Mathias Schober spielte in der Bundesliga zuletzt am 13. März 2009 gegen den VfL Wolfsburg © getty

Schober ist bereits Schalkes vierter Keeper in der Saison. Heldt findet es "nicht lustig". Der Torjäger plant keinen Abschied.

Von Jakob Gajdzik

München - Der Nächste, bitte!

Bei Schalke 04 geben sich in dieser Saison die Torhüter die Klinke in die Hand.

Nach der Verletzung von Timo Hildebrand bei der 2:4-Pleite in der Europa League gegen Athletic Bilbao (Bericht), musste mit Mathias Schober bereits der vierte Schlussmann zwischen die königsblauen Pfosten.

Vor Hildebrand (Kapsel- und Sehnenverletzung im rechten Ellenbogen) hatte es bereits den als Nummer eins in die Saison gestarteten Ralf Fährmann (Innenbandriss im linken Knie und Anriss des vorderen Kreuzbandes) und dessen Vertreter Lars Unnerstall (Schultereckgelenkssprengung) erwischt.

"Fluch" nach Neuers Abschied

Es scheint, als hätte sich nach dem Wechsel von Manuel Neuer zum FC Bayern ein "Torwart-Fluch" bei Schalke eingeschlichen.

Der Nationaltorhüter hat vor seinem Wechsel zum Rekordmeister 78 Ligaspiele für S04 in Folge absolviert und muss nun mit ansehen, wie seine Nachfolger das Bäumchen-wechsle-dich-Spiel spielen.

"Torwart-Rentner" im Fokus

In Hoffenheim (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) muss nun also der 35-jährige "Torwart-Rentner" Schober ran, der gegen die Kraichgauer sein Bundesliga-Comeback seit dem 13. März 2009 (3:4 gegen den VfL Wolfsburg) feiert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auf der Bank werden entweder U-23-Keeper Robin Himmelmann oder Lukas Raeder aus der U 19 Platz nehmen. Beide trainieren zumindest bei den Profis mit.

"Das ist nicht mehr lustig"

"Langsam weiß ich nicht mehr, wen wir überhaupt noch im Verein haben, der Handschuhe hat. Der vierte Torwart der Saison - das ist schon nicht mehr lustig", kommentierte Manager Horst Heldt die Situation zwischen den Pfosten.

"Das ist echt die Seuche, die wir mit unseren Torhütern haben", klagte auch Mittelfeld-Motor Jermaine Jones, ergänzte aber in Bezug auf die vierte Nummer eins in dieser Saison: "Wir vertrauen Schobi."

[kaltura id="0_zql2ivab" class="full_size" title="Entt uschung und Hoffnung bei Schalke"]

Unnerstall wieder im Training

Ein Hoffnungsschimmer deutete sich zumindest im Training an.

Unnerstall trainiert nach seiner Verletzung wieder mit der Mannschaft, dass er aber in Hoffenheim ein Blitz-Comeback feiert, ist unwahrscheinlich. Das Risiko einer neuerlichen Verletzung wäre wohl zu groß.

"Dass Lars wieder da ist, ist erfreulich, aber auch nicht mehr", dämpfte Trainer Huub Stevens die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr und sprach Schober das Vertrauen aus. "Wir haben Schobi. Wer dazu kommt, müssen wir noch besprechen."

Mangelnde Spielpraxis als Risiko?

Das Risiko mit Schober ist, trotz seiner Erfahrung von bisher 155 Bundesliga-Spielen, seine mangelnde Spielpraxis. Seit seinem Wechsel zurück zu Schalke 2007 hat der UEFA-Cup-Sieger von 1997 lediglich vier Bundesligaspiele absolviert.

Auch nach seiner Einwechslung gegen Bilbao machte Schober nicht den besten Eindruck, offenbarte Unsicherheiten beim zweiten und dritten Gegentreffer.

Vorspielen für die Vertragsverlängerung

Im Kampf um die Champions-League-Plätze bleibt Schalke aber keine Wahl, als dem Ex-Rostocker das Vertrauen auszusprechen. Der übt sich vor seiner Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne in Galgenhumor: "Vielleicht schaffe ich es ja, bis Saisonende durchzuspielen".

Mit guten Leistungen kann sich Schober zudem für eine Vertragsverlängerung empfehlen. Sein aktuelles Arbeitspapier läuft zum Saisonende aus.

Stevens richtet den Blick trotz der Misere nach vorne: "Wir müssen die Niederlage (gegen Bilbao, Anm. d. R.) jetzt schnell abhaken und die Köpfe aufrichten. Unsere volle Konzentration gehört jetzt dem Spiel bei Hoffenheim. Wir wollen frisch und fit auftreten."

Zweifelhafte Bestmarke

Immerhin winkt den Schalkern eine Bestmarke - wenn auch zweifelhafter Natur. Sollte Schober in Hoffenheim beim Anpfiff auf dem Rasen stehen, würde man sich in der Kategorie "Eingesetzte Torhüter" alleine an die Spitze setzen.

Bisher teilten sich die Königsblauen diese "Ehre" mit dem 1. FC Nürnberg, der mit Raphael Schäfer, Alexander Stephan und Patrick Rakovsky ebenfalls drei Keeper ins Spiel schickte.

Huntelaar will bleiben

Gute Nachrichten gibt es dagegen bei Schalkes Toptorjäger Klaas-Jan Huntelaar. Schalke darf auf einen Verbleib des 28-Jährigen hoffen.

Wie der niederländische Nationalspieler in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärte, plant er nicht mit einem Vereinswechsel im Sommer. "Das habe ich nicht vor, ich habe hier alles, was ich brauche", sagte Huntelaar zu Gerüchten um einen vorzeitigen Abschied.

Ob er seinen im Sommer 2013 auslaufenden Vertrag verlängert, hängt laut Huntelaar "davon ab, wie gut wir sind. Ich spiele, um Titel zu gewinnen. Dieses Jahr sind wir in der Bundesliga oben dran. Wenn die Mannschaft zusammenbleibt und wir gute Einkäufe machen - wer weiß was passiert."

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