünf Saisontore hab'. Da es bei Mario (Gomez, Anm. d. Red.) noch um die Torjägerkanone geht, hab ich den Ball natürlich quergelegt."

Wandel zum neuen "Spielertypus"

Das Abspiel deutet auch eine Weiterentwicklung an. "Vom Spielertypus bin ich jetzt schon so einer, der dann sagt: Mach' du ihn!"

Nach seiner uneigennützigen Aktion belohnte sich Müller in der Nachspielzeit dann aber doch noch selbst mit seinem fünften Liga-Tor.

Vermutlich war die Partie gegen den VfB ein Spiel, das Müller gebraucht hatte.

Es war eine der zwei Generalproben vor den beiden Finalspielen in Champions League und DFB-Pokal.

Müller will seine Chance nutzen

Und vermutlich wird er auch in Köln (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) von Beginn an ran dürfen, um bis zum Champions-Leauge-Finale die Form weiter zu steigern.

Und Müller ist bereit. "Ich werde meine Chance bekommen und dann werde ich sie nutzen", kündigte er selbstbewusst an.

Die Versprechung auf seiner Homepage würde wahr: "Es müllert wieder."

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