Rene Adler wechselte 2000 vom VfB Leipzig zu Bayer Leverkusen © getty

Der Torhüter gibt nach elfmonatiger Zwangspause sein Comeback in der Regionalliga. Sein Trainer lobt: "Rene war noch nie fitter."

Leverkusen - Haberland-Stadion statt BayArena, 300 Zuschauer statt 30.000, Auge in Auge mit einem Kevin Freiberger statt mit Mario Gomez, Regionalliga-Abstiegskampf statt Europacup.

Ex-Nationaltorhüter Rene Adler feiert sein Comeback nach elfmonatiger Zwangspause ganz unten.

In Liga vier steht die ehemalige Nummer eins von Bayer Leverkusen und der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch für das U-23-Team der Rheinländer gegen die Reserve des Zweitligisten VfL Bochum erstmals seit seiner Patellasehnen-Operation im Sommer 2011 wieder zwischen den Pfosten - und als künftiger Arbeitssuchender auch gleich schon auf dem Prüfstand.

Für Adler jedoch dürften die voraussichtlich wieder anreisenden Spione des Interessenten Hamburger SV zunächst einmal zweitrangig sein.

Es geht wieder aufwärts

"Schön, dass es wieder aufwärts geht, hat ja auch lange genug gedauert. Was lange währt, wird endlich gut", kommentierte der 27-Jährige erst kürzlich seinen Wiedereinstieg ins Leverkusener Mannschaftstraining (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für einen Profi, der seinen letzten Einsatz am 14. Mai vorigen Jahres (1:0 beim SC Freiburg) bestritt und nach der Operation Monate mit Reha-Maßnahmen verbringen musste, anscheinend alles andere als eine leichte Übung.

"Das volle Produkt - Schüsse, Flanken, Sprünge. Jetzt muss sich mein Körper mal wieder ans Fallen gewöhnen."

"Rene war nie fitter"

Die Rückkehr zur Normalität gelang Adler schnell.

"Er ist körperlich auf einem absolut hohen Niveau, und ich kann nur sagen, dass ich Rene noch nie fitter erlebt habe als im Moment", so beschrieb Leverkusens Torwart-Trainer Rüdiger Vollborn die Verfassung seines Zöglings vor dem ersehnten Comeback.

Auch Robin Dutt war vor seiner Entlassung als Bayer-Chefcoach von Adlers Fortschritten begeistert: "Wenn man nicht wüsste, dass er verletzt war, würde man es ihm im Training nicht anmerken."

Die Unterschrift fehlt noch

Beim HSV hört Sportdirektor Frank Arnesen solche Aussagen gerne, standen die Hanseaten und der nach Saisonschluss vertraglose Keeper doch schon Anfang März kurz vor einer Einigung.

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Adler absolvierte an der Alster sogar schon den medizinischen Check, alleine die Unterschrift lässt überraschenderweise bis heute auf sich warten. "Bis Mitte April wollen wir das Thema erledigt haben", kündigte Arnesen zuletzt an (BERICHT: Adler-Transfer verzögert sich).

Anscheinend ist Arnesen sicher auch wegen Adlers langer Pause nicht gänzlich wohl bei der Sache, und so ließ der Däne seinen sehr wohl wechselwilligen Kandidaten ("Ich denke, wir sind immer noch seine erste Wahl") sogar schon bei den Trainingseinheiten in Leverkusen beobachten.

Dass sich die HSV-Späher den ersten Einsatz des möglichen Neuzugangs entgehen lassen, erscheint bei soviel Sorgfalt sehr unwahrscheinlich.

Pechvogel der deutschen Torhüter

Mithin spielt Adler am Mittwoch nicht nur gegen Bochum und dessen Topscorer Freiberger (elf Saisontore), sondern auch schon für seine Zukunft.

Immerhin sind die Norddeutschen alternativ zum zehnmaligen Nationaltorhüter auch an Kevin Trapp vom designierten Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern interessiert.

Ob aber nun zur neuen Saison in Hamburg, vielleicht aber doch wie schon zu Saisonbeginn gemutmaßt bei Schalke 04 oder noch ganz woanders - Adler verbindet mit seinem Comeback auch die Hoffnung auf ein Ende seiner fast zweijährigen Leidenszeit als Pechvogel der deutschen Torhüter.

Immerhin kostete die Knie-OP den gebürtigen Leipziger den Stammplatz und sämtliche Perspektiven bei Bayer, nachdem 2010 schon ein Rippenbruch den Schlussmann um die sichere Teilnahme als Deutschlands Nummer eins an der WM-Endrunde in Südafrika gebracht hatte.

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