Thomas Strunz sieht den BVB im Titelrennen weiter mit den größeren Chancen. Herthas Trainerwahl kritisiert er in seiner Kolumne.

Hallo Fußball-Freunde,

nachdem der FC Bayern den Rückstand auf Borussia Dortmund auf drei Punkte verkürzt hat, reden alle davon, dass Dortmund in einer Krise steckt.

Aber die Borussia hat zum 22. Mal in Folge nicht verloren. Das ist beeindruckend.

Deshalb ist das Gipfeltreffen am 11. April für mich auch nur ein Endspiel für die Bayern. Sie müssen gewinnen. Dortmund sehe ich immer noch im psychologischen Vorteil, weil sie nicht die Doppelbelastung haben, vor allem im Hinblick auf die Spiele der Bayern gegen Real Madrid.

Die Chancen im Titelkampf schätze ich immer noch 51 zu 49 für Dortmund ein.

Beim Vize-Meister des Vorjahres in Leverkusen musste am Sonntag Trainer Robin Dutt gehen. Die Entlassung von Dutt ist keine rationale Entscheidung, sondern in erster Linie eine emotionale.

Die Aussagen von Robin Dutt waren höchst respektvoll. In dieser Situation so klar zu sprechen, das verdient absoluten Respekt.

Sein großes Problem war, dass er aus dem kleinen Freiburg kam und dann ins große Leverkusen ging. Er hat am Anfang kleine Fehler gemacht, wie zum Beispiel im Fall Ballack. Das wurde ihm letztendlich zum Verhängnis.

Außerdem waren die Ansprüche in Leverkusen natürlich hoch, vor allem mit dem großen Bayer-Konzern im Rücken. Ich glaube aber, dass Dutt sehr viel Qualität hat und dass die Entlassung nur eine kleine Unterbrechung seiner Trainerkarriere ist.

Auch in Köln steht der Trainer im Fokus. Ich glaube, dass das Vertrauen in Solbakken nicht da ist. Die Mannschaft vertraut dem Trainer nicht. Das ist schon die ganze Saison erkennbar.

Das System Solbakken war schon nach einigen Wochen hinfällig. Es hat angefangen mit seinem Defensivkonzept, das die Mannschaft nicht verstanden hat. Jetzt sind sie die Schießbude der Liga. Entweder sie wollen nicht oder sie haben das System Solbakken nicht verstanden.

Der 1. FC Köln ist nicht besser, als die beiden Mannschaften hinter ihm. Der Verein wirkt führungslos und innerhalb des Vereins gibt es keine klaren Strukturen. Das spiegelt sich auch jede Woche auf dem Platz wieder.

Das ist der Grund dafür, worum der 1. FC Köln derzeit in eine unklare Zukunft dümpelt.

So geht es nach der Niederlage gegen Wolfsburg auch der Hertha. Es spricht nicht gerade für die Qualität im Sturm, was da an Chancen liegen gelassen wurde.

Ich habe schon zu Beginn gesagt, dass der Führungsstil von Otto Rehhagel nicht zur Hertha passt. Er hat in seiner ganzen Trainerlaufbahn immer den erfahrenen Spielern das Vertrauen geschenkt. Bei Berlin gibt es diese Spieler aber nicht.

Aus diesem Grund war es auch nicht die richtige Entscheidung ihn zu holen.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Kia Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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