Der Niederländer Klaas-Jan Huntelaar (r.) erzielte in der laufenden Bundesliga-Saison 23 Tore © getty

Schalke steht in Sinsheim kurz davor, ebenso auszurutschen wie Gladbach. Ein Elfmeter des Niederländers sichert den Punkt.

Sinsheim - Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hat Schalke 04 nach der bitteren Pleite in der Europa Leauge gegen Athletic Bilbao vor einem Rückschlag in der Bundesliga bewahrt.

Mit seinem 23. Saisontor sicherte der Niederländer den Königsblauen drei Tage nach dem 2:4 im Viertelfinal-Hinspiel gegen die Spanier ein verdientes 1:1 (0:1) bei 1899 Hoffenheim.

Der DFB-Pokalsieger behauptete damit Platz drei, der am Ende direkt in die Champions League führt.

Der Vorsprung vor dem Vierten Borussia Mönchengladbach wuchs auf drei Punkte an (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zwei Strafstöße

Mit dem verwandelten Foulelfmeter in der 80. Minute holte Huntelaar auch den Münchner Mario Gomez an der Spitze der Torschützenliste ein.

Ein angebliches Foul von Andreas Beck am Ex-Hoffenheimer Chinedu Obasi war dem zweifelhaften Strafstoß vorangegangen 537376 (DIASHOW: Der 28. Spieltag) .

Schon das 1:0 der Gastgeber war höchst umstritten gewesen: Sejad Salihovic (30.) hatte ebenfalls vom Elfmeterpunkt getroffen, nachdem Stürmer Sven Schipplock gegen den herausstürmenden Schalker Torwart Lars Unnerstall zu Fall gekommen war.

Hoffenheim bleibt damit seit dem 1:0 gegen Gladbach am 22. Oktober 2011 weiter ohne Heimsieg.

"Ich habe ihn nicht getroffen"

"Die erste Halbzeit war nicht gut, aber dann haben wir viel investiert und einen berechtigten Elfmeter bekommen. Mit dem Punkt können wir zufrieden sein", sagte Unnerstall, der sechs Wochen nach seiner Schultereckgelenksprengung ein Blitz-Comeback für den verletzten Timo Hildebrand gab.

Den Elfmeter für Hoffenheim fand der Keeper unberechtigt: "Ich habe ihn nicht getroffen. Er hat ein bisschen Angst, knickt vorher schon weg und springt hoch."

Ähnlich sah auch 1899-Coach Markus Babbel diese Situation. "Wir sind pari", meinte er mit Blick auf den seiner Meinung nach ebenfalls unberechtigten Strafstoß für Schalke:

"Lächerlich, da brauche ich keine Zeitlupe." Am Ende sei seiner Mannschaft "die Luft ausgegangen. Die Jungs haben alles gegeben, am Ende waren sie fast stehend k.o."

Draxler und Huntelaar scheitern

Die Gastgeber waren vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Arena von Beginn an optisch überlegen, Schalke hatte aber in einer rasanten Begegnung zunächst die besseren Chancen.

In der 12. Minute vergab Jungstar Julian Draxler aus aussichtsreicher Position, sechs Minuten später verpasste Huntelaar nur knapp im ersten Versuch seinen 23. Saisontreffer.

Die beste Chance für die Königsblauen vor der Pause hatte Weltstar Raul, der aus kurzer Distanz an Torhüter Tom Starke scheiterte (42.).

Unnerstall legt Schipplock

Zuvor war Hoffenheim aber durch einen umstrittenen Strafstoß in Führung gegangen.

Schalke-Torwart Lars Unnerstall hatte im Strafraum Sven Schipplock zu Fall gebracht. Der 1899-Stürmer war in dieser Situation allerdings eindeutig auf einen Strafstoß aus gewesen.

Schiedsrichter Markus Schmidt entschied dann auch zugunsten der Hausherren und zeigte Unnerstall zudem die Gelbe Karte, obwohl dieser Schipplock bei dessen Startelf-Debüt gar nicht berührt hatte, wie die TV-Bilder bewiesen.

Dies konnte der Referee aber in Echtzeit kaum erkennen. Salihovic ließ sich diese Chance nicht nehmen und markierte seinen siebten Saisontreffer.

Huntelaar trifft die Latte

Nach der Pause setzte Schalke alles auf eine Karte, Hoffenheim verlegte sich auf Konter.

In der 56. Minute hatten die Gastgeber großes Glück, als zunächst Starke mit einem tollen Reflex gegen Jefferson Farfan den Ausgleich verhinderte und Sekunden später Jermaine Jones eine gute Möglichkeit vergab.

Nur wenig später hatte Hoffenenheim in Person von Roberto Firmino aber das 2:0 auf dem Fuß, zudem musste Unnerstall gegen Salihovic sein ganzes Können aufbieten.

In der 78. Minute traf Huntelaar die Latte.

Unnerstall überraschend im Tor

Bei Schalke feierte Unnerstall überraschend sein Comeback zwischen den Pfosten.

Der Schlussmann, der wegen einer Schultereckgelenk-Sprengung sechs Wochen gefehlt hatte, ersetzte Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand, der sich gegen Bilbao eine Kapsel- und Sehnenverletzung am rechten Ellenbogen zugezogen hatte.

Babel auf der Bank

1899-Coach Babbel hatte sein Team trotz des 2:1-Sieges am vergangenen Wochenende bei Borussia Mönchengladbach auf drei Positionen geändert.

Jannik Vestergaard rückte wieder für Marvin Compper in die Innenverteidigung, Schipplock stürmte für Ryan Babel und Firmino agierte im Mittelfeld für Daniel Williams.

Weiterlesen