Jörg Butt (r.) bestritt in seiner Bundesliga-Karriere 387 Spiele © imago

Der Bayern-Keeper spricht im SPORT1-Interview über sein letztes Ligaspiel für den FCB und seine Zukunft in München.

Von Mathias Frohnapfel

München - Für Jörg Butt ist es ein Abschied in Etappen vom Profisport.

Seit vergangenem Sommer ist er hinter Nationalkeeper Manuel Neuer die Nummer zwei im Bayern-Tor, fast ebenso lang steht fest, dass Butt im Sommer Nachwuchskoordinator der Münchner werden soll.

Seine vorerst letzte Station in seinem letzten Profijahr folgte nun im letzten Bundesliga-Heimspiel der Münchner gegen Stuttgart - "Butt, Butt, Butt"-Sprechchöre inklusive 550061 (DIASHOW: Der 33. Spieltag) .

Dankeschön für den Ersatzkeeper

Der Einsatz war ein Dankeschön von Jupp Heynckes für den tadellosen Ersatztorhüter.

Und Butt flog und hechtete beim 2:0-Sieg (Bericht), machte sich im Eins gegen Eins gegen VfB-Stürmer Vedad Ibisevic so groß wie in besten Zeiten.

Die große Verabschiedung dürfte den 37-Jährigen wohl beim Freundschaftsspiel des FCB gegen die Niederlande am 22. Mai erwarten. Eventuell tritt Butt dann mit zwei weiteren Titeln auf der Visitenkarte von der Fußball-Bühne ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im SPORT1-Interview spricht Butt über die Vorbereitung auf die Endspiele in DFB-Pokal und Champions League und über seine Zukunft.

SPORT1: Herr Butt, wie emotional war für Sie das letzte Bundesliga-Heimspiel?

Jörg Butt: Noch ist die Saison nicht zu Ende, insofern hält sich das mit den Abschiedsgedanken noch in Grenzen, ich habe das Spiel genossen. Die ganze Atmosphäre in der Stadt ist durch das Finale der Champions League geprägt, das hat man im Spiel gegen Stuttgart auch gespürt.

[image id="9286aa60-6454-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

SPORT1: Die Fans haben Sie mit "Butt, Butt, Butt"-Rufen gefeiert, Sie haben zudem schwierige Bälle wie von Ibisevic geklärt. Kein schlechtes letztes Bundesliga-Spiel, oder?

Butt: Wir haben zu Null gespielt und gewonnen, das war schon sehr schön. Wenn es dann endgültig am 19. Mai zu Ende ist, dann werde ich auch sicher nochmal über dieses Spiel nachdenken.

SPORT1: Sie haben nun die Endspiele im DFB-Pokal und in der Champions League vor sich. Wie können Sie dem Team und Manuel Neuer dabei helfen?

Butt: Ich glaube, indem jeder sich sehr gut vorbereitet in den nächsten Wochen. Wir müssen uns noch einmal voll konzentrieren. Die Spieler, die voraussichtlich nicht spielen, sollten genauso engagiert dabei sein und emotional mitfiebern. Ich denke, dann werden wir auch erfolgreich sein.

SPORT1: Gibt es Gefahren, die in der Vorbereitung lauern, Dinge, die die Mannschaft ablenken könnten?

Butt: Ein Champions-League-Finale im eigenen Stadion spielt man nicht allzu oft. Da merkt man jetzt schon, dass jeder einzelne sehr fokussiert und konzentriert auf dieses Endspiel ist. Das war sicher auch ein Grund dafür, dass wir gegen Stuttgart trotz sicher nicht optimaler Vorbereitung gewonnen haben. Wir sind am Donnerstag nach einer langen Nacht aus Madrid wiedergekommen, trotzdem war jeder heiß. Ich befürchte da nichts.

SPORT1: Im Champions-League-Endspiel fehlen die drei Stammspieler David Alaba, Holger Badstuber und Luiz Gustavo gelbgesperrt. Inwiefern könnte es für die Ersatzleute, die in die Bresche springen sollen, ein Problem sein, dass sie zuletzt nur wenig Spielpraxis hatten?

Butt: Ich sehe da keine Problematik, auch gegen den VfB waren Spieler dabei, die sonst nicht so oft gespielt haben. Ich habe Vertrauen zu allen Spielern.

SPORT1: Sie werden ab Sommer Koordinator des FCB-Jugendbereichs. Wie kommt es, dass Sie sich genau diese Aufgabe ausgewählt haben?

Butt: Es ist einfach ein Bereich, der mich schon immer interessiert hat: das Sportmanagement. Der Nachwuchsbereich ist da ideal für mich, um dort Fuß zu fassen.

Weiterlesen