Toni Schumacher zeigt sich in seiner SPORT1-Kolumne überrascht vom jähen Kölner Absturz. Die Dutt-Entlassung versteht er

Hallo Fußball-Fans,

diese Bundesliga - prickelnder, aufregender, heißer könnte sie nicht sein.

Für mehr Spannung brauche ich keinen anderen Spielplan - und auch kein Playoff-Turnier der besten vier Teams nach der Saison.

Diese Liga hat nämlich einfach alles zu bieten:

Nehmen wir nur den Kampf der Giganten an der Spitze.

Dortmund liefert sich mit dem VfB Stuttgart einen atemberaubenden Fußball-Abend.

Nach dem 4:4-Krimi kann selbst Jürgen Klopp nicht sauer sein, dass sein BVB nun nur noch drei Punkte Vorsprung auf die Bayern hat. Dazu war das Spiel einfach zu geil. So herzerfrischend kann Fußball sein. Und eben auch spannend.

Jetzt läuft alles auf den Showdown am 11. April in Dortmund hinaus.

Borussia gegen die Bayern - das ganze Fußball-Land redet in den nächsten beiden Wochen nur noch über dieses Endspiel.

Wer an diesem Giganten-Abend das Stadion als Sieger verlässt, wird auch Deutscher Meister!

Dramatisch geht es auch am Tabellenende zu.

Acht Teams können sich noch nicht sicher sein - Nervenkitzel pur.

Ich bin mir sicher, dass 39 Punkte benötigt werden, um weiter seinen Fans Erstliga-Fußball zu bieten.

Dass dabei die Situation beim 1. FC Köln so dramatisch wird, hat sicher keiner gedacht.

Mir sei ein Wort in eigener Sache gestattet: Meine Kandidatur als Vizepräsident im Team mit Werner Spinner und Markus Ritterbach musste sein. Sonst hätte ich mir mein Leben lang Vorwürfe gemacht.

Der FC ist mein Verein. Und: Im Augenblick stehen wir auf Wunsch beratend zur Verfügung. Wir können Empfehlungen aussprechen. Doch die Entscheidungen trifft die Vereinsführung um Dr. Werner Wolf.

Bayer Leverkusen hat eine Entscheidung bereits getroffen. Die Trennung von Trainer Robin Dutt nach der Serie von Misserfolgen, der Schmach in Barcelona kann ich verstehen.

Die Bayer-Macher um Rudi Völler reagierten, weil sie nicht auch noch die Qualifikation für die nächste Europa League verspielen wollen. Als Vizemeister nicht mal mehr im internationalen Geschäft - dies wäre ein riesiger Imageverlust für den Werksklub.

All dies belegt, die Bundesliga bedeutet Hochspannung pur.

Euer Toni Schumacher

Der frühere Weltklasse-Torhüter Toni Schumacher arbeitet ab sofort wieder als Bundesliga-Kolumnist für SPORT1 und ist zudem TV-Experte bei LIGA total! Als Profi wurde der zweifache Fußballer des Jahres Deutscher Meister mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund, dreimal DFB-Pokalsieger und türkischer Meister mit Fenerbahce Istanbul. In seinen 76 Länderspielen gewann der heute 57-Jährige den EM-Titel 1980 und wurde zweimal Vize-Weltmeister.

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