Marco Reus (oben) erzielte in dieser Saison schon 15 Tore für die Borussia © getty

Die "Fohlen" verlieren zum ersten Mal zwei Spiele in Folge. Favre bleibt gelassen. Hannover schöpft Mut für Atletico.

Von Barnabas Szöcs

München/Hannover - Mächtig geknickt und ausgepumpt schlichen die Spieler von Borussia Mönchengladbach aus der AWD-Arena.

Eine Gefühlslage, welche die Borussen schon in der Woche zuvor gegen 1899 Hoffenheim durchleben musste.

1:2 hieß es aus Sicht der Favre-Elf bei Hannover 96 (Bericht) - genau wie gegen Hoffenheim.

Für die lange Zeit so frech aufspielenden "Fohlen" die zweite Niederlage in Serie, ein beunruhigendes Novum:

"Wir haben in dieser Saison noch keine zwei Spiele in Folge verloren", erklärte Stürmer Mike Hanke bei LIGA total! völlig richtig.

"Das ist zu wenig"

Sein Trainer Lucien Favre fand für die magere Leistung seiner Mannschaft klare Worte:

"Wir haben zu lange gewartet, haben nur 25 Minuten gut gespielt, das ist zu wenig. Das Tempo hat gefehlt, es waren zu viele technische Defizite."

Zwei Fehler in der Gladbacher Verteidigung luden Hannover zu schönen, aber fast schon geschenkten Toren ein: zuerst leistete sich Stranzl einen verunglückten Abwehrversuch, der vom in die Mannschaft rotierten Stürmer Ya Konan in der 57. Minute mustergültig vollendet wurde.

Anschlusstreffer kommt zu spät

Favre attestierte seinem Team beim Gegentor einen "großen Konzentrationsfehler". Beim 2:0-Kopfballtor durch Mame Biram Diouf kam dann auch noch Innenverteidiger Dante zu spät.

"Wenn man solche Tore bekommt, dann ist das nicht gut für den Kopf", erklärte Favre, dem die beiden Pleiten wahrscheinlich weniger aufs Gemüt schlagen dürften als der Blick auf die Tabelle. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn das Anschlusstor durch Havard Nordtveit in der 78. Minute kam zu spät, auch wenn sich Gladbach in der Schlussphase noch einige hochkarätige Chancen erarbeitete.

Favre bleibt gelassen

Drei Punkte beträgt nun der Rückstand auf Schalke und Tabellenplatz drei, die direkte Qualifikation für die Champions League droht Gladbach wegzuschwimmen, die Reserven scheinen zu schwinden.

Für Favre kein Grund zur Panik: "Das gehört dazu, bisher waren wir sehr konstant. Nun wir müssen die fehlenden fünf Prozent wieder machen."

Diese fehlenden fünf Prozent können bereits am kommenden Samstag gegen Abstiegskandidaten Hertha BSC wieder erspielt werden, tabellarisch gesehen der richtige Gegner zur richtigen Zeit.

Favre allerdings scheint der Kontrahent völlig egal, es komme auf die eigene Leistung an: "Wir müssen wieder mehr geben, dann wird es wieder kommen."

Und auch Hanke bläst zum Angriff auf Platz drei: "Wir werden wieder aufstehen, wir haben eine intakte Mannschaft. Von der Niederlage lassen wir uns nicht beeindrucken."

Hannover macht großen Schritt

Geradezu euphorisch ist die Stimmung bei Hannover 96.

Nach der 1:2-Hinspiel-Niederlage bei Atletico Madrid zeigte die Truppe von Trainer Mirko Slomka Moral - und machte einen gewaltigen Schritt von Platz neun auf fünf:

"Es war ein sehr wichtiger Sieg, weil wir auf Platz fünf gerutscht sind", stellte ein erfreuter Slomka bei LIGA total! fest.

Europa League fest im Blick

Anders als ihre Europa-League-Konkurrenten Bremen und Leverkusen ließen die Niedersachsen keine Federn und freuten sich ausgelassen:

"Wir wollen uns für die Europa League qualifizieren, dafür brauchen wir am besten Platz fünf. Heute haben wir einen wichtigen Schritt gemacht", sagte Jubilar Christian Schulz, der seinen 29. Geburtstag feierte.

Slomka machte aus seiner Erleichterung kein Geheimnis: "Für uns alle ist dieser Sieg eine richtige Befreiung. Jetzt schauen wir auf Donnerstag" - dann steht das Rückspiel in der Europa League gegen Atletico an.

Seinem Kollegen Favre machte Slomka für die schweren letzten Wochen der Saison humorvoll etwas Mut: "Die Gladbacher werden wir nicht mehr einholen."

Wenigstens eine gute Nachricht für die "Fohlen".

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