Michael Ballack (r.) kam 2010 vom FC Chelsea zu Bayer Leverkusen © getty

Kaum ist der Trainer weg, meldet sich der "Capitano" fit. Und beim Spiel in Hamburg könnte Ballack gleich in der Startelf stehen.

Von Christian Paschwitz, Marco Wiefelund Felix Götz

München/Leverkusen - Auf dem Platz ging es bestens gelaunt zur Sache. Spieler und Sami Hyypiä lachten viel.

Auch wenn Bayer Leverkusens Neucoach im Anschluss an "seine" erste Trainingseinheit nach der Entlassung von Robin Dutt gegenüber SPORT1 meinte: "Ich war ein bischen nervös und habe auch nicht so gut geschlafen."

Jetzt aber sei es "ein bisschen leichter für den Kopf. Ich genieße die Arbeit auf dem Platz mehr als die im Büro."

Es war Hyypiä deutlich anzumerken. Und auch Michael Ballack blühte wieder auf.

Ballacks Trainingscomeback

Für den 35-Jährigen war es am Dienstagvormittag die erste Trainingseinheit seit seinem am 12. Februar erlittenen Faserriss in der Wade.

"Für mich war wichtig, dass alles gehalten hat. Jetzt gilt es, fit zu werden und übers Training an die Mannschaft ranzukommen", so Ballack bei SPORT1.

Dass Ballack im Sommer nach Angaben seines Beraters Michael Becker in die USA wechseln wird, die Zeit des "Capitanos" bei der Werkself also in einem Monat abläuft, ist plötzlich nur noch eine Randnotiz. Denn zuvor soll er noch Bayer retten.

40-minütige Verspätung bei Debüt

Einiges deutet jedenfalls darauf hin, dass der Mittelfeldspieler, der in dem entlassenen Dutt nicht wirklich einen Förderer hatte, noch einmal eine entscheidende Rolle übernehmen wird.

Ballack soll vor allem dabei helfen, noch die Teilnahme an der Europa League zu sichern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Hyypiä, der seine Trainingspremiere wegen einer Kabinen-Ansprache mit 40-minütiger Verspätung begann, meinte vielsagend: "'Balle' hat viel Erfahrung und kann ein sehr wichtiger Spieler für uns sein in den sechs Spielen bis zum Saisonende."

[kaltura id="0_bwrl1m96" class="full_size" title="Hyypi hebt nicht nur Ballacks Laune"]

"Wir kennen uns"

Ballack steht dafür bereit - und gibt die Komplimente bei SPORT1 gern zurück: "Wir haben in letzter Zeit viel miteinander gesprochen, er war immer nah an der Mannschaft dran und hat viel reingehorcht, seit er aufgehört hat (als Spieler Anm. d.Red.)."

Ob Hyypiä sogleich auf ihn setzt, Ballack am Sonntag bei der Partie beim Hamburger SV womöglich sogar in der Startelf steht, kommentierte der 98-malige Nationalspieler zunächst diplomatisch: "Das muss man abwarten, es sind ja nur ein paar Tage bis zum nächsten Spiel. Es ist schwierig, auf die Schnelle etwas zu verändern."

Ballack ergänzte jedoch vielsagend: "Aber: Wir kennen uns, das ist das Wichtigste. Darauf setzen sicherlich auch die Verantwortlichen, sonst hätten sie ihn nicht zum Teamchef gemacht."

Gutes Verhältnis zu Ballack

Dass der Führungsspieler und Hyypiä seit ihrer gemeinsamen Zeit auf dem Platz ein sehr gutes Verhältnis haben, ist seit längerem bekannt.

"Er ist eine Respektsperson, er hat einen guten Draht zu den Spielern und hat schon als Spieler eine Persönlichkeit dargestellt", so Ballack. "Er brauchte sich ja jetzt auch nicht vorzustellen, wir kennen Sami alle aus vergangenen Tagen. Wichtig ist nun, dass wir ein Gefühl füreinander kriegen."

Und weiter: "Er will einige Sachen verändern - dazu bleibt nicht viel Zeit. Wir sind in der Pflicht als Mannschaft, das müssen wir verinnerlichen - wir müssen eine Reaktion zeigen."

"Nur kurze Zeit, etwas zu verändern"

Das fordert bei SPORT1 auch Hyypiä, der gemeinsam mit Sascha Lewandowski die Bayer-Zügel in der Hand hält (BERICHT: Hyypiä als Dauerlösung?):

"Wir haben nur kurze Zeit, etwas zu verändern. Die müssen wir gut nutzen. Wir haben nicht so viel Selbstvertrauen und Sicherheit", so der Finne.

Dass es ein komisches Gefühl ist, vor kurzem noch als Spieler in der Kabine gewesen zu sein und jetzt als Teamchef dazustehen, sieht der frühere Abwehr-Star "auch als Vorteil in dieser Situation - ich kenne die Mannschaft, und die Mannschaft kennt mich."

Und kennenlernen sollen sie nun auch noch einmal Ballck...

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